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WM 2022 - Katars Emir bezeichnet Kritik als Hetzkampagne: "Unsere Region leidet unter Diskrimierung"
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Publiziert 23/05/2022 um 19:33 GMT+2 Uhr
Weniger als ein halbes Jahr vor Beginn der Fußball-WM in Katar hat der Emir des umstrittenen Gastgeberlandes Kritik am Golf-Staat als eine beispiellose Hetzkampagne bezeichnet. "Es gibt immer noch Menschen, die die Vorstellung nicht akzeptieren können, dass ein arabisch-muslimisches Land ein Turnier wie die Fußball-WM ausrichtet", sagte Tamim bin Hamad Al-Thani beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
Tamim bin Hamad Al-Thani beim Weltwirtschaftsforum in Davos
Fotocredit: Getty Images
Tamim bin Hamad Al-Thani ergänzte: "Deswegen haben die Menschen Angriffe in einem noch nie da gewesenen Tempo gestartet."
Katars Staatsoberhaupt ging deswegen im Schweizer Nobelort am Montag vor einem hochrangigen Auditorium in die Offensive. "Seit Jahrzehnten leidet unsere Region unter solcher Diskriminierung. Ich habe gemerkt, dass diese Diskriminierung weitgehend darauf basiert, dass die Menschen und unsere Kritiker uns überhaupt nicht kennen und sich auch weigern, uns kennenzulernen", sagte Al-Thani.
Dabei sei sein Land, das Menschenrechtsorganisationen besonders wegen der Ausbeutung ausländischer Arbeitnehmer oder auch der Diskriminierung von Homosexuellen seit vielen Jahren an den Pranger stellen, wie jeder andere Staat: "Wir sind nicht perfekt, aber wir versuchen ständig, besser zu werden, und sind voller Hoffnung auf eine glanzvolle Zukunft."
Der Emir beschrieb Katar sogar entgegen der Wahrnehmung des Wüstenstaates in weiten Teilen der Welt als weltoffen und reformfreudig. "Wir sind", sagte der katarische Staatschef, "sehr stolz auf die Entwicklungen, Reformen und Fortschritte, die wir gemacht haben. Wir sind aber auch sehr dankbar für das Rampenlicht der Öffentlichkeit, in das wir durch die Fußball-WM gekommen sind und das uns inspiriert hat, einen solchen Wandel in Lichtgeschwindigkeit zu vollziehen."
WM 2022: Amnesty International fordert Entschädigung von entrechteten Arbeitsmigranten
Katar steht seit dem Zuschlag für die WM vor fast zwölf Jahren vor allem wegen seiner unzureichenden Menschenrechtspolitik in der Kritik. Erst in der vergangenen Woche hatte Amnesty International zusammen mit internationalen Gewerkschaften und Fan-Organisationen von Katar und dem Fußball-Weltverband FIFA die Auflage eines 440-Millionen-Dollar-Programms zur Entschädigung von entrechteten Arbeitsmigranten gefordert.
Mehrere WM-Teilnehmer wie die deutsche Nationalmannschaft hatten im Laufe der WM-Qualifikation mit öffentlichen Appellen zur Einhaltung von Menschenrechten auf die problematische Situation in Katar hingewiesen.
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(SID)
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