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WM 2026: Brasilien und Marokko machen bei Remis zum Auftakt von Gruppe C Lust auf mehr - 3 Dinge, die auffielen
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Update 14/06/2026 um 11:40 GMT+2 Uhr
Brasilien kommt beim WM-Auftakt zunächst überhaupt nicht klar, kann sich aber auf seinen Superstar Vinícius Júnior und seinen Trainerfuchs Carlo Ancelotti verlassen. Marokko begeistert in der Anfangsphase mit modernem Tempofußball und hat mit einem 18-Jährigen den überragenden Spieler in seinen Reihen. Ein Spiel, das schon jetzt Lust auf die Top-Duelle dieser WM macht. Drei Dinge, die auffielen.
Ancelotti: "Mannschaft war ein bisschen nervös"
Quelle: Perform
Von Andreas Lehner
Brasilien und Marokko haben sich zum Auftakt der Gruppe C bei der WM 2026 1:1 (1:1) getrennt. In einer sehr schwungvollen ersten Halbzeit brachte Ismael Saibari den Afrika-Cup-Sieger verdient in Führung (21.). Brasiliens Superstar Vinícius Júnior glich noch vor dem Seitenwechsel mit einer sehenswerten Einzelaktion aus (32.).
Das hohe Niveau der ersten 45 Minuten konnte die Partie im zweiten Durchgang nicht halten, was auch mit einer taktischen Anpassung von Brasiliens Trainer Carlos Ancelotti zu tun hatte.
Für ein personelles Problem wird er ebenfalls noch eine Lösung finden müssen. Ins Rampenlicht spielte sich dagegen Marokkos 18-jähriger Ayyoub Bouaddi.
Drei Dinge, die uns beim WM-Gruppenspiel zwischen Brasilien und Marokko auffielen.
1. Das Hallo-Wach-Spiel dieser WM
Es hatte sich schon eine gewisse freudige Erwartungshaltung aufgebaut zu diesem Spiel. Bis auf die überzeugende Leistung der USA hatte die WM bisher zu viele müde und qualitativ schwache Kicks im Angebot. Das Eröffnungsspiel von Mexiko gegen Südafrika zum Beispiel oder auch das Remis der Schweiz gegen Katar.
Beim Duell das Rekordweltmeisters gegen den Afrika-Cup-Sieger zeigte das Turnier aber erstmals, wie der Fußball aussehen kann, wenn zwei Teams mit technischen Fertigkeiten, taktischem Geschick und hoher individueller Qualität aufeinandertreffen.
Die Anfangsphase gehörte klar den Marokkanern. Die Nordafrikaner agierten mutig, attackierten Brasilien früh und hatten viel Struktur mit Ball sowie einen klaren Plan im Umschaltspiel. Die Führung durch einen schnell vorgetragenen Angriff mit einem fantastischen Steilpass von Brahim Diaz und einem feinen Abschluss von Ismael Saibari war die logische Konsequenz.
Brasilien hatte mit dem Tempo und der Aggressivität der Marokkaner sichtlich Probleme, konnte sich anfangs spielerisch kaum befreien. Dennoch: Brasiliens Superstars Vinícius Júnior und Raphinha verbreiteten auch in dieser Phase den Eindruck, dass sie Marokko mit Einzelaktionen jederzeit wehtun können. Und so kam es dann auch zum Ausgleich durch ein klassisches Vinícius-Júnior-Tor: links im Strafraum im Eins-gegen-eins am Verteidiger vorbei und mit rechts ins lange Eck.
Die zweite Hälfte konnte zwar nicht ganz an das Niveau der ersten anknüpfen - beide Teams neutralisierten sich weitgehend -, bot aber immer noch eine andere Intensität als die bisherigen Partien. Am Ende stand ein Spiel, das Lust auf mehr machte.
2. Brasilien wie Reals Ancelotti – mit einem Mangel
1994 Romario, 2002 Ronaldo: Die letzten beiden WM-Titel der Brasilianer sind eng mit den Namen ihrer damaligen Mittelstürmer verbunden. Die ersten drei Titelgewinne tragen ohnehin Pelés Stempel.
Einen Weltklasse-Stürmer dieses Rangs sucht man in Brasiliens Kader aber schon seit einigen Jahren vergeblich. Auch dieses Turnieraufgebot bietet Ancelotti nur international mittelmäßige Optionen. Der von Beginn an aufgestellte Igor Thiago (FC Brentford) hatte zwei gute Möglichkeiten, vergab beide aber kläglich.
Für die Tore werden also andere sorgen müssen. Raphinha möglicherweise, der nach Igor Thiagos Auswechslung und der Hereinnahme von Luiz Henrique und Matheus Cunha (Rückennummer 9) ins Sturmzentrum rückte. Allen voran aber Vinícius Júnior, der ja auch schon unter Ancelotti bei Real Madrid seine beste Zeit erlebte.
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Hummels über Brasilien vs. Marokko: "Relativ diszipliniert gemacht"
Quelle: MagentaTV
Überhaupt könnte Ancelottis Real als Blaupause für dieses Brasilien dienen. Nach den Problemen zu Beginn stellte der Italiener von 4-4-2 auf 4-3-3 um. Seine Mannschaft bekam die Partie sofort besser unter Kontrolle und beruhigte das Spiel, was ihr auch deutlich mehr entgegenkam als der Tempofußball der Marokkaner am Anfang. Immerhin schickte Ancelotti mit 29 Jahren und 235 Tagen die älteste brasilianische Startelf seit dem WM-Viertelfinale 2006 gegen Frankreich aufs Feld.
Kein Wunder, dass Ancelotti hinterher feststellte: "Es war ein schwieriges Spiel gegen eine gute Mannschaft. Die zweite Halbzeit fand ich besser als die erste."
3. Marokko spielt mit im Konzert der Großen
Als amtierender Afrika-Cup-Champion und Halbfinalist der WM 2022 zählte Marokko schon vor Turnierbeginn zu den Geheimfavoriten, wobei man das ohnehin fragwürdige Wörtchen "geheim" nach diesem Spiel getrost streichen darf. Marokko spielt mit im Konzert der Großen und im Kreis der Favoriten.
Wie zu erwarten, führten der stürmende Rechtsverteidiger Achraf Hakimi (PSG) und Real Madrids Brahim Diaz bei den Offensivaktionen der Nordafrikaner Regie. Mit Erfolg: In der ersten Halbzeit brachte es Marokko auf zwölf Abschlüsse und elf Ballaktionen im gegnerischen Strafraum.
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Ayyoub Bouaddi (l.) im Zweikampf mit Vinícius Júnior
Fotocredit: Getty Images
Der Chef auf dem Platz war aber ein 18-Jähriger: Ayyoub Bouaddi. Der Mittelfeldspieler vom OSC Lille könnte zur Entdeckung dieses Turniers werden. Bouaddi strahlte eine ungeheure Präsenz aus, spulte die meisten Kilometer ab (11,68), hatte gute Balleroberungen, die meisten Ballaktionen seines Teams (86) und brachte 91 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler.
Falls es noch eines finalen Beweises seiner Fähigkeiten bedurfte, ließ er in der letzten Aktion des Spiels nach 100 Minuten Raphinha mit einem Haken im eigenen Strafraum ins Leere laufen. Auch "Magenta"-Experte Mats Hummels zeigte sich begeistert von der Leistung des 18-Jährigen: "Er ist ruhig geblieben, aktiv geblieben. Das ist ein ganz großes Qualitätskriterium für einen Mittelfeldspieler."
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