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WM 2022 in Katar: Brasilien-Fans wegen Trikot und Ex-Präsident Jair Bolsonaro in der Bredouille
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Publiziert 24/11/2022 um 08:27 GMT+1 Uhr
WM-Favorit Brasilien steigt am Donnerstag ins Geschehen ein und hat dabei eine viel größere Aufgabe, als den sechsten Stern zu holen: Es geht ums Trikot. Das gelbe Traditions-Shirt der Fußball-Seleção nämlich hatte zuletzt der einstige rechtspopulistische Präsident des Landes, Jair Bolsonaro, für sich vereinnahmt. Das wiederum bringt viele Fans der Nationalmannschaft nun in die Bredouille.
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Quelle: Perform
Zu Wochenanfang gab es noch sieben Blockaden auf wichtigen Bundesstraßen, riefen unverbesserliche Extremisten vor Kasernen in Brasilien zum Militärputsch auf.
Auch gut drei Wochen nach der Präsidentschaftswahl in Brasilien ist und bleibt das gelbe Traditions-Shirt der Fußball-Seleção getragenes Symbol der Anhänger des unterlegenen rechtspopulistischen Amtsinhabers Jair Bolsonaro - und ist deshalb verpönt bei vielen Fans.
"Das Trikot der Seleção gehört allen Brasilianern, nicht dem einen oder anderen. Es gehört vor allem denjenigen, die damit brasilianische Fußballgeschichte geschrieben haben", mahnte Verbandspräsident Ednaldo Rodrigues. Aktuell eher ein frommer Wunsch.
Auch angesichts eines Neymar, der die Seleção bislang weder zu einem Titel bei Weltmeisterschaften noch bei der Copa América führte, aber immerhin in Gelb 2016 im Finale gegen Deutschland historisches Olympiagold holte und mit 75 Treffern den Länderspiel-Torrekord von Legende Pelé (77) angreift. Zu dumm, dass sich der 30-Jährige aktiv im Wahlgang pro Bolsonaro zu Wort meldete. Sport und Politik, ein ewiges Dilemma.
Lula: "Grün und Gelb gehört keinem Kandidaten"
Der siegreiche Linkskandidat Luiz Inacio Lula da Silva nahm das Thema dann gleich auch in seiner vereinenden Jubelrede auf und mahnte: "Grün und Gelb gehört keinem Kandidaten, keiner Partei. Grün und Gelb sind die Farben von über 200 Millionen Menschen, die dieses Land lieben." Und jetzt nicht wissen, wie sie sich am Donnerstag zum Gruppenauftakt gegen Serbien kleiden sollen. Vielleicht in Blau, dem Ausweichtrikot.
Als Nationaltrainer Tite vor wenigen Tagen die Namen seiner 26 für Katar Berufenen vorlas, ließ der Verband demonstrativ vorab ein Video laufen, mit der Botschaft: "Ela me faz tao bem", das gelbe Shirt tut so gut, bringt Energie. Sponsoren der Nationalelf werben derweil unisono mit dem Spruch "vira a chave", leg den Schalter um. Mobilisation für den Sinn(es)wandel.
Ihren Beitrag dazu können auch Neymar und Co. leisten, wenn sie gegen die Serben im gelben Traditionsshirt das WM-Feuer im Brasilianer entfachen.
Sonst trägt man halt wieder Blau, wie beim ersten WM-Triumph 1958 in Schweden. Als die WM-Gastgeber im Finale in der Nationalfarbe Gelb aufliefen und Pele die Mantelfarbe der brasilianischen Schutzheiligen trug. Religion und Fußball vermischen sich auch gern.
(SID)
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