WM - Cristiano Ronaldo trifft gegen Usbekistan doppelt für Portugal: Jetzt ist auch der Boss im Turnier angekommen
VonThomas Gaber
Update 24/06/2026 um 01:12 GMT+2 Uhr
Ob Lionel Messi, Kylian Mbappé, Erling Haaland oder Harry Kane - die Offensiv-Superstars der WM 2026 lieferten gleich im ersten Spiel ab. Ganz anders verlief dagegen der Auftakt des XXL-Turniers für Cristiano Ronaldo. Nach seiner schwachen Leistung gegen die DR Kongo stand sogar die Verbannung auf die Ersatzbank im Raum. Doch Portugals Rekordspieler drehte gegen Usbekistan den Spieß um.
Ronaldo reagiert auf Kritik: "Früher oder später schaffe ich es immer"
Quelle: SNTV
Es dauerte eine halbe Ewigkeit, ehe der Schiedsrichter den Ball freigab. Ronaldo harrte lange in seiner "Pistolero"-Position aus und verdrehte schon die Augen. Dann ertönte endlich der Pfiff und Ronaldo durfte loslegen. Tat er aber gar nicht.
Statt des erwarteten Ronaldo-Freistoßes nahm sich Nuno Mendes der Sache an - und schoss die Kugel ins Tor (17.). Dass sich Usbekistans Torhüter Abduvokhid Nematov dabei viel zu spät aus seiner stocksteifen Haltung in Richtung Ball bewegte - geschenkt. Portugal führte 2:0 (Endstand 5:0) und strafte die Kritiker mit einer Aktion Lügen.
"Egoistisch", "eigensinnig" oder einfach nur "schlecht" habe Ronaldo beim WM-Auftakt gegen die DR Kongo gespielt. Der Superstar sei eine Last für seine Teamkollegen und die Risse innerhalb der Mannschaft seien unverkennbar, lauteten die Vorwürfe in portugiesischen Medien.
Doch selbstlos überließ Ronaldo Mendes den Ball und tippte sich anschließend mehrmals mit dem Zeigefinger an die Stirn, als wolle er mitteilen: "Seht her, wie schlau wir sind."
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WM - Cristian Ronaldo (l.) und Portugal bewiesen beim 2:0 von Nuno Mendes Köpfchen
Fotocredit: Getty Images
Ronaldo überholt Eusebio
"Für sein Image war das ein Super-Moment. Es war objektiv gesehen die bessere Position für einen Linksfuß. Normalerweise nimmt er solche Bälle trotzdem. Die Tatsache, dass er es nicht gemacht hat, zeigt, wie intakt diese Mannschaft ist", sagte "ARD"-Experte Robin Gosens.
Dies hatte Portugal schon elf Minuten zuvor im Sinn. Nach Ronaldos Führungstor zum 1:0 (6.), einer feinen Direktabnahme nach Flachpass von João Cancelo, stürmte der gesamte Kader auf den 41-Jährigen zu. Eine kollektive Liebkosung für den Megastar, der bei seiner sechsten WM endlich den Goldpokal gewinnen will.
In einer für Portugal ideal gelaufenen ersten Halbzeit legte Ronaldo mit seinem zweiten Tor im Spiel (39.) und seinem zehnten WM-Tor insgesamt nach. Damit hat er einen Treffer mehr erzielt als Portugals Legende Eusebio. Zudem ist Ronaldo der erste Spieler, der bei sechs Weltmeisterschaften getroffen hat.
"Ich bin unglaublich glücklich. Das Wichtigste ist natürlich, dass wir als Mannschaft gut gearbeitet haben. Wir haben viel an uns gearbeitet und uns stark verbessert", sagte Ronaldo: "Es ist schön, wenn man einen Rekord einfährt, aber das Ziel ist etwas ganz anderes, ich will der Mannschaft helfen."
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WM-Showdown mit Messi? Ronaldo: "Wäre top"
Quelle: Perform
Ronaldo wandelt Zorn in Leistung um
Die WM in den USA, Kanada und Mexiko war bislang eine der Superstars in der Offensive. Lionel Messi schoss alle fünf Tore der Argentinier und zog am bisherigen WM-Rekordtorschützen Miroslav Klose vorbei. Erling Haaland schnürte für Norwegen bei seiner ersten WM-Teilnahme zwei Doppelpacks, Harry Kane traf zweimal für England gegen Kroatien und Kylian Mbappé hat nach zwei Spielen auch schon wieder drei Buden auf dem Konto.
"Dass alle nur von Messi reden und die so viele Topstürmer schon so viele Tore erzielt haben, hat Ronaldo sicher zusätzlich gewurmt", mutmaßte "ARD"-Co-Kommentatorin Almuth Schult.
Ronaldo wandelte Zorn in Leistung um, war an drei Toren beteiligt und stellte sich nicht nur bei Mendes' Freistoßtor in den Dienst der Mannschaft. Ein Kapitän, eine Leitfigur, die Portugal auf dem weiteren WM-Weg benötigt, um erfolgreich sein zu können.
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1:0 für Portgual: Ronaldo wird von den Teamkollegen gefeiert
Fotocredit: Getty Images
Schrecksekunde nach Zusammenprall
Sein Trainer Roberto Martinez hatte Ronaldos klare Leistungssteigerung kommen sehen. "Ronaldo ist der Boss, wir brauchen ihn auf dem Platz. Wir sind mit ihm eine bessere Mannschaft. Das wird er gegen Usbekistan beweisen", so Martinez vor dem Spiel. Der Boss ist jetzt auch da, nach Messi, Haaland, Mbappé und Kane ist auch CR7 im Turnier angekommen.
Die Fans feierten Ronaldo nach seinen Toren lautstark mit lang gezogenen "Siuuuu"-Rufen, hielten aber in der 58. Minute den Atem an. Nach einem genialen Freistoßtrick rauschte Ronaldo mit Nematov zusammen und griff sich ans rechte Schienbein, begleitet von einem lauten Schrei.
Kurze Zeit später gab es Entwarnung. Ronaldo konnte weitermachen, erlebte den Schlusspfiff auf dem Platz und brüllte nach dem Schlusspfiff in die TV-Kameras: "Ich bin zurück." Wenn es eines Beweises bedurfte, dass Ronaldo es immer noch drauf hat, hat er diesen am Dienstag in Houston geliefert.
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Doppelpacker Haaland scherzt: "Ich weiß gar nicht, was ich tue"
Quelle: SNTV
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