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Deutsche Nationalmannschaft muss Reaktion auf Slowakei-Blamage zeigen - Bundestrainer Julian Nagelsmann macht WM-Feuer
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Update 07/09/2025 um 01:01 GMT+2 Uhr
Die deutsche Nationalmannschaft muss in der WM-Qualifikation den blamablen Auftritt in der Slowakei (0:2) wettmachen. Gegen Nordirland am Sonntagabend reicht der DFB-Elf nicht nur ein Sieg; viel mehr muss eine Reaktion der Truppe von Julian Nagelsmann her, ein Statement. Wenn man dem Bundestrainer glauben mag, ist das Zauberwort dafür ganz einfach nur "Emotionalität".
Baumann über Slowakei-Debakel: "Hat jeden getroffen"
Quelle: Perform
Wenn Julian Nagelsmann die großen Emotionen sucht, braucht es nur einen kleinen Spaziergang. Der Fußweg vom Hotel der deutschen Nationalmannschaft zum Kölner Dom, ein paar Minuten mögen es sein, führt über die Hohenzollernbrücke mit ihren Hunderttausenden Liebesschlössern - und ohnehin liegt über der Stadt der Zauber süßer Fußball-Euphorie.
Der 1. FC hat als Aufsteiger seine ersten beiden Bundesliga-Saisonspiele gewonnen! Jeder, der die typische Selbstbetrunkenheit Kölns kennt, weiß, was das bedeutet.
Nach der historischen Blamage von Bratislava kann derartige Positivität eigentlich nur hilfreich sein. Aus der irritierenden Teilnahmslosigkeit des Slowakei-Kollapses (0:2, es hätte viel schlimmer kommen können) wieder in eine brennende Begeisterung und zu neuem Mut zu finden, ist die Aufgabe des Bundestrainers und seiner nicht mal flackernden Spieler vor dem fast schon überlebenswichtigen Duell mit Nordirland am Sonntag (20:45 Uhr im Liveticker).
"Ratlosigkeit", nein, die spüre er nicht, versicherte Nagelsmann. Seine Kimmichs, Rüdigers, Goretzkas, Woltemades, "das sind ja alles Profis bei sehr guten, teilweise überragend großen Klubs. Ich glaube schon, dass die jetzt spüren, was es bedarf." Nämlich: Leidenschaft! Gier! Galligkeit! Hunger! Jeder Einzelne müsse "den Nebenmann anzünden".
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Das DFB-Team mit hängenden Köpfen nach der Slowakei-Blamage
Fotocredit: Getty Images
DFB-Team-Krisensitzung noch in der Kabine
Das Team hat in einer Blitz-Krisensitzung noch in der Kabine mit der quälenden Aufarbeitung begonnen, das schöne Sprachbild vom "Meinung geigen" kann dafür wohl als zutreffend angesehen werden. Flug und Busfahrt nach Köln boten am Freitag weitere Gelegenheit, das Unerklärliche zu reflektieren.
"Wir dürfen uns jetzt nicht selbst zerfleischen", sagte Torhüter Oliver Baumann, den noch die geringste Schuld getroffen hatte. "Wir müssen die Basics erstmal auf den Platz bringen."
Zweikämpfe also, Laufbereitschaft, Klarheit, Thomas Tuchel hat das immer "Schärfe" genannt. "Wenn wir die auf den Platz bringen, haben wir die Qualität, um extrem viele Akzente zu setzen", betonte Baumann. Wenn nicht: Dann haben alle vom WM-Pokal gefaselt, aber es reicht "nicht mal für die Quali", wie Kapitän Joshua Kimmich zu verstehen gab.
Weltmeister-Titel Nagelsmanns Ziel
Mit seinem Titel-Ziel stehe er nun "nicht überragend gut da, das weiß ich", sagte Nagelsmann. Wie ein Träumer eben. Einer, der in einer Großbaustelle viel zu früh die strahlende Immobilie von Höchstwert sieht, die sie einmal werden soll.
Um das zu ändern, steckt der Architekt Nagelsmann mit seinen Vertrauten die Köpfe zusammen. "Wir haben im Trainerteam, mit Rudi Völler und Andreas Rettig ein paar schlaue Köpfe", sagte er, "wir werden diskutieren und Maßnahmen treffen, um gewinnen zu können."
Der Sieg gegen Nordirland hat den Rang einer Selbstverständlichkeit – sonst geht es an die Grundfesten des nationalen Fußball-Selbstbildes, in Regionen, die kaum auszudenken sind. Nur 1930, als der DFB absagte, und 1950, als geächteter Kriegsverlierer, fuhr Deutschland nicht zur WM. Vier Niederlagen in Serie gab es zuletzt 1912/13.
Was wäre nun unglaubwürdiger? Am Ziel festzuhalten, wenn es Unendlichkeiten entfernt erscheint? Oder stur zu bleiben, gegen den Trend? Für Nagelsmann gibt es nur eine Antwort. "Es wäre ein fatales Zeichen, zu sagen, wir wollen nicht mehr Weltmeister werden", sagte er. "Mir ist aber bewusst, dass man das nicht alles locker abschütteln kann." Sorgen um seinen Job, das entgegnete er einem nordirischen Reporter, mache er sich nicht. "Angst zu haben, ist niemals gut."
DFB-Abwehr bereitet Sorgen
Das Personal wird sich "ein bisschen" ändern, generell habe er aber "keine 150 Deutschen" zur Auswahl, sagte der Bundestrainer sarkastisch. Er überlegte sogar, seiner Vorliebe zum Archetypen des "Workers" wieder Raum zu geben. Wenn die besten Kicker keine Leistung bringen, dann halt der Beißkratzrenner mit den langen Stollen? "Ich kann dieses ewige 'Qualität, Qualität' nicht mehr hören", wütete Nagelsmann.
Nach dem Fehlschlag mit Nnamdi Collins hat er eine wegweisende Entscheidung neu zu treffen: Wer soll rechts verteidigen? Kimmich ginge, klar, aber nach der Verschiebung ins Zentrum nicht ohne ein Eingeständnis einer Fehleinschätzung. Maximilian Mittelstädt womöglich, wie in der zweiten Halbzeit in Bratislava, ein "Linker". Jonathan Tah vielleicht, gegen die Slowakei desolat, in einer Dreierkette. Alles nicht ideal.
Kette so, Kette anders, alles Kokolores, sagte Kimmich. "Es geht einzig und allein um die Einstellung." Also: Emotionen! Vielleicht doch ein Spaziergang?
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Deutschlands Abwehr bereitete Sorgen
Fotocredit: Getty Images
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(SID)
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Peinlich! DFB-Elf blamiert sich in der Slowakei
Quelle: Perform
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