Müller über Messi: "Galaktisch und gleichzeitig auch gar nicht so"
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Mit dem Sieg gegen Österreich löste Argentinien bereits das Ticket für das Sechzehntelfinale.
Im Mittelpunkt einmal mehr: Lionel Messi, der mit seinen beiden Toren in der 38. und 90.+5 Minute das Spiel erneut
im Alleingang entschied.
Argentinien hätte bereits früher in Führung gehen müssen. Lautaro Martínez drang in der 3. Minute in den Strafraum vor und wurde von seinen Gegenspielern Stefan Posch sowie Xaver Schlager zu Fall gebracht.
Nach Videoüberprüfung trat Messi an den Elfmeterpunkt und verschoss. Kurz darauf allerdings begann die Gala des Jahrhundertfußballers.
Was uns dabei auffiel.
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1. Messi verzaubert Argentinien - auch wenn ihm nicht alles gelingt
Die argentinischen Fans in Dallas feierten Messi euphorisch. Manche hatten Tränen in den Augen. Eine ältere Dame hatte auf einem Banner "100-jähriger Messi-Fan" stehen und wirkte einfach rundum glücklich - so wie alle Argentinier.
Der achtmalige Weltfußballer hat sich (wieder einmal) selbst übertroffen. Sein Führungstreffer zum 1:0, den er aus dem Rückraum erzielte, war sein 17. WM-Tor. Damit ließ der 38-Jährige Ex-DFB-Stürmer Miroslav Klose hinter sich. In der Nachspielzeit legte Messi mit seinem 18. WM-Treffer nach. Ein erster Schussversuch wurde noch abgeblockt, sein zweiter Versuch landete im Netz.
"Ich bin sehr froh über diesen Rekord. Es war ein wichtiger Sieg, sehr schwer zu erzielen, aber auch sehr schön. Das Spiel war sehr intensiv", sagte er. Und zu seinem Torrekord: "Ich genieße den Moment. Ich will weitermachen - bis zum Ende."
Seine Form ist beeindruckend: Bereits nach zwei Gruppenspielen hat er einen Treffer mehr erzielt als bei der WM 2014, obwohl Argentinien damals das Finale erreichte. Nur bei der siegreichen WM 2022 traf er häufiger (sieben Tore). Gut möglich, dass er diese Marke überbietet. Alle fünf Treffer, die Argentinien bei der laufenden WM erzielt hat, gehen auf das Konto von Messi.
Im Spiel gegen Österreich liefen fast alle gefährlichen Angriffe über ihn. Um auch das in Zahlen auszudrücken: Vier der ersten fünf Torschüsse von Argentinien kamen vom Mann mit der Nummer zehn. Über die komplette Spielzeit war er an neun der elf Torschüsse beteiligt. Siebenmal schloss er selbst ab, zwei Torschüsse bereitete er vor.
Fußball: Lionel Messi jubelt mit Ex-Argentinien-Spieler Lucas Biglia über seinen insgesamt 18. WM-Treffer
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Und doch zeigte Messi auch, was er nicht kann: Sein Elfmeter in der 9. Minute war schwach geschossen und landete rechts neben dem Tor. Keine Seltenheit: In seiner Karriere hat er 116 Elfmeter verwandelt und 33 verschossen. Das ergibt eine für Elfmeter bescheidene Erfolgsquote von 77,85 Prozent.
Drei verschossene WM-Strafstöße bedeuten zudem Negativrekord. Messi merkte selbstkritisch an: "Ich hätte den Elfmeter verwandeln müssen. Aber ich bin glücklich über das Ergebnis und die Teamleistung."
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2. Österreich fehlt Mut und Risikobereitschaft
Sie begannen vielversprechend und bauten dann rapide ab. In der frühen Spielphase entwickelte Österreich durchaus Offensiv-Power. Sturm-Spitze Michael Gregoritsch war sehr aktiv, wechselte seine Positionen und sorgte für Unruhe im gegnerischen Drittel. Marcel Sabitzer suchte immer wieder den Abschluss (drei Torschüsse), auch Paul Wanner hatte seine Momente.
Doch je länger das Spiel lief, desto weniger Gefahr strahlte Österreich aus. Es fehlte an Kreativität, um die stabile Argentinien-Verteidigung zu überlisten.
Schuld daran hatten nicht nur die Offensivspieler. Der kompletten Mannschaft fehlte Kreativität. Auch Linksverteidiger Konrad Laimer entwickelte im Spiel nach vorne deutlich weniger Ideen als beim FC Bayern. Flanken waren oft das letzte Mittel, doch nur zwei von 13 kamen an.
Fußball: Marcel Sabitzer und Konrad Laimer verfolgen Lionel Messi (v.l.) bei der WM 2026 im Spiel Argentinien gegen Österreich (2:0)
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Wie Österreich gegen Argentinien hätte spielen müssen? "Mutiger, intensiver, mehr Risiko. Das Ergebnis gegen den Weltmeister ist Normalität. Aber sie hätten einen Tick mehr tun müssen", fasste "MagentaTV"-Experte Jürgen Klopp zusammen.
Laimer hingegen war mit der Leistung nicht unzufrieden: "Wir haben es ordentlich gemacht, können es aber noch besser machen. Es müsste alles ein bisschen mehr in unsere Richtung laufen, damit wir gegen so einen Gegner gewinnen." Das war gegen Argentinien nicht der Fall.
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3. Argentinien spielt, wie Argentinien eben spielt
Argentinien ist seit Jahren keine Mannschaft, die taktisch überrascht. Es gibt Messi, der für die besonderen Momente sorgt, und zehn Mitspieler, die diszipliniert ihre Funktionen ausüben.
"Argentinien spielt, wie Argentinien eben spielt", fasste "MagentaTV"-Experte Thomas Müller zusammen: "Wir dürfen das nicht verwechseln mit dem Fußball von Luis Enrique in Paris oder Vincent Kompany beim FC Bayern." Er meinte sogar: "Seitdem ich Argentinien kenne, spielen die gleich."
Müller spricht aus Erfahrung, denn er traf fünfmal auf die Südamerikaner. Was sie auszeichnet? "Hinten spielen sie mit Zweikampfhärte. Und mit Ball sieht es manchmal so aus, als ob du sie in der Tasche hast. Aber das ist eine falsche Sicherheit. Wenn sie attackieren, spielen sie sauber. Sie wissen ganz genau, wie das Spiel funktioniert, ziehen das Tempo an, haben einen guten Torriecher und Torabschluss", so der Ex-Bayern-Star.
Fußball: Lionel Messi (l.) jubelt mit Thiago Almada über das 1:0 bei der WM 2026 gegen Österreich (Endstand: 2:0)
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Rodrigo De Paul, Alexis Mac Allister, Enzo Fernández und Thiago Almada war Argentiniens Mittelfeld im 4-4-2 auch nicht unbedingt auf Zauberfußball eingestellt. Selbst Lautaro Martínez ging als Angreifer neben Messi die weiten Wege für seine Zehn, stellte sich in den Dienst der Mannschaft, blieb aber bis auf die Aktion vorm Elfmeter offensiv blass.
Oder anders gesagt: Gäbe es Messi nicht, wäre es wohl ein Duell auf Augenhöhe gewesen.
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