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Österreich: Marcel Koller vor Abschied
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Publiziert 06/09/2017 um 13:36 GMT+2 Uhr
Österreich muss den Traum von der ersten Endrundenteilnahme seit 20 Jahren wohl endgültig begraben. Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Georgien steht Trainer Marcel Koller vor dem Abschied. Die Mannschaft stärkt dem ÖFB-Chef aber den Rücken: "Es liegt an uns Spielern. Wir müssen etwas ändern", sagte Arnautovic selbstkritisch.
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Der WM-Traum ist wohl endgültig geplatzt, Trainer Marcel Koller steht vor dem Aus: Statt erstmals seit 20 Jahren wieder auf der größten Bühne des Weltfußballs zu spielen, muss sich die österreichische Nationalmannschaft um Bayern-Star David Alaba neu ausrichten. Der ehemalige Bundesligacoach Koller spielt nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Georgien dabei wohl keine Rolle mehr, auch wenn die Spieler dem Schweizer den Rücken stärkten.
"Es liegt nicht an ihm. Es ist immer leicht zu sagen: 'Koller raus'. Aber Marcel Koller spielt nicht, wir Spieler stehen auf dem Feld", sagte der Ex-Bremer Marko Arnautovic, der sich vor den beiden abschließenden Spielen gegen Serbien (6. Oktober) und drei Tage später in Moldawien angesichts von fünf Punkten Rückstand auf Rang zwei keinen Illusionen hingibt: "Der Traum von der WM ist weg."
Dies sehen auch Koller und die Verantwortlichen des Österreichischen Fußballbundes so. "Unmittelbar nach dem Spiel sind Emotionen dabei. Ich möchte nicht direkt über meine Zukunft sprechen. Ich möchte ein wenig Abstand gewinnen. Ich weiß nicht, was der Verband plant", sagte Koller, der seit 2011 im Amt ist und Österreich im vergangenen Jahr zur EM-Endrunde nach Frankreich führte.
Andreas Herzog als Nachfolger?
Die Medien gehen von einem Abschied aus, der 56-Jährige wird bereits mit Rapid Wien in Verbindung gebracht. Als Nachfolger ist der Ex-Bremer Andreas Herzog im Gespräch. ÖFB-Präsident Leo Windtner kündigte derweil eine Entscheidung noch vor den Spielen im Oktober an, das Ende der Zusammenarbeit naht.
Das enttäuschende Ende gegen Georgien vor der Minuskulisse von 13.400 Zuschauern im Wiener Ernst-Happel-Stadion erlebte Alaba gar nicht erst mit. Er musste noch in der ersten Halbzeit mit einer Knöchelverletzung ausgewechselt werden. Bis zu seiner Auswechslung spielte Alaba ebenso schwach wie seine Teamkollegen. "Wenig Licht im Dunkel!", titelte die Kronenzeitung, "die letzten Zweifel sind beseitigt", schrieb der Standard.
Während in Österreichs Gruppe D Serbien (18 Punkte), Wales (14) und Irland (13) den Kampf um die WM-Teilnahme wohl unter sich ausmachen, führt Spanien nach dem 8:0 (4:0)-Kantersieg bei Fußball-Zwerg Liechtenstein die Gruppe G mit drei Punkten Vorsprung auf den viermaligen Champion Italien (1:0 gegen Israel) an. "Der Unterschied zwischen beiden Seiten ist riesig, aber das muss man auf dem Platz auch zeigen. Wir haben es sehr seriös gemacht", sagte Spaniens Trainer Julen Lopetegui.
Während die WM-Teilnahme der Spanier nur noch Formsache sein dürfte, geht es in der Gruppe I ganz eng zu. Kroatien und Island (beide 16) sowie die Türkei und die Ukraine (beide 14) können noch das direkte WM-Ticket lösen.
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