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WM 2026: Bald-Bundestrainer Klopp vor Mission Neuaufbau auf den Spuren von Weltmeister Spanien? - "Hat ewig gedauert"
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Publiziert 21/07/2026 um 13:02 GMT+2 Uhr
Der Weltmeister als Vorbild? Vor Jürgen Klopps Amtsantritt als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft tobt ein Richtungsstreit zum Wie des DFB-Neustarts. Sämtliche Experten schwärmten nach dem gewonnenen WM-Finale von der Spielweise der frisch gebackenenen Weltmeister aus Spanien und forderten den Fokus auf das Formen einer eigenen Spielidentität beim DFB-Team.
Spanien ist Weltmeister - die Statistiken zum WM-Sieg
Quelle: Perform
Vielleicht sollte Jürgen Klopp vor seiner Mission Neuaufbau mal bei Joachim Löw durchklingeln. "Die Spanier", sagte der Weltmeister-Trainer von 2014 schon vor der WM über seinen ewigen Topfavoriten, "haben eine hohe Schule der Technik, der Taktik, die verstehen das Spiel super. Sie können gegen jede Mannschaft dominieren. Sie sind der Chef auf dem Platz." Kämpfen könne jeder, betonte Löw, "wenn man Titel gewinnen will, muss man spielerisch dominant sein, spielerisch Akzente setzen können". Wie Spanien sein.
Jetzt, einen Monat nach Löws prophetischen Sätzen, thront die Furia Roja als feuerspeiendes Ungeheuer auf dem eisernen Fußballthron. Zu ihren Füßen liegt der zerschmetterte Ex-Weltmeister Argentinien mit dem weinenden Lionel Messi im Staub, liegen Frankreichs entzauberte Individualisten - und ein deutscher Ritter der traurigen Gestalt mit böse zerbeulter Vier-Sterne-Rüstung. Mit der Stimme von Lothar Matthäus ruft er: Ich will sein wie die alles verschlingende Furie!
"Von Spanien", meint Über-Experte Matthäus, "kann sich auch Deutschland einiges abschauen." So viel besser seien die Spanier individuell gar nicht als ein Florian Wirtz oder Kai Havertz, doch sie würden "nicht verhätschelt und richtig geführt". Auftritt Jürgen Klopp.
Der Bald-Bundestrainer schimpfte am Rande des WM-Finals, Vergleiche mit dem neuen Weltmeister seien völlig abwegig. "Es hat ewig gedauert, bis die Spanier so aussehen, wie sie heute aussehen." Aber ja: "Das Wundervolle" an der Selección sei doch, dass sie "tatsächlich eine Mischung aus Talent und klarer Spielidee" sei. Und das ließe sich schon kopieren.
Experten schwärmen von Spanien - Vorbild für DFB-Team?
Nur wie? "Die Spielanlage ist so dominant, sie betreiben enorm viel Aufwand, haben so viel Fleiß und spielen mit Herz, mit Technik, mit allem", schwärmte Löw-Schüler Thomas Müller und ließ erahnen, dass das Kopieren doch nicht ganz so einfach wird.
Oder, Herr Löw? Der 66-Jährige baute die DFB-Elf spätestens nach dem gegen Spaniens erste goldene Generation verlorenen EM-Finale 2008 nach iberischem Vorbild neu auf. Einer seiner Leitsätze dabei, den er erst kürzlich wiederholte: "Wer Weltklasse sein will, der muss mit dem Ball denken, nicht gegen den Ball." Kratzen, kämpfen, beißen? Das Gerede von den "deutschen Tugenden" sei "zu billig und populistisch", ergänzte Löw und sprach von "Kampfparolen" aus der Mottenkiste, diese Basis bringe jeder mit. Es brauche: "Taktische Lösungen und spielerische Elemente".
Spanien hat sie, betont Ilkay Gündogan. Es sei "in Zeiten des modernen Hyperindividualismus" der Messis, Mbappés, Kanes und Haalands "fast revolutionär", aber Spanien besitze "einen echten Plan. Eine richtige Struktur", sagt der frühere DFB-Kapitän. Das beweise, dass Fußball "immer noch ein Mannschaftssport" sei. Hinzu komme eine in der spanischen Kicker-DNA "tief verankerte" Spielidee, an der sich jeder jederzeit festhalten könne. Dann siege Struktur über "individuelle Genialität".
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Lamine Yamal gehört zu den Vorzeigespielern von WM-Sieger Spanien
Fotocredit: Getty Images
Auf dieses "Selbstverständnis", auch für Siege, blickte schon Julian Nagelsmann neidvoll. Und doch gibt es Mahner, die Klopp raten, einen eigenen Weg zu gehen. "Ich wäre vorsichtig damit, Spanien als Vorbild für Deutschland hinzustellen", sagt Leverkusens Klubboss Fernando Carro, geboren in Barcelona, und betont: "Jede Fußballnation hat ihre eigenen Stärken und Schwächen."
Auch Philipp Lahm, Löws Weltmeister-Kapitän, meint: "Wir sind nicht die Spanier, nicht die Franzosen, nicht die Argentinier. Wir haben eigene Qualitäten. Defensive Ordnung, robustes Spiel, dann angreifen - das hat uns als Nationalmannschaft immer ausgezeichnet. Dazu sollten wir zurückkehren." Auch Lahms Nummer dürfte Klopp haben.
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(SID)
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Quelle: SNTV
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