Joachim Löw, wie zufrieden sind Sie mit dem 3:1 in Nordirland, das Ihnen das WM-Ticket eingebracht hat?
Joachim Löw: Wir haben so gespielt, wie ich mir das vorgestellt habe, ein frühes Tor erzielt, nachgelegt. Nordirland ist ein defensives Schwergewicht, daher war es gut, dass wir in Führung gingen. Wir hatten das Spiel absolut unter Kontrolle, auch die Offensive der Nordiren sehr gut im Griff trotz viel Ballbesitz. Unsere Mannschaft muss sich aber Richtung Turnier immer weiter verbessern. Es kommen ganz andere Gegner auf uns zu - bei allem Respekt vor Nordirland. Es kommen Spiele mit ganz anderem Tempo, anderer Intensität, da muss man auch anders verteidigen.
Neun Siege in neun Spielen - die Quali-Bilanz ist makellos.
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Löw: Die Bilanz ist für mich und uns sehr positiv. Die Zielsetzung war, die Gruppe von Anfang an zu dominieren und es kompromisslos durchzuziehen, keine Punkte abzugeben. Das ist uns gelungen, und wir haben ein sehr, sehr gutes Torverhältnis. Daher können wir mit der WM-Quali zufrieden sein. Kompliment an die Mannschaft, dass sie das so durchgezogen hat.
Wird es eine kleine Feier geben, dürfen die Spieler in die Pubs?
Löw: Das nicht, das wäre nicht so professionell. Am Sonntag spielen wir in Kaiserslautern auf jeden Fall vor 30.000 Zuschauern, da wollen wir einen Sieg nachlegen. Zehn Siege mit diesem Torverhältnis, das wäre die erfolgreichste Qualifikation überhaupt. Daher gibt es keinen Grund (zu feiern). Wir können uns sicher intern ein bisschen freuen, das tun wir auch, aber wir sind davon ausgegangen, dass wir es schaffen, das ist keine Frage.
Was ist bis zur WM zu tun?
Löw: Wir haben den Abschluss der Quali, dann im November England und wohl Frankreich - Mannschaften, die auf starkem Niveau agieren, da wird einiges gefordert sein von uns. Dann Spanien, Brasilien. Wir wollen jedes Spiel nutzen, um dem einen oder anderen Spieler Chancen zu geben und uns als Mannschaft weiterzuentwickeln. Es gibt noch viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen in den nächsten Monaten. Die Vorbereitung ist dann unsere entscheidende Phase.
Was planen Sie für den Abschluss gegen Aserbaidschan?
Löw: Am Sonntag werden auf jeden Fall Wechsel stattfinden, es gibt die Möglichkeit, dem einen oder anderen eine Chance zu geben, der bisher nicht gespielt hat. Wir werden personell ein bisschen durchwechseln, aber ich muss erst einmal sehen, ob Spieler angeschlagen sind.
Bis vor Kurzem wurde oft von den Problempositionen Außenverteidiger und Angriff gesprochen. Sehen Sie die Probleme da als gelöst an?
Löw: Gerade auf den Außenpositionen haben wir nicht allzu viele Spieler, die permanent auch international spielen. Ich würde mir wünschen, dass wir die Position in Zukunft mehrfach besetzen könnten. Rechts ist nur Joshua Kimmich auf ganz hohem internationalen Niveau, die anderen müssen noch ein bisschen reifen. Im Sturm haben wir mehrere Optionen, aber ich denke etwa an Argentinien mit Higuain, Agüero, Messi, di Maria, Dybala. Wir müssen uns strecken auf manchen Positionen, wenn wir sie auf gleichem Niveau besetzen wollen, da müssen wir noch hart arbeiten.
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