WM 2026: Fliegt Brasilien zum sechsten Titel? Seleção um Neymar, Vinícius und Co. mit mehr Show und Drama als Chance

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Fünf Sterne zieren das Trikot der brasilianischen Nationalmannschaft, bei der Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, Mexiko und den USA will die Seleção die 24-jährige Durststrecke beenden und zum sechsten Mal die WM-Trophäe erobern. Namen wie Neymar Jr. und Vinícius versprechen großes Spektakel, doch die Geschichte zeigt: Brasilien steht sich nur zu oft selbst im Weg. Drama scheint vorprogrammiert.

Emotionale Szenen nach WM-Nominierung: Neymar in Tränen aufgelöst

Quelle: Perform

Gerade im Fußball sorgen Emotionen nur allzu häufig für Augenwischerei - das war vor allem im Fall von der brasilianischen Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren immer wieder der Fall.
Im Vorfeld der WM 2026 verhielt es sich bei nicht anders: Die Nominierung des Kaders durch Trainer Carlo Ancelotti wurde theatralisch inszeniert, die einzelnen Spieler wurden während der Pressekonferenz im Kreise ihrer Liebsten gefilmt - und die tränenreichen Clips landeten natürlich in den Sozialen Medien.
Namen wie Neymar, Vinícius Júnior, Marquinhos oder Raphinha lassen die brasilianischen Fans vom sechsten WM-Titel träumen. Die Ausgangslage ist vor dem Auftakt gegen Marokko in Gruppe C (Sonntag, ab 0:00 Uhr im Liveticker) jedoch alles andere als vielversprechend.
Und der größte Gegner der Seleção ist wieder einmal sie selbst.

Brasilien - der Schlüsselspieler: Vinícius löst Neymar ab

Ob auf oder neben dem Rasen: Das Rampenlicht ist für Neymar reserviert. Der 34-jährige Superstar zieht die Massen am Zuckerhut nach wie vor in seinen Bann, aufgrund seiner langen Ausfallzeit und kaum vorhandenen Spielpraxis - 15 Pflichtspiele in der Saison 2025/26 - müssen aber andere für die sportlichen Höhepunkte sorgen.
Diese Rolle ist perfekt auf Vinícius zugeschnitten. Für Real Madrid kam er in der vergangenen Spielzeit in 53 Pflichtspielen auf 22 Tore und 14 Vorlagen.
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Vinícius Júnior soll die WM 2026 für Brasilien prägen

Fotocredit: Getty Images

Doch ausgerechnet im Trikot seines Heimatlandes konnte der 25-jährige Flügelstürmer seine Qualitäten bislang noch nie richtig unter Beweis stellen. Neun Tore und neun Vorlagen in 49 Länderspielen sind nicht unterirdisch, in den entscheidenden Momenten tauchte der Superstar aber regelmäßig ab.
Wenn jemand den FIFA-Weltfußballer von 2024 zu Höchstleistungen treiben kann, ist es Ancelotti. Die beiden arbeiteten bereits in Madrid erfolgreich zusammen. Der italienische Startrainer weiß, welche Knöpfe er bei seinem Schützling drücken muss, um ihn zu einem der Protagonisten der WM aufsteigen zu lassen.

Brasilien - der Hoffnungsträger: Nutzt Endrick seine Chance?

Den letzten WM-Test gegen Ägypten hat Brasilien nur mit Mühe gewonnen (2:1). Den entscheidenden Punch setzte mit Endrick ein Jungstar, der seine erste Weltmeisterschaft für die Seleção spielt.
Seit seiner Leihe zu Olympique Lyon im vergangenen Januar stellt der zuvor bei Real Madrid im Star-Trubel untergegangene 19-Jährige seine Qualitäten wieder regelmäßig unter Beweis. Acht Tore und acht Vorlagen in 24 Spielen sprechen für den aufstrebenden Mittelstürmer.
"Endrick besitzt ganz besondere Qualitäten", schwärmte Ancelotti über den Teenager. "Er ist stark, positioniert sich im Strafraum sehr gut und hat Tore erzielt. Er ist ein wichtiger Spieler für uns und muss sich weiterentwickeln."
In den beiden WM-Tests gegen Ägypten und Panama (6:2) stand Endrick jeweils 45 Minuten auf dem Platz, in Nordamerika dürfte ihm die Joker-Rolle zuteilwerden. Angesichts der fünf möglichen Auswechslungen und der Breite des brasilianischen Kaders dürfte der junge Knipser nicht zu kurz kommen.
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Endrick und Danilo feiern in einem Testspiel für die WM 2026

Fotocredit: Getty Images

Brasilien - die Stärke: Flexibilität so weit das Auge reicht

Das Erarbeiten von Chancen und das Erzielen von Toren dürfte kaum ein Problem darstellen. Nur wenige Mannschaften können eine noch stärkere Auswahl an so spielfreudigen Offensivtalenten vorweisen. Raphinha, Gabriel Martinelli, Endrick, Luiz Henrique oder auch Matheus Cunha sind flexibel einsetzbar und können jede Defensive vor Probleme stellen.
Hinzu kommt eine ausgewogene Mannschaftsstruktur. Die Rückkehr von Casemiro hat dem Mittelfeld zusätzliche Stabilität verliehen, während die Innenverteidigung mit Marquinhos und Gabriel top besetzt ist. Die Verletzung von Rechtsverteidiger Wesley stellte dahingehend einen bitteren Rückschlag dar.
Ein weiterer Trumpf wäre eigentlich auch der Cheftrainer: Ancelotti hat in seiner jahrzehntelangen Karriere bewiesen, dass er Starspieler zu einer Einheit formen kann. Brasilien stellt da aber eine Mammutaufgabe dar.

Brasilien - die Schwäche: Mehr Drama als Fußball

Emotionen gehören zum Fußball - bei Brasilien nahmen diese in den vergangenen Jahren jedoch Überhand.
Seit der WM 2014, bei welcher die Seleção für alle Welt sichtbar an der Last der enormen Erwartungshaltung in der Heimat zerbrochen ist, fielen Neymar und Co. bei den großen Turnieren vermehrt durch Gefühle, Tränen und Show auf als mit echten Titelambitionen.
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Die Nominierung von Neymar warf viele Fragen

Fotocredit: Getty Images

Allein die Nominierung von Neymar warf viele Fragen auf: Sportlich war die Mitnahme des Offensivmanns des FC Santos nicht zu rechtfertigen, vielmehr folgte Ancelotti dem Wunsch einer ganzen Nation. Es wäre nicht auszumalen gewesen, was für eine Welle der Empörung eine Nichtberücksichtigung Neymars ausgelöst hätte.
Im Gegensatz zu seinen bisherigen Stationen, bei welchen er "nur" die divenhaften Angewohnheiten von Superstars bändigen musste, bekommt es Ancelotti nun mit der Urgewalt der brasilianischen Gefühlswelt zu tun.
Kassiert der fünfmalige Weltmeister den ersten Rückschlag, gilt es Ruhe zu bewahren - und das ist bei einer Nation, die den goldenen Zeiten mit Ronaldo, Ronaldinho, Roberto Carlos und Kaká hinterher trauert, leichter gesagt als getan.

Brasilien - die Story: So schlecht wie noch nie

Das führt uns zur Ausgangslage der Seleção - und diese könnte kaum ernüchternder sein. Hätte der Weltfußballverband FIFA die WM nicht auf 48 Mannschaften aufgestockt, hätte Brasilien als Fünftplatzierter der Qualifikation den Gang in das interkontinentale Playoff gegen Surinam und den Irak antreten müssen.
Acht Siege in 18 Spielen waren ein Armutszeugnis für brasilianische Verhältnisse, darüber hinaus kassierte keine südamerikanische mehr Niederlagen als die Fußball-Großmacht (sechs). Zum Vergleich: In den vorangegangenen 20 Jahren musste Brasilien in der Qualifikation insgesamt nur fünf Pleiten hinnehmen.
Zudem geht die Seleção als Sechster der FIFA-Weltrangliste in das Turnier. Eine schlechtere Platzierung belegte sie zum WM-Auftakt noch nie. Dass Brasilien mit dem sechst-ältesten Kader der Weltmeisterschaft anreist (29 Jahre und 74 Tage), wird zwiegespalten betrachtet.

WM 2026 - die Prognose: Brasilien muss weiter träumen

Der Name Brasilien sorgt noch immer automatisch für Ehrfurcht, die sportliche Realität zeichnet jedoch ein deutlich nüchterneres Bild. Die Seleção verfügt zwar über herausragende Einzelspieler und genügend offensive Qualität, um die Gruppenphase zu überstehen, gehört aber nicht zum engsten Favoritenkreis auf den Titel.
Vor allem gegen die Topnationen könnte sich zeigen, dass Brasilien trotz aller individuellen Klasse noch keine gefestigte Mannschaft ist. Die Erwartungshaltung im eigenen Land bleibt enorm, während die Verpflichtung von Ancelotti die strukturellen Probleme nicht über Nacht verschwinden lässt.
Kommt es im Turnierverlauf zu Rückschlägen, wird entscheidend sein, wie die Mannschaft mit dem Druck umgeht - genau daran ist sie bei vergangenen Weltmeisterschaften immer wieder gescheitert.
Eurosport-Einschätzung: Aus im Viertelfinale.
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Wird Neymar rechtzeitig fit? MRT soll Aufschluss geben

Quelle: Perform


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