Drei Dinge, die bei Luxemburg - Deutschland auffielen: Eine beängstigende Halbzeit des DFB-Teams beim Underdog
Die deutsche Nationalmannschaft mühte sich am Freitagabend im vorletzten WM-Quali-Spiel beim Underdog aus Luxemburg dank Torjäger Nick Woltemade zu einem 2:0-Erfolg. Dabei gab das DFB-Team vor allem im ersten Durchgang ein bedenkliches Bild ab. Immerhin: Der immerzu gescholtene Rückkehrer Leroy Sané avancierte zum Lichtblick. Drei Dinge, die bei der Mannschaft von Julian Nagelsmann auffielen
Matchwinner Woltemade nach Doppelpack "sehr froh"
Quelle: SID
Erst erschreckend, dann eiskalt: So könnte man das, was die deutsche Nationalmannschaft an diesem regnerischen Abend im Nachbarland Luxemburg abgeliefert hatte, zusammenfassen.
Nick Woltemade (49.) erlöste die über weite Strecken schwache DFB-Elf kurz nach dem Seitenwechsel, 20 Minuten später machte der Angreifer von Newcastle United den Deckel auf die Partie.
Die wichtigste Erkenntnis beim 2:0-Sieg: Deutschland kann sich endlich mal wieder auf seinen Mittelstürmer verlassen. Neben dem Zwei-Meter-Torjäger avancierte der in den vergangenen Jahren immer wieder gescholtene Leroy Sané zum Matchwinner.
WM-Qualifikation
Conte bringt sich als italienischer Nationaltrainer ins Spiel
07/04/2026 um 10:35 Uhr
Drei Dinge, die bei Luxemburg - Deutschland auffielen.
1.) 45 Minuten zum Vergessen
Wer den Launch des neuen Deutschland-Trikots im Retro-Style verpasst hatte und wem die Nationalfarben der Bundesrepublik (die auf besagtem Trikot prominent in Szene gesetzt werden) gänzlich fremd sind, der hätte in den ersten Minuten durchaus das Team in Rot für den viermaligen Weltmeister halten können.
Gastgeber Luxemburg spielte bei eigenem Ballbesitz mutig nach vorne und presste den haushohen Favoriten immer wieder hoch an. Die Folge: Die verdutzte Nagelsmann-Elf geriet mächtig ins Straucheln, lieferte sich Fehler um Fehler.
Vier Schüsse zählten die Statistiker im ersten Durchgang für die Jungs aus dem Großherzogtum, DFB-Keeper Oliver Baumann musste ein ums andere Mal in höchster Not klären, zudem zielte Augsburgs Aiman Dardari, der vornehmlich für die FCA-Zweitvertretung in der Regionalliga Bayern zum Einsatz kommt, knapp daneben (18.).
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/11/14/image-edf5ccb6-e7d2-47a3-a6f9-ed5b250fec5c.jpeg)
Julian Nagelsmann war zwischenzeitlich in Luxemburg bedient
Fotocredit: Getty Images
Entsprechend kritisch fiel auch Nagelsmanns Fazit im Nachgang am "RTL"-Mikrofon aus. "Es war mühsamer als erhofft. In der ersten Halbzeit haben wir wieder nicht alles von Anfang an reingeworfen", monierte der 38-Jährige: "Wir haben es gar nicht beruhigt gekriegt. Ich glaube, wir hätten ein Gegentor verdient gehabt, aber wir haben keines gekriegt. Da können wir uns glücklich schätzen."
Luxemburgs Trainer Jeff Strasser pflichtete ihm bei: "Man kann stolz auf die Leistung der Mannschaft sein. Wir haben nach vorne verteidigt, sind Deutschland angelaufen und haben sie vor Probleme gestellt. Wir müssen uns belohnen", erklärte der ehemalige Gladbach-Profi. Er ergänzte: "Wir sind gnadenlos bestraft worden. Eine Mannschaft wie Deutschland, mit so einer Qualität, nutzt solche Fehler aus."
Klassischer Fall von: mit einem blauen Auge davongekommen.
2.) Deutschland hat wieder einen Knipser
Vor einem Monat war Woltemade in Nordirland mit seinem Treffer der Knotenlöser beim 1:0-Sieg, in Luxemburg war er abermals der entscheidende Mann beim DFB-Team.
In Halbzeit eins noch völlig ohne Bindung zur Mannschaft, nach dem Seitenwechsel dafür umso präsenter - der 23-Jährige nutzte seine beiden Chancen eiskalt. Erst veredelte er eine punktgenaue Hereingabe von Sané, dann einen sehenswerten Steckpass von Ridle Baku.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/11/14/image-5a375a00-e01f-420d-945d-20bfb4c3e51c.jpeg)
Nick Woltemade (l.) traf gegen die Auswahl Luxemburgs doppelt
Fotocredit: Getty Images
Mit dem Eindruck der vergangenen Länderspiele, Woltemades Entwicklung in diesem Jahr und seiner herausragenden U21-EM (sechs Tore) drängt sich der Eindruck auf, dass Deutschland mal wieder einen echten "Neuner" in seinen Reihen hat.
Natürlich sei er glücklich über seinen Doppelpack, gab Woltemade im Nachgang zu. Aber am Ende gehe es dennoch darum, drei Punkte einzufahren: "Mir ist egal, ob da dreimal Nick Woltemade oder zweimal Leroy Sané steht. Er hat mir übrigens die Bälle heute sehr gut aufgelegt."
3.) Sané nutzt seine Chance
Nagelsmann hatte im Vorfeld des Duells mit einigen Aussagen zu Rückkehrer Sané für Wirbel gesorgt. "Leroy weiß, was gefragt ist. Er weiß, dass es nicht mehr unzählige Chancen für ihn unter meine Führung in der Nationalmannschaft gibt, um sich zu beweisen", erklärte Nagelsmann zu Beginn der Woche auf einer Pressekonferenz.
Dafür musste sich der ehemalige Bayern-Coach Kritik gefallen lassen - unter anderem von Matthias Sammer. Der Europameister von 1996 reagierte bei "Sky" mit Unverständnis auf Nagelsmanns Worte: "Meine Erfahrungen sind, Individualisten brauchen Liebe, brauchen so viel Liebe, dass es knallt."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/09/13/4039462-81926893-2560-1440.jpg)
Nagelsmann: Das fordere ich von Sané
Quelle: SID
Nagelsmann konterte wiederum, dass Sané ganz viel Liebe von ihm bekommen habe - und dass er im Vorfeld seiner direkten Forderungen mit dem Neu-Istanbuler über die Thematik gesprochen habe, um "zu signalisieren, dass er gefordert ist."
All das schien bei Sané zu verfangen - der 30-Jährige durfte gleich von Beginn an ran und zählte selbst im schwachen ersten Durchgang zu den wenigen Lichtblicken. Regelmäßig zog er über seine rechte Offensivseite das Tempo an, versuchte durchzubrechen.
In der zweiten Halbzeit trug seine Arbeit dann endlich Früchte. Nach schönem Pass von Aleksandar Pavlovic nahm er die Kugel technisch anspruchsvoll mit und legte für Woltemade quer, beim zweiten Tor hatte er ebenfalls in der Entstehung seine Füße im Spiel.
"Er hatte schon in der ersten Halbzeit ein paar Momente", sagte Nagelsmann, der sofort ein Lob folgen ließ: "Er hat ein gutes Spiel gemacht, zwei entscheidende Aktionen gehabt. Darum geht es am Ende."
Und Sané selbst? Der ist (zurück)gekommen, um zu bleiben. "Die WM ist mein großes Ziel", gab er zu verstehen. Bezüglich Nagelsmanns Aussagen erklärte er: "Ich freue mich, dass ich ein Stück weit das Vertrauen an Julian zurückzahlen konnte. Wir hatten sehr gute Gespräche. Julian weiß, wie ich ticke."
Das könnte Dich auch interessieren: Last-Minute-Sieg! Slowakei wahrt Chance vor dem DFB-Showdown
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/11/15/image-d3af4c4e-844c-4eb5-97c5-1bcd3445704d-85-2560-1440.jpeg)
Woltemade verhindert Blamage: DFB-Team auf WM-Kurs
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/01/06/image-ea4c9f95-f41e-4a1d-95f7-4af46e7639e1-68-310-310.jpeg)