WM 2026: Deutschland geht nach neun Siegen in Serie mit Selbstvertrauen ins Turnier - und wandelt auf Jordans Spuren

Die Generalprobe ist gelungen. Die DFB-Auswahl startet nach dem neunten Sieg in Serie mit Rückenwind in die WM. Vor dem Auftakt in die Titelkämpfe in den USA, Kanada und Mexiko nahm sich die deutsche Auswahl im Nachtleben von Chicago noch einmal eine Auszeit. Zudem stand eine Tour durch das Trainingszentrum der Chicago Bulls auf den Spuren von NBA-Superstar Michael Jordan auf dem Program.

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Quelle: SNTV

Erst im Nachtleben von Chicago, dann auf den Spuren von Basketball-Superstar Michael Jordan: Nach der gelungenen WM-Generalprobe genossen Kapitän Joshua Kimmich und Co. ihre vom stark erkälteten Chef Julian Nagelsmann großzügig geschenkte Freizeit in der Windy City - und ließen vor dem Start der "Route 26" am malerischen Lake Michigan noch einmal die Seele baumeln.
"Es ist eine schöne Stadt, da kann man ein bisschen was erleben", sagte Nagelsmann gönnerhaft nach dem 2:1 (1:1) im ausverkauften Soldier Field gegen die USA, um sogleich mahnend den Finger zu heben: "Danach richtet sich der volle Fokus aber auf das Turnier."
Doch das war nach dem neunten Sieg in Serie erst einmal weit weg. Nach einem gemeinsamen Essen zog es die Spieler um Siegtorschütze Leroy Sané und den auffälligen Kai Havertz an den Chicago River, ehe ihnen am Sonntag ein besonderes Erlebnis geboten wurde: Bei einer Tour durch das Trainingszentrum des NBA-Klubs Chicago Bulls wurden Erinnerungen an die Legende Jordan geweckt.
Bei der WM will die DFB-Auswahl an ihrem eigenen Heldenepos arbeiten. "Wir gehen mit breiter Brust ins erste Spiel", versicherte der effektive Havertz, der nach 100 Sekunden per Kopf zur Führung getroffen und den entscheidenden Treffer von Sané (57.) vorbereitet hatte. "Es war ein perfekter Test für uns", stellte Nagelsmann fest. Der Ausgleich durch das Traumtor von Antonee Robinson (37.) war nur ein Schönheitsfehler.

Mit Selbstvertrauen gegen Curacao

"Neun Siege in Folge sind gut für das Selbstvertrauen", stellte Nagelsmann zufrieden fest. Doch bevor am 14. Juni in Houston gegen Außenseiter Curacao der WM-Raketenstart erfolgen soll, muss der viermalige Weltmeister im Turnier-Quartier in Winston-Salem am Feinschliff arbeiten. "Es gibt noch Dinge zu tun, aber da haben wir Lust drauf", sagte Nagelsmann.
Er und sein Trainerteam begannen damit noch in Chicago. Das Spiel gegen die USA wurde intensiv nachbetrachtet. An der "Positionsanpassung bei hohem Druck" müsse noch gearbeitet werden, so Nagelsmann.
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Quelle: Perform

"Und wir müssen unsere gute Positionsbesetzung im letzten Drittel noch effektiver nutzen, damit wir zu klaren Abschlüssen kommen", forderte der 38-Jährige.
Das Spiel gegen den Co-Gastgeber lieferte auch andere wichtige Erkenntnisse. Bei schwül-warmer Witterung bekam die Mannschaft einen Vorgeschmack auf die Bedingungen beim Turnier. Vollgas-Fußball über die komplette Spieldauer wird nicht möglich sein.

Nagelsmann: "Müsen einen Mittelweg finden"

"Wenn wir in New York bei 40 Grad spielen, können wir nicht 90 Minuten attackieren", räumte der Bundestrainer ein. "Wenn wir hoch verteidigen, dann muss man das mit 100 Prozent Intensität machen. Ansonsten ziehen wir uns zurück. Da müssen wir einen guten Mittelweg finden."
Das gelang gegen die USA nur teilweise, gerade zum Ende beider Halbzeiten hatte das DFB-Team größere Probleme. Letztlich hielt der starke Oliver Baumann den Sieg fest, seinen Platz zwischen den Pfosten wird er dennoch räumen müssen. Der von Wadenproblemen geplagte Neuer werde "gegen Curacao im Tor stehen", stellte Nagelsmann klar.
Auch der Rest seiner Startelf steht. Sané betrieb durch seinen Treffer Eigenwerbung und empfand danach Mitleid mit dem verletzt abgereisten Lennart Karl. "Für Lenny ist ein Traum geplatzt, das tut mir persönlich super leid für ihn, er ist ein super Junge, ein super Fußballspieler", sagte Sané.
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Felix Nmecha ist im defensiven Mittelfeld neben Aleksandar Pavlovic gesetzt, links in der Viererkette hat Nathaniel Brown gegenüber David Raum die Nase vorn - auch wenn der Frankfurter sein Licht unter den Scheffel stellt. 
"Er weiß noch gar nicht, wie gut er eigentlich ist", merkte Nagelsmann an und ergänzte: "Er ist einen Tick zu bescheiden, für das, was er kann."
Insgesamt dient die Vorbereitung aber als Mutmacher. "Man merkt, dass Rhythmus und Automatismen reinkommen", sagte Kimmich. Nun müsse man "als Team während des Turniers wachsen". Auch der Ausflug ins Nachtleben sollte dazu beitragen.
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(SID)
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