"Finale" für Spanien

Spanien muss nach seiner überraschenden Auftakt-Niederlage gegen die Schweiz Honduras unbedingt schlagen. Sonst droht schon in der Gruppenphase das Aus. Trotz des enormem Drucks bleibt der WM-Favorit ruhig. "Wir machen uns nicht verrückt", sagt Stürmer Fernando Torres.

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Neuer Stürmer, alter Stil: Torjäger Fernando Torres soll Titelkandidat Spanien gegen Honduras die «letzte Chance» auf den ersten WM-Triumph sichern. Für die "selección" geht es im Gruppenfinale gegen den krassen Außenseiter überraschend früh um alles oder nichts. "Für uns ist das Spiel ein Finale», sagte Nationaltrainer Vicente del Bosque am Vorabend der Partie.
Aber trotz des enormen Drucks nach der sensationellen 0:1-Pleite gegen die Schweiz zeigen die Spanier vor dem zum «Schicksalsspiel» hoch stilisierten Duell der beiden Auftakt-Verlierer keinerlei Anzeichen von Nervosität. "Wir machen uns nicht verrückt. Wir bleiben ruhig", versicherte Torres. Allerdings mussten die Spanier um ihren Mittelfeldspieler Andrés Iniesta bangen, der sich in der Partie gegen die Schweiz verletzt hatte und dessen Einsatz sich erst kurz vor Spielbeginn entscheidet.
Nur im Fall eines - zudem möglichst hohen - Sieges gegen die Mittelamerikaner am Montag (20.30 Uhr im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de) im Ellis Park von Johannesburg hat Spanien realistische Aussichten auf den Einzug ins Achtelfinale. Schließlich wartet im letzten Gruppenspiel in Chile ein weitaus härterer Brocken. Es könnte in der Gruppe H am Ende sogar überraschend zu Punktgleichheit zwischen Spanien, Chile und der Schweiz kommen, so dass die Tordifferenz entscheiden könnte.
Del Bosque: Alles bleibt beim Alten
"Wir werden unseren Stil nicht ändern", betonte Del Bosque. "Wir werden nur versuchen, im Abschluss etwas präziser zu sein." Abwehrhüne Gerard Piqué strich den besonderen Charakter der ursprünglich als reine Pflichtaufgabe gedachten Partie heraus: "Wenn wir gegen Honduras nicht gewinnen, ist das Spiel gegen Chile egal. Das wird wie ein Finale."
Aber trotz dieser eher außergewöhnlichen Situation kommt bei der "furia roja" (roten Furie) keine Hektik auf. «Wir sind ruhig. Wir haben schon schwierigere Situationen gemeistert", versicherte Torres. Angel Maria Villar nahm Druck vom Team: "Es wäre kein Desaster, wenn wir nicht weiterkommen würden." Demonstrativ gab der Präsident des spanischen Fußball-Verbandes RFEF dem Trainer, dessen Vertrag erst vor drei Monaten bis zur EM 2012 verlängert worden ist, eine Jobgarantie: "Er bleibt auch im Fall eines Scheiterns."
Über ein solches Szenario machen sich aber weder der Coach noch seine Schützlinge Gedanken. "Unsere Chancen sind voll intakt", sagte der wie immer besonnen auftretende del Bosque. Und Torres appellierte: "Wir dürfen nicht nervös werden, wenn wir nicht gleich ein Tor erzielen." Obwohl den Spaniern bewusst ist, dass sie im Abschluss konsequenter sein müssen, steht der kunstvolle Kombinationswirbel "Tiki-Taca" nicht zur Disposition. "Wenn wir sterben, sterben wir mit unseren Ideen", erklärte Torres.
Honduras setzt auf "Schweiz-Effekt"
Offen ist, ob Torres gegen die Mittelamerikaner als einzige echte Spitze agiert oder ob er mit EM-Torschützenkönig David Villa einen klassischen Zwei-Mann-Sturm bilden wird. Der Stürmer-Star des FC Liverpool, der nach überstandener Meniskusoperation auf seinen ersten WM-Einsatz in der Startelf brennt, erklärte, dies sei letztendlich egal: "Wir sind beim System sehr variabel." Je nach taktischer Ausrichtung gelten der offensive Mittelfeldmann David Silva oder der "Sechser" Sergio Busquets als Streichkandidat.
Honduras hofft indes auf einen ähnlichen Coup wie die Schweiz. "Das Ergebnis hat uns Hoffnung gemacht, eine Runde weiterzukommen", stichelte Trainer Reinaldo Rueda. "Wir haben unseren Rivalen genau studiert und werden vorsichtig sein. Ich respektiere Spanien sehr, die Mannschaft ist weiterhin einer der großen WM-Favoriten. Aber es ist nicht das stärkste Team hier. Die Schweiz hat Spanien eine Lektion erteilt."
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