Eurosport
WM: Belgien feiert irres Comeback gegen den Senegal - Rote Teufel holen 0:2 auf und treffen in 120.+6 Minute zum Sieg
Von
Update 02/07/2026 um 10:14 GMT+2 Uhr
Belgien hat ein irres Sechzehntelfinale bei der WM 2026 gegen den Senegal 3:2 (0:1, 2:2) nach Verlängerung gewonnen. Die Afrikaner wirkten nach dem 2:0 durch Habib Diarra (25.) und Ismaila Sarr (51.) schon wie die sicheren Sieger, doch die Roten Teufel glichen binnen drei Minuten durch Romelu Lukaku (86.) und Youri Tielemans (89.) aus. Tielemans traf per Elfmeter last minute zum Sieg (120.+6).
Tielemans und Courtois feiern Belgiens Comeback-Sieg gegen Senegal
Quelle: Perform
Belgiens "alte Herren" dürfen dank einer unwirklichen Willensleistung weiter vom Abschied durch das große Tor träumen.
Die Mannschaft um Edel-Joker Romelu Lukaku und Kapitän Youri Tielemans drehte am Mittwoch in Seattle in einer verrückten Schlussphase einen Zwei-Tore-Rückstand gegen den Senegal und zog dank des wilden 3:2 nach Verlängerung (2:2, 0:1) doch noch ins Achtelfinale der WM in Nordamerika ein.
Das "wohl verrückteste Comeback der belgischen Fußballgeschichte", titelte "Nieuwsblad". "Wir haben Kampfgeist gezeigt, wir hatten wirklich Eier, die braucht man für so ein Spiel", sagte Lukaku im Anschluss.
Nur wenige Momente vor einem drohenden Elfmeterschießen verwandelte Tielemans einen nach VAR-Eingriff verhängten Strafstoß (120.+6) und schoss die Roten Teufel damit endgültig von der Hölle in den Himmel.
Zuvor hatten der eingewechselte Lukaku (86.) und Tielemans (89.) in einer aberwitzigen Schlussphase der regulären Spielzeit ein längst verloren geglaubtes Spiel aus dem Feuer gerissen. Lukaku traf nach Flanke von rechts in Mittelstürmermanier, Tielemans profitierte nach einer Verzweiflungsflanke im Luftduell von einem Blackout des senegalesischen Ersatzkeepers Mory Diaw.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/07/02/image-43aaae18-086c-4521-bdaa-23d1fe4e0942-85-2560-1440.jpeg)
Belgien-Coach Garcia: "Es dreht sich alles um Emotionen"
Quelle: Perform
Camara trifft Tielemans im Strafraum
Kurz vor Ende der ereignisarmen Verlängerung traf Lamine Camara dann Tielemans im Strafraum hinten an der Achillessehne. Schiedsrichter Said Martínez aus Honduras entschied nach Ansicht der Videobilder zu Recht auf Strafstoß. Der Kapitän verwandelte sicher.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/07/01/image-77291cf8-f529-4a6e-82e4-06e56b8456e6.jpeg)
Lamine Camara (r./Senegal) foulte Youri Tielemans (Belgien) elfmeterwürdig
Fotocredit: Getty Images
"Wir haben Kampfgeist gezeigt, wir hatten wirklich Eier", sagte Lukaku. "Wir hatten das zunächst wirklich nicht, wir waren hinten. Aber am Ende haben wir Charkter gezeigt." Das lag auch an den Wechseln von Trainer Rudi Garcia. "Im Fußball ist alles möglich, wenn man daran glaubt. Die Stärke dieser Mannschaft sind die Jungs auf der Bank, denn mit nur elf Spielern kann man kein Ergebnis erzielen", sagte er.
85 Minuten lang hatten die Belgier abermals enttäuscht, dann waren sie plötzlich wie ausgetauscht. Im Achtelfinale treffen sie nun am 7. Juli (2:00 Uhr im Liveticker) erneut in Seattle auf Co-Gastgeber USA oder Bosnien und Herzegowina.
Der Senegal, der nach den Treffern von Habib Diarra (25.) und Ismaila Sarr (51.) schon wie der sichere Sieger aussah, verpasste denkbar unglücklich den zweiten K.o.-Sieg seiner WM-Geschichte. 2002 waren die Afrikaner bei ihrer Premiere bis ins Viertelfinale vorgestoßen.
Das Turnier in Nordamerika dürfte auch das letzte von Anführer Sadio Mané gewesen sein.
Belgien enttäuscht lange Zeit
Nach dem überzeugenden 5:1 im Vorrundenfinale gegen Neuseeland war die zuvor laute Kritik an Belgiens Mannschaft zunächst verstummt. "Das ist es, was die alten Herren Belgiens draufhaben", hatte Trainer Rudi Garcia großspurig betont.
Der Auftritt gegen den Senegal erinnerte dann aber lang Zeit eher an die enttäuschenden Leistungen zum WM-Auftakt.
Immer wieder kombinierte sich der Senegal, der sich erst durch ein 5:0 am letzten Spieltag gegen den Irak noch für die K.o.-Runde qualifiziert hatte, vor allem über die Flügel ins letzte Drittel - und zur Führung.
Senegal-Torhüter Mendy fehlt verletzt
Zwar stolperte Sarr (13.) den Ball nach einem Fehler von Belgiens Keeper Thibaut Courtois zunächst noch an den Pfosten. Als sein Kopfball rund zehn Minuten später dann erneut am Aluminium landete, war aber Diarra zur Stelle.
Erst danach kam Belgien langsam besser ins Spiel - auch, weil der Senegal sich vorerst auf die Abwehrarbeit konzentrierte.
Torwart Mory Diaw, der erneut den verletzten Edouard Mendy ersetzte, hatte mit den seltenen belgischen Abschlüssen jedoch keine großen Probleme.
Tielemans und Trossard beschimpfen sich
Garcia reagierte zur Halbzeit und brachte Lukaku ins Spiel, doch erneut wurde Belgien kalt erwischt. Zwar vergab Diarra (51.) die große Chance auf seinen Doppelpack, doch sei's drum: Einen langen Ball von Moussa Niakhaté verarbeitete Sarr exzellent, Courtois hatte gegen den wuchtigen Abschluss des Stürmers keine Chance.
Bei Belgien lagen die Nerven nun blank: Bei der Trinkpause lieferten sich Kapitän Tielemans und Leandro Trossard ein Wortgefecht. Vielleicht der entscheidende Weckruf?!
Gut 20 Minuten später war Belgien jedenfalls durch Lukaku wieder im Spiel. Eine Trossard-Flanke fand kurz darauf Tielemans - 2:2. Der Rest war dem Kapitän eine halbe Stunde später vom Punkt überlassen.
Das könnte Dich auch interessieren: Klopp huldigt Kane: "Habe ich so noch nie gesehen"
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/07/01/image-fc9570f5-2997-4e8a-8a90-075c7c0e115c-85-2560-1440.png)
Kane nach Doppelpack gegen DR Kongo: "Das war ein verrücktes Spiel"
Quelle: MagentaTV
Ähnliche Themen
Ergebnisse
Belgien
/images.sports.gracenote.com/images/lib/basic/geo/country/flag/large/2205.png)
3
2
Senegal
/images.sports.gracenote.com/images/lib/basic/geo/country/flag/large/4375.png)
Kommentar
Werbung
Werbung