Italien verpasst WM gegen Bosnien erneut - Torwart Donnarumma und Trainer Gattuso nach Playoff-Drama unter Druck

Italien erlebt das nächste WM-Debakel: Im dramatischen Elfmeterschießen gegen Bosnien-Herzegowina scheitert die Squadra Azzurra und verpasst zum dritten Mal in Folge die Endrunde bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, Mexiko und den USA. Italiens Torwart Gianluigi Donnarumma steht nach dem entscheidenden Fehlschlag im Fokus, für Trainer Gennaro Gattuso beginnt eine ungewisse Zukunft.

Italien-Trainer Gattuso: Verpassen der WM wäre "ein schwerer Schlag"

Quelle: Perform

Auch am Morgen danach gab es für die stolze Fußballnation Italien einfach kein Erwachen aus diesem schier endlosen Albtraum. Selbst in den höchsten politischen Kreisen wurden nach dem neuerlichen Versagen in der WM-Qualifikation Forderungen nach drastischen Veränderungen laut. Der viermalige Weltmeister liegt am Boden, das WM-Turnier im Sommer in den USA, Mexiko und Kanada ist das dritte nacheinander, das ohne Italien stattfindet.
"Die Apokalypse geht weiter", schrieb die Gazzetta dello Sport nach einer weiteren "historischen" Niederlage: "Wir halten die Rückkehr zur WM in der Hand - und sehen zu, wie sie uns im Elfmeterschießen entrissen wird." Tuttosport hatte das "totale Scheitern" gesehen und forderte mit Nachdruck: "Jetzt müssen alle rausfliegen!"
Während der fassungslose Nationaltrainer Gennaro Gattuso mit aschfahlem Gesicht um Verzeihung für das Debakel bat, war längst eine Debatte darüber entbrannt, was sich im italienischen Fußball jetzt alles ändern muss. Beim 1:4 im Elfmeterschießen im alles entscheidenden Duell in Bosnien-Herzegowina waren all die Mängel und Defizite des einstigen Fußballriesen offensichtlich.
"Es ist eine Fußball-Tragödie, die man hätte abwenden können. Aber wenn so etwas zum dritten Mal passiert, muss man sich Fragen stellen", sagte der große Torhüter Dino Zoff, der mit Italien 1982 Weltmeister geworden war.

Italien hadert mit Niederlage

Die Probleme sind vielschichtig und nicht leicht zu lösen. Zuletzt war Italien 2014 bei einer WM dabei, danach gab es in der Qualifikation gegen Schweden, Nordmazedonien und nun Edin Dzekos Bosnier den K.o. - der EM-Titel 2021 scheint mit Blick auf diese fatale Serie eher wie ein Ausrutscher.
Die Kritik richtet sich nicht einzig gegen Trainer Gattuso, der ja erst seit Juni 2025 im Amt ist und dieses Fiasko nicht allein zu verantworten hat. Rücktrittsforderungen wurden auch gegen den Verbandspräsidenten Gabriele Gravina laut, der sich jedoch eisern an seinen Posten klammert. "Wir haben den Vorstand des Fußballverbands für nächste Woche einberufen", sagte er: "Ich verstehe die Forderung nach sofortigen Rücktritten, aber solche Entscheidungen liegen gemäß den Statuten beim Vorstand der Föderation."
Gravina sprach von einer "großen Krise", die es erfordere, dass "der italienische Fußball neu gestaltet werden" müsse, doch es sei zu einfach, nur mit dem Finger auf den Verband zu zeigen. Auch die Ligen und Vereine seien in der Verantwortung. Die großen Teams setzen eher auf Stars aus dem Ausland, italienische Talente haben kaum Perspektive.

Italien hält lange stand

Die dezimierten Italiener konnten also schon froh sein, dass sie bis zum Ende der regulären Spielzeit und danach in der Verlängerung nur den Ausgleich durch Gladbachs Haris Tabakovic (79.) kassiert hatten.
Gattuso betonte trotzdem: "Wir waren wie im Schützengraben und haben es immer wieder versucht. So ein Schlag ist schwer zu verkraften. Es fühlt sich ungerecht an, aber so ist der Fußball: Manchmal gibt er dir Freude, manchmal trifft er dich hart."

Trost in Tennis und Formel 1

Auch die Zukunft von Sportchef Gianluigi Buffon ist ungewiss, der wie die Torhüterikone Zoff für den Glanz vergangener Tage steht. "Wir müssen uns nach dieser Niederlage nun Zeit nehmen", sagte Buffon, der mit Italien einst das deutsche Sommermärchen 2006 beendet hatte und damals Weltmeister wurde: "Unser Ziel war die WM-Qualifikation. Diese Pleite schmerzt."
Die Zeitung Corriere della Sera machte für die trauernden Italiener zumindest eine kleine Aufmunterung aus. "Wir trösten uns mit (Jannik) Sinner und (Kimi) Antonelli", hieß es in einem Artikel mit Blick auf den Tennisstar und den Formel-1-Hoffnungsträger, aber die Perspektive für den Fußball ist düster: "Inzwischen werden unsere Teenager die erste Generation von Italienern sein, die ohne die Erinnerung an die Azzurri bei einer WM aufwachsen."
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(SID)
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Kein Rücktritt nach WM-Schock: Buffon will im Amt bleiben

Quelle: Perform


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