WM 2022: Gianni Infantino könnte bis 2031 FIFA-Präsident bleiben - VErbands-Boss lobt Weltmeisterschaft in Katar

Gianni Infantino könnte bis 2031 FIFA-Präsident bleiben, da der Zeitraum zwischen 2016 bis 2019, in dem Infantino als Nachfolger des zurückgetretenen Joseph S. Blatter übernommen hatte, nicht als Amtszeit zähle. Das stellte der Weltverbands-Boss klar. Zuvor lobte der mächtigste Mann in der Fußball-Welt die WM 2022 in Katar ruderte bei einem möglichen Modus für das Mega-Turnier 2026 zurück.

Gianni Infantino

Fotocredit: Getty Images

Die wichtigste Botschaft des Tages ließ Gianni Infantino fast beiläufig fallen. Die Hochglanzbilder des Turniers flimmerten über die riesige Leinwand, der Weltverbands-Boss schwärmte natürlich erneut von "der besten WM aller Zeiten" in Katar, er heizte die Spekulationen um das Format des Mega-Events 2026 an - und verkündete zwischen all dem vergleichsweise kleinlaut: Ja, seine umstrittene Herrschaft im FIFA-Universum könne sich bis 2031 fortsetzen.
Bei den Beratungen im FIFA-Council sei am Freitag schließlich klargestellt worden, "dass ich mich in meiner ersten Amtszeit befinde", sagte der Schweizer bei seinem ersten Auftritt vor der versammelten Weltpresse seit dem bizarren Monolog vor 27 Tagen. Einstimmig sei entschieden worden, dass der Zeitraum zwischen 2016 bis 2019, in dem Infantino als Nachfolger des zurückgetretenen Joseph S. Blatter übernommen hatte, nicht als Amtszeit zähle.
Beim Kongress im März in Kigali/Ruanda startet Infantino damit höchstwahrscheinlich erst in seine zweite von maximal drei erlaubten Amtszeiten. Seine Wiederwahl gilt ohne Gegenkandidat als sicher - sehr zum Unmut des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Wie mehrere andere europäische Verbände hatte DFB-Boss Bernd Neuendorf betont, Infantino die Gefolgschaft verweigern zu wollen. Auswirkungen hat das keine.
Von der Kritik aus der westlichen Welt scheint Infantino unbeeindruckt. Erwartungsgemäß überschlug sich der FIFA-Boss mit Superlativen, als er sein Katar-Fazit zog. "Für mich war die WM ein unglaublicher Erfolg in allen Bereichen", schwärmte er. Der Fußball habe die Welt "vereint". Viele Menschen hätten die arabische Welt durch die WM entdeckt, "eine Welt, die sie nicht kannten - oder nur aus den Medien".

Infantino weicht unangenhemen Fragen aus

Es habe keinen einzigen negativen Vorfall gegeben, das sei "einzigartig", behauptete er. Dass zwei Arbeitsmigranten im Turnierverlauf im Zusammenhang mit der WM starben, dass katarische Sicherheitskräfte teilweise einen zweifelhaften Umgang mit Regenbogen-Symbolen und Solidaritätsaktionen für die Protestbewegung im Iran an den Tag legten, ließ Infantino unerwähnt.
In der "One Love"-Debatte verteidigte der Weltverbandsboss die FIFA-Position. Es gehe darum, "dass man die Regeln einhält. Auf dem Fußballplatz wird Fußball gespielt", sagte er. Es gebe unterschiedliche Kulturen und Sichtweisen, die FIFA müsse sich um jeden kümmern. Und: "Wir müssen all den Menschen in ihrem Leben einen Moment geben, in dem sie ihre Probleme vergessen und den Fußball genießen können."
Bei der Frage nach einem Entschädigungsfonds für Arbeitsmigranten, auf deren Rücken das Turnier aus Sicht vieler Kritiker möglich gemacht wurde, wich Infantino aus. Dabei erhöhten Menschenrechtsorganisationen in der Debatte kurz vor dem WM-Finale noch einmal den Druck, es drohe ein "Erbe der Ausbeutung und Schande", schrieb HRW. Norwegens Verbandspräsidentin Lise Klaveness forderte die vollständige Aufklärung der Todesfälle in Katar.

Infantino rudert bei WM 2026 zurück

Etwas deutlicher, aber noch ohne konkreten Plan äußerte sich Infantino zur Mega-WM 2026. Eigentlich, so die ursprüngliche Vorstellung, sollte in den USA, Mexiko und Kanada in 16 Dreiergruppen mit 48 Teams gespielt werden. Eine Kehrtwende hin zu Vierergruppen wird allerdings immer wahrscheinlicher.
"Nach dieser WM und dem Erfolg der Gruppen mit vier Mannschaften müssen wir das nochmal diskutieren", sagte der 52-Jährige: "Man wusste bis zur letzten Minute der Spiele nicht, wer weiterkommt. Das war unglaublich."
Zudem verkündete Infantino, dass das Council ein Rekordbudget von elf Milliarden Dollar (10,35 Milliarden Euro) für den Zyklus 2023 bis 2026 verabschiedet habe. Fakten schuf das FIFA-Gremium mit Blick auf die Klub-WM: Im kommenden Jahr soll das Turnier im alten Format in Marokko stattfinden, ab dem Jahr 2025 dann gar mit 32 Mannschaften ausgespielt werden. Eine Klub-WM für Frauen sei in Planung.
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(SID)
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Quelle: Perform

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