WM 2022: Costa Rica schlägt Japan überraschend und öffnet Deutschland vor Duell mit Spanien die Tür

Costa Rica hat sein zweites Gruppenspiel bei der Weltmeisterschaft in Katar überraschend 1:0 (0:0) gegen Japan gewonnen. Trotz drückender Überlegenheit der Asiaten vor allem im zweiten Durchgang, erzielte Keysher Fuller das einzige Tor des Tages (81.). Die deutsche Nationalmannschaft kann durch den Sieg Costa Ricas auch bei einer Niederlage gegen Spanien am Abend noch aufs Weiterkommen hoffen.

Keysher Fuller

Fotocredit: Getty Images

Trotz der herben 0:7-Niederlage am Mittwoch gegen Spanien rotierte Costa Rica nur auf zwei Positionen. Kendall Waston ersetzte Carlos Martínez als rechter Verteidiger und auf dem linken Flügel sollte Gerson Torres statt Jewison Bennette wirbeln. Ähnlich wie im ersten Spiel entschied sich Trainer Luis Fernando Suárez für eine Fünferkette.
Auf Seiten der Japaner nahm Hajime Moriyasu hingegen stolze fünf Änderungen in der Startelf vor. Das Quintett aus dem gewonnenen Deutschland-Spiel um Hiroko Sakai, Ao Tanaka, Daizen Maeda, Takefusa Kubo sowie Junya Ito bekam vorerst eine Pause. Miki Yamane, Ritsu Doan, Hidemasa Morita, Ayase Ueda und Yuki Soma rückten dafür in die Anfangsformation.
Die Costa Ricaner richteten sich erwartungsgemäß sehr defensiv aus und konzentrierten sich auf Kosten von Offensivaktionen auf ihr Abwehrverhalten. Das bekam auch Japan-Torhüter Shuichi Gonda zu spüren, beziehungsweise eben nicht, denn der 30-Jährige musste im ersten Durchgang kein einziges Mal eingreifen. Währenddessen kontrollierten die Samurai Blue die Partie, ohne jedoch zu großes Risiko zu gehen.
In der Halbzeitpause hatte Moriyasu scheinbar die richtigen Worte gefunden, denn seine Schützlinge begannen nach Wiederbeginn stark. Außerdem blieben Ayase Ueda sowie Yuto Nagatomo in der Kabine, dafür kamen Takuma Asano und Hiroki Ito in die Partie (46.). Nach rund einer Viertelstunde flachte diese Motivationsphase allerdings wieder ab und ein parierter Abschluss von Hidemasa Morita blieb das einzige Highlight.
Los Ticos ließen sich von den Bemühungen der Japaner nicht aus der Ruhe bringen und vermittelten den Eindruck, als wären sie mit dem Punktgewinn zufrieden. Danach fiel jedoch aus dem Nichts der Führungstreffer für das Team von Sánchez. Moritas Ballverlust vor dem eigenen Strafraum nahm Yeltsin Tejeda dankend an und leitete handlungsschnell zu Keysher Fuller weiter. Der Herediano-Profi nahm Maß und zirkelte die Kugel von rechts aus rund 15 Metern ins lange Eck – Gonda war noch dran, konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern (81.).
Japan drängte in der Folge auf den Ausgleich. Daichi Kamada hatte die Antwort auf dem Fuß, doch der Frankfurter schoss aus knapp elf Metern nach Vorlage von Kaoru Mitoma nur Navas an, der die Kugel im Nachfassen festhalten konnte (88.).
Costa Rica rettete den knappen Sieg über die Zeit. Japan hat es sich selbst zuzuschreiben, dass nichts Zählbares übrig blieb. Vor der Partie zwischen Deutschland und Spanien haben nun alle Mannschaften bis auf die DFB-Elf drei Punkte auf dem Konto – es ist wieder alles offen!

Die Stimmen zum Spiel:

Keysher Fuller (Costa Rica): "Wir wissen, was gegen Spanien passiert ist. Wir sind viel enger zusammengewachsen, weil es uns sehr wehgetan hat."
Luis Fernando Suarez (Trainer Costa Rica): "Wir leben noch, das ist das Wichtigste. Ich habe immer gesagt, dass wir noch nicht tot sind. Wir dürfen weiter träumen. Das Spiel am Donnerstag wird genau so hart wie das heutige. Hoffentlich zeigt meine Mannschaft auch da, wozu sie in der Lage ist."
Hajime Moriyasu (Trainer Japan): "Das Ergebnis hat heute leider nicht gestimmt, aber wir haben alles versucht. Costa Rica war in guter Form. Gegen Spanien wird es ein schwieriges Spiel. Wir haben aber die Chance, auch da zu gewinnen. Unser Plan war es von Anfang an, nach drei Spielen die nächste Runde zu erreichen. Daher hat sich nichts geändert."

Der Tweet zum Spiel:

Costa Ricas Trainer Luis Fernando Suárez weiß offensichtlich, wie man Emotionen versteckt. Während seine Mannschaft und die Fans das lang ersehnte 1:0 bejubelten, blieb seine Mimik komplett unverändert. Sogar manche Japan-Anhänger zeigten mehr Freude.

Das fiel auf: Asano und Ueda – zwei Welten

Ayase Ueda stand in der ersten Hälfte sinnbildlich für Japans Unvermögen vor dem gegnerischen Tor. Ohne einen einzigen Abschluss aufs Tor wurde der Stürmer von Cercle Brügge ausgewechselt. Mit Bochum-Knipser Asano änderte sich Japans Auftreten in der Offensive diametral. Bereits nach wenigen Augenblicken hatte der 28-Jährige einen Schuss und eine Hereingabe auf dem Konto. Auch die Passquote von 100% zu 58% spricht eine eindeutige Sprache.

Die Statistik: 1

Costa Rica erzielte mit dem ersten Torabschluss überhaupt bei der WM in Katar den Siegtreffer gegen Japan. Gnadenlose Effizienz.
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Quelle: Perform

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