Tschechiens Sturm-Hoffnung Patrik Schick: Das Goldfüßchen aus Prag

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Beim Neuaufbau der tschechischen Nationalmannschaft ist Patrik Schick eine der Schlüsselfiguren. Um den Stürmer vom AS Rom soll die nächste goldene Generation entstehen. Fußball-Ikone Pavel Nedved vergleicht den schmächtigen Angreifer sogar schon mit einem ganz großen Namen.

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Pavel Nedved erkennt einen künftigen Superstar, wenn er ihn sieht. Und bei Patrik Schick wusste Tschechiens Fußball-Ikone sofort Bescheid. "Er erinnert mich an Zlatan Ibrahimovic. Der war auch so, als er zu Juventus Turin kam. Der hatte auch keine Muskeln", sagt Nedved:
Einen Spieler mit absolutem Starpotenzial hatte die einst so stolze Fußball-Nation Tschechien seit Nedved nicht mehr. Es wird also Zeit.
Wie Ibrahimovic wagte Schick schon in jungen Jahren den Sprung nach Italien. 20 Jahre war er alt, als Sampdoria Genua ihn vor der vergangenen Saison aus seiner Geburtsstadt Prag in die Serie A holte - und damit immerhin zwei Jahre jünger als Ibrahimovic bei seinem Wechsel von Ajax Amsterdam zu Juve 2004.

Nedved prophezeit "große Zukunft"

Wie das schwedische Vorbild startete Schick auf Anhieb durch. Mit elf Treffern in 32 Saisonspielen machte er den großen AS Rom auf sich aufmerksam, der den Jungstar in dieser Woche zunächst für eine Gebühr von fünf Millionen Euro für ein Jahr auslieh. Bei einer Verpflichtung im kommenden Jahr kann die Transfersumme auf mindestens 42 Millionen Euro ansteigen.
Aus Nedveds Sicht eine lukrative Investition, auch wenn jüngst ein Wechsel zu seinem Herzensklub Juventus geplatzt war: "Schick hat eine große Zukunft vor sich. Im Moment hat er noch nicht die Muskeln, aber man kann sich schon jetzt vorstellen, wie er in zwei oder drei Jahren spielt", sagte der 45-Jährige der Zeitung "Denik". Einen neuen Star hätte Tschechien bitter nötig. Seit dem EM-Halbfinaleinzug 2004 lief nicht mehr viel zusammen. Ikonen wie Nedved, Milan Baros, Tomas Rosicky und auch Torhüter Petr Cech sind Vergangenheit.
Die Nationalmannschaft dümpelt seit Jahren vor sich hin. Für die vergangenen beiden Weltmeisterschaften nicht qualifiziert, bei der EM im Vorjahr als Gruppenletzter gescheitert. Der Umbruch war alternativlos. In der Qualifikation zur WM 2018 läuft es durchwachsen. Tschechien liegt in der Gruppe C mit neun Punkten aus sechs Spielen auf Rang drei hinter den Nordiren (13). Im Duell mit Weltmeister und Tabellenführer Deutschland am Freitag (20.45 Uhr im Liveticker) in Prag wäre ein Unentschieden schon ein Erfolg.

Schick bleibt demütig

Um eines Tages wieder im Konzert der Großen mitzuspielen, braucht Tschechien frische Gesichter wie Schick. In der U21 war er bereits der Star, elf Tore in zwölf Einsätzen schoss er und war bei der EM im Sommer in der Sturmspitze gesetzt. In der A-Nationalmannschaft kommt Schick auf bislang fünf Spiele, bei seinem Debüt im Vorjahr gegen Malta traf er zum 6:0-Entstand. Trotzdem bleibt er demütig.
"Ich muss mich in allen Belangen verbessern, brauche mehr Kraft im Eins-gegen-Eins. Wenn ich mir die Verteidiger in Italien anschaue, weiß ich, dass ich noch einen Weg zu gehen habe", sagte Schick.
In den Zeitungen seiner tschechischen Heimat ist der 21-Jährige ein Dauerthema. Urlaubsbilder des 1,86 m großen Stürmers und seiner zwei Jahre älteren Schwester Kristýna stehen hoch im Kurs. Für Schick steht zwar der Sport im Vordergrund - dennoch lässt er sich eine Hintertür offen:
Auch ohne Muskeln.
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