Philipp Lahm zweifelt an Thomas Tuchel als Nationaltrainer von England: "Tendenz zu Konlfikten in der Öffentlichkeit"
Philipp Lahm hat sich in einer Kolumne für "The Athletic" skeptisch über die Chancen von Thomas Tuchel als Trainer der englischen Nationalmannschaft geäußert. "Egal, wo er gearbeitet hat, irgendwann scheint es immer zu Spannungen zu kommen", schrieb der frühere Kapitän des FC Bayern und merkte an, dass Tuchel abgesehen von seiner Zeit bei Mainz 05 nirgends länger als drei Jahre geblieben sei.
Thomas Tuchel im Training der englischen Nationalmannschaft
Fotocredit: Getty Images
In München sei der Grund für das Aus des Schwabens nicht sportlicher Natur gewesen, "sondern das Fehlen einer zwischenmenschlichen Verbindung zu Führungsspielern wie Thomas Müller oder Leon Goretzka".
Zudem sei die "Chemie mit Harry Kane wahrscheinlich nicht perfekt" gewesen, mutmaßte Lahm, der auch die Holding-Six-Debatte und deren Effekt auf Joshua Kimmich ansprach.
Als Coach des Rekordmeisters müsse man sich diplomatisch geben. "Pep Guardiola und Vincent Kompany drücken ihren Unmut niemals öffentlich aus. Tuchel schon. Das kann zu Problemen führen", so der Weltmeister von 2014.
Als Nationaltrainer sei Tuchel sogar noch mehr als im Verein gefragt, die Persönlichkeiten seiner Spieler zu moderieren. Sein Amtsvorgänger Gareth Southgate habe - im Gegensatz zu Tuchel - gewusst, wie er eine harmonische Umgebung herstellen könne.
Lahm sieht "Tendenz zu Konflikten"
"Tuchel ist sehr viel fordernder und ein großer Perfektionist. Seine Tendenz zu Konflikten in der Öffentlichkeit könnte sich schadend auswirken", befürchtete Lahm.
Doch nicht nur im Umgang mit seinen Stars sieht der 41-Jährige potenzielle Stolpersteine für Tuchel bei den Three Lions. Die Erwartungshaltung in England sei durch den Status der Premier League enorm hoch.
"Das kann zu einer schlechten Atmosphäre und einer negativen Dynamik führen", erklärte die FCB-Legende: "Diese Stimmung könnte zu einer Bürde für Tuchel werden."
Hinzukomme die heterogene Gemengelage im englischen Fußball. Anders als anderen Top-Nationen wie Deutschland oder Spanien fehle es den Three Lions an einem "gut eingespieltem Block und einer charakteristischen modernen Spielkultur", kritisierte der Champions-League-Sieger von 2013.
Tuchel als Taktiker außer Frage
Tuchels Status als Taktiker stehe zwar "außer Frage, aber er muss noch beweisen, dass er die Fähigkeiten hat, die er in seiner neuen Rolle braucht."
Dennoch sieht Lahm Tuchel auch nicht auf verlorenem Posten. Die von ihm angeführten Punkte würden nicht bedeuten, "dass er (Tuchel, Anm. d. Red.) dort nicht hineinwachsen kann", schloss der Münchner seine Ausführungen.
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Quelle: Perform
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