WM 2026: Argentinien überzeugt mit Kadertiefe, klarer Spielidee und Magier Lionel Messi - Titelverteidiger im Flow

Argentinien überzeugt bei der WM 2026 nach einer souveränen Gruppenphase nicht nur mit Tiefe im Kader, sondern auch mit einer klaren Spielidee und beeindruckender Stabilität. Selbst Rotation im großen Stil bringt den Titelverteidiger nicht aus dem Rhythmus. Mit Lionel Messi als kreativem Fixpunkt untermauerte die "Albiceleste" ihren Anspruch auf den vierten Weltmeister-Stern eindrucksvoll.

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Quelle: Perform

Argentinien leistete sich gegen Jordanien (3:1) den Luxus, mitten im WM-Turnier Experimente zu wagen. Trainer Lionel Scaloni veränderte seine Startelf im letzten Gruppenspiel auf neun Positionen.
Mit Giuliano Simeone, Marcos Senesi, Valentín Barco, José Manuel López und Giovani Lo Celso feierten gleich fünf Spieler ihr Debüt bei einer Weltmeisterschaft. "Wir haben alle Spieler eingesetzt. Das war ein Ziel, das wir uns immer gesetzt haben, denn jeder verdient es, nicht nur zu einer WM zu kommen, sondern auch dort zu spielen", begründete Scaloni seine Maßnahme.
Als bereits feststehender Gruppensieger mag es dem Coach leicht gefallen sein, seinen Kader auch bis in den hintersten Winkel zufriedenzustellen. Den Rhythmus einer funktionierenden Mannschaft im großen Stil zu unterbrechen, birgt aber immer eine gewisse Gefahr.
Nicht so beim Titelverteidiger. Argentinien zeigte, dass auch der zweite Anzug perfekt sitzt. Zwar kassierte die Albiceleste das erste Gegentor bei dieser WM, an ihrem Status, sich zu einem der absoluten Topfavoriten auf den Titel gemausert zu haben, gibt es jedoch keinen Zweifel.

Argentinien passt selbst die Arbeitskleidung

Argentinien holte neun von neun möglichen Punkten und hat hinter Frankreich die zweitbeste Tordifferenz. "Die Bilanz nach drei Siegen ist natürlich positiv. Ich habe keine Ahnung von der Punktzahl, das war noch nie mein Ding, aber wir können sagen, dass es gut läuft", sagte Scaloni.
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Scaloni über Messi-Rekord: "Weiß nicht, ob Worte dafür ausreichen"

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Argentinien gefällt als eingespieltes Gesamtpaket. Taktisch ist Scalonis Ansatz klar erkennbar: Ein hybrides System zwischen 4‑3‑3 und 4‑4‑2, das Spielkontrolle mit Umschaltstärke verbindet. Das Team kann Spiele diktieren, aber auch situativ tief stehen und dann über Julian Álvarez oder Lautaro Martínez kontern.
Hinter Spanien spielte Argentinien in der Vorrunde die meisten Pässe, Leandro Paredes kam gegen Jordanien auf 154 - der höchste Wert eines Spielers bei Weltmeisterschaften seit 1966.
Wenn es die Situation erfordert - etwa in der Zweikampfführung oder bei der Rückwärtsbewegung - ist die Mannschaft aber auch in der Lage, "die Arbeitskleidung anzuziehen", wie Scaloni es ausdrückte.

Scaloni mahnt: "Nicht den Kopf verdrehen lassen"

Seit 2018 ist der 48-Jährige Cheftrainer der Albiceleste und in dieser Zeit von Titel zu Titel geeilt: Copa-América-Sieger 2021 und 2024, Weltmeister 2022. Die Spieler schätzen seine Ansprachen, Scaloni ist einer, der offenbar immer den richtigen Ton trifft.
Euphorie oder gar Überheblichkeit sind in seinem Wortschatz nicht zu finden, Scaloni lässt auch hinter verschlossenen Türen stets Besonnenheit walten. "Man darf sich nicht den Kopf verdrehen lassen. Dieses Trikot bedeutet immer, alles zu geben, Leistung zu bringen und zu versuchen, zu gewinnen. Die Spieler haben den Kampfgeist in sich, und so wird es bleiben, solange ich da bin”, erklärte er.
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Lionel Scaloni gewann mit Argentinien schon drei große Titel

Fotocredit: Getty Images

Scalonis Stil zieht sich durch die gesamte Mannschaft - als stabilisierender Faktor in einem Turnier, das oft von Momenten und Emotionen entschieden wird. Genau darin liegt die große Stärke der Argentinier: im Kollektiv, in der Klarheit ihres Spiels, im Vertrauen in die eigene Struktur.

Messi macht aus Stabilität Magie

Und doch gibt es in diesem Gefüge weiterhin jenen Spieler, der aus Stabilität Magie machen kann: Lionel Messi. Auch mit 39 Jahren ist "la Pulga" (der Floh) kreativer Kopf, Unterschiedsspieler und Garant für die besonderen Augenblicke, die Titel entscheiden können.
Messi hat mit nunmehr 19 Toren den WM-Torrekord von Miroslav Klose (16) pulverisiert und avancierte zum ersten Spieler, der in sieben aufeinanderfolgenden WM-Spielen traf. Sein Einfluss geht aber weit über Zahlen hinaus. Messi ist das emotionale Zentrum dieser Mannschaft, Orientierungspunkt in Drucksituationen und der Spieler, dem die Kollegen instinktiv vertrauen.
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Fußball: Lionel Messi jubelt bei der WM 2026 im Trikot der argentinischen Nationalmannschaft

Fotocredit: Getty Images

Bislang ist es erst zwei Nationen gelungen, den WM-Titel erfolgreich zu verteidigen: Italien 1934 und 1938 sowie Brasilien 1958 und 1962. Argentinien hat alle Voraussetzungen, in diese illustre Phalanx vorzustoßen, zumal der Weg dorthin in den nächsten drei Runden vermeintlich einfach ist.
Im Sechzehntelfinale heißt der Gegner Kap Verde (4. Juli ab 00:00 Uhr im Liveticker), in einem möglichen Achtelfinale wartet Australien oder Ägypten. Und im Viertelfinale würde Argentinien auf die Schweiz, Algerien, Kolumbien oder Ghana treffen. Erst in der Runde der letzten Vier könnte es die Albiceleste mit einem Schwergewicht (Brasilien oder England) zu tun bekommen.
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Quelle: MagentaTV


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