WM-Qualifikation: Deutschland feiert Schützenfest gegen Armenien - Gnabry erzielt Doppelpack

Deutschland hat das fünfte Spiel der WM-Qualifikation überzeugend gewonnen und damit die Tabellenführung der Gruppe J erobert. Gegen Armenien spielte das Team von Hansi Flick teilweise furios auf und siegte deutlich 6:0 (4:0). Serge Gnabry schnürte einen Doppelpack (6./15.). Die weiteren Treffer erzielten Marco Reus (35.), Timo Werner (45.), Jonas Hofmann (52.) und Debütant Karim Adeyemi (90.+1).

Deutschland führt deutlich gegen Armenien

Fotocredit: Getty Images

Nach dem glanzlosen 2:0-Erfolg gegen Liechtenstein baute Neu-Bundestrainer Hansi Flick seine Mannschaft auf gleich sechs Positionen um. Für Bernd Leno, Kai Havertz, Robin Gosens, Ridle Baku, Ilkay Gündogan und Jamal Musiala begannen gegen Armenien Manuel Neuer, Jonas Hofmann, Antonio Rüdiger, Leon Goretzka, Marco Reus und Serge Gnabry.
Und tatsächlich zeigte sich die Nationalmannschaft in der Mercedes-Benz-Arena von Stuttgart deutlich verbessert. Von Beginn an machte das DFB-Team Druck, spielte häufig schnell und direkt in die Spitze und ging bereits nach wenigen Minuten in Führung. Goretzka hob den Ball über die Abwehrkette zum durchstartenden Gnabry, der den Ball aus spitzem Winkel wuchtig im linken Toreck unterbrachte (6.).
Auch in der Folge spielte fast ausschließlich die deutsche Mannschaft. Nach einer feinen Kombination über die linke Seite, initiiert von Leroy Sané, legte Reus von links quer. Im Zentrum verpasste Timo Werner noch, am zweiten Pfosten lauerte aber einmal mehr Gnabry, der aus ähnlicher Position wie beim 1:0 zuschlagen konnte (15.).
Wenig später hatte Sané, der sich auf der linken Seite äußerst spielfreudig zeigte, das 3:0 auf dem Fuß, traf mit einem feinen Schlenzer aus 18 Metern halblinker Position aber nur den Querbalken (22.).
Von den Gästen blieb weiterhin wenig zu sehen, einzig Hoffenheim-Stürmer Sargis Adamyan probierte es mit einem Abschluss aus acht Metern halblinks, konnte Neuer aber auch aufgrund des guten Stellungspiels von Rüdiger nicht gefährden (32.).
Stattdessen erhöhte Deutschland auf 3:0 – und wieder war es ein sehenswert herausgespielter Treffer. Gnabry flankte aus dem rechten Halbfeld an den Fünfmeterraum, wo Werner für Reus ablegte. Der BVB-Kapitän fackelte nicht lange und traf aus neun Metern ins linke Eck (35.).
Noch vor der Pause traf dann auch Werner selbst. Wieder war es Goretzka, der nach feinem Zuspiel von Joshua Kimmich fünf Metern vor dem Tor per Kopf querspielte, sodass der Chelsea-Star drei Meter vor dem Tor nur noch einschieben (44.).
Im zweiten Durchgang machte die DFB-Elf da weiter, wo sie aufgehört hatte. Gerade einmal sieben Minuten waren seit Wiederanpfiff gespielt, als der Ball einmal mehr im armenischen Tor lag. Nach einer Kimmich-Ecke von der rechten Seite landete der Ball etwas glücklich vor den Füßen von Hofmann, der im Rückraum völlig freistand und aus 23 Metern per Aufsetzer das 5:0 erzielte (52.).
Die deutsche Spiellaune war dadurch kaum gebrochen, wenig später verpasste Gnabry nach Querpass von Werner nur knapp (54.), ehe Hofmanns zweiter Treffer vom auf der Linie rettenden Taron Voskanyan verhindert wurde (62.).
Der Bundestrainer nutzte die deutliche Überlegenheit, um frischen Kräften eine Chance zu geben und brachte Musiala, Florian Wirtz und Gündogan für Sané, Reus und Kimmich (60., 61.) sowie Karim Adeyemi für Serge Gnabry, der somit sein Debüt für die A-Nationalmannschaft feiern durfte (71.).
Anschließend schaltete Deutschland einen Gang zurück, kontrollierte die Partie aber weiterhin nach Belieben. Das gab Flick die Möglichkeit, den nächsten Debütanten ins Feld zu schicken. David Raum ersetzte Thilo Kehrer (83.).
In der Nachspielzeit durfte einer der Debütanten sogar noch über seinen ersten Treffer jubeln. Nach feinem Doppelpass mit Wirtz schob Adeyemi die Kugel aus acht Metern ganz cool ins rechte untere Eck ein (90.+1) – der Schlusspunkt eines starken deutschen Auftritts.

Die Stimmen:

Serge Gnabry (Deutschland): "Heute waren wir gut vor dem Tor. Wir hätten noch einige Tore mehr machen können, aber heute war es eine gute Leistung. Heute nehmen wir die Euphorie mit, um am Mittwoch in Island auch nochmal zu punkten. Es hat Spaß gemacht, vor den Leuten zu spielen. Für mich in Stuttgart, in meiner Heimatstadt, natürlich umso mehr."
Leon Goretzka (Deutschland): "Ein Stein lag uns glaube ich nicht auf dem Herzen nach dem Spiel gegen Liechtenstein. Es war einfach heute ein ganz anderes Spiel. Trotzdem war es eine ganz besondere Stimmung, heute wieder vor den Zuschauern zu spielen. Es ist auch normal, dass nicht alles von Anfang an zusammenläuft. Heute haben wir eine gute Leistung gezeigt, darauf können wir aufbauen. Man sieht viele Fahnen und leuchtende Gesichter, das ist das, worauf es beim Fußball ankommt."
Hansi Flick (Trainer Deutschland): "Mir hat es schon gut gefallen, aber das war der nächste Schritt, den wir gemacht haben. Wir haben aber Mittwoch die nächste Aufgabe in Island vor uns. Die Mannschaft kann sich heute freuen, aber ab Dienstag bereiten wir uns auf Island vor. Wir haben eine enorme Qualität in der Mannschaft, das haben wir heute gesehen, aber es kommt darauf an, dass man es abliefert, wenn es drauf ankommt. Die Stimmung heute in Stuttgart war überragend, deshalb freut es mich umso mehr, dass wir so eine Leistung heute abliefern konnten."

Der Tweet zum Spiel:

Einige Zuschauer dürften ob der starken Leistung der DFB-Elf ihren Augen kaum getraut haben.

Das fiel auf: Deutschland wie verwandelt

Zugegeben: In der jüngeren Vergangenheit wurde das deutsche Publikum nicht unbedingt von seiner Nationalmannschaft verwöhnt. Das schlechte Abschneiden bei der WM 2018 und das Ausscheiden bei der Europameisterschaft in diesem Sommer im Achtelfinale führte zu einer Art Entfremdung zwischen Fans und Mannschaft. Gegen Armenien wurde zumindest ein Teil dieser Beziehung wieder gekittet. Die Nationalmannschaft spielte sich durch starkes Gegenpressing, direktem Passspiel und starkem Positionsspiel in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena in einen Rausch. Vor allem die agilen und pfeilschnellen Außenbahnspieler Leroy Sané und Serge Gnabry, der gegen Liechtenstein unter der Woche noch auf der Bank saß, machten gegen überforderte Armenier den Unterschied aus. Immer wieder stellten sie die gegnerischen Abwehrspieler mit ihren tiefen Läufen vor Probleme, schlugen gefährliche Flanken und zeigten sich auch im Defensivspiel (besonders Sané) deutlich verbessert. Spiel zwei unter Hansi Flick war zuvor als "richtungsweisend" ausgewiesen worden – in diese Richtung darf es beim DFB-Team wohl gerne weiter gehen.

Die Statistik: 23

23:3 Torschüsse lautete bei Schlusspfiff die Statistik für die deutsche Mannschaft, ein weiteres Indiz für die haushohe Überlegenheit der Flick-Elf.
picture

Boateng-Rückkehr zum DFB? Das sagt Bundestrainer Flick

Quelle: Perform

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung