WM - Drei Dinge, die bei Spanien gegen Österreich im Sechzehntelfinale auffielen: Yamal ist endgültig angekommen
Spanien hat seine WM-Mission mit einer Duftmarke fortgesetzt. Der Europameister zeigte Österreich beim 3:0 (1:0) im Sechzehntelfinale klar die Grenzen auf. Die Furia Roja zermürbte dabei ihren tapfer kämpfenden Gegner, bei dem Torhüter Alexander Schlager herausragte, auf ihre unnachahmliche Art und Weise. Auch Lamine Yamal rückte wieder zunehmend in den Mittelpunkt. Drei Dinge, die uns auffielen.
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Quelle: Perform
Spaniens schwarze Serie ist vorbei.
Ganze 16 Jahre lang musste die Furia Roja warten, bis sie wieder ein K.-o.-Spiel bei einer WM gewann. Als das zuletzt gelang, wurde der amtierende Europameister anschließend auch Weltmeister.
Bis dahin ist es zwar noch ein weiter Weg, im WM-Sechzehntelfinale gegen Österreich zeigte die Mannschaft von Luis de la Fuente jedoch, wozu sie imstande ist.
Mikel Oyarzabal (36., 89.) und Pedro Porro (66.) sorgten letztlich für einen souveränen 3:0 (1:0)-Erfolg im SoFi Stadium in Los Angeles.
Drei Dinge, die bei Spaniens Sieg im WM-Sechzehntelfinale gegen Österreich auffielen.
1. Yamal ist endgültig angekommen
Es ist zweifelsohne die WM der Superstars.
Lionel Messi, Erling Haaland, Harry Kane - sie alle haben dem Turnier mit zahlreichen Treffern und spektakulären Aktionen ihren Stempel aufgedrückt.
Einer fehlt in dieser Auflistung - oder besser gesagt: fehlte. Lamine Yamal ging mit einer Oberschenkelverletzung angeschlagen ins Turnier, wurde sukzessive aufgebaut und eingesetzt, ehe er gegen Österreich seine bislang beste Leistung zeigte.
Dabei blitzte die Genialität des 18-Jährigen in etlichen Szenen auf. Yamal suchte auf der rechten Außenbahn ein ums andere Mal das Dribbling und verteilte gleich mehrere "Gurkerl" (österreichisch: Tunnel). Leidtragender war dabei häufig Bayern-Star Konrad Laimer.
"Lamine Yamal ist da, er hat Spielwitz. Wenn er einmal auf außen an den Ball kommt, wird es sofort gefährlich", sagte Bastian Schweinsteiger in der "ARD".
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Lamine Yamal (Spanien) war ein ständiger Unruheherd gegen Österreich
Fotocredit: Getty Images
Mit sechs Torschüssen (Bestwert mit Oyarzabal) und den meisten Ballaktionen im gegnerischen Strafraum (14) gehörte Yamal zu den auffälligsten Akteuren. Dass es mit seinem zweiten Turniertor noch nicht klappte, lag auch am starken österreichischen Schlussmann Alexander Schlager.
Paradoxerweise fielen alle drei spanischen Treffer über die linke Seite, wo die ebenfalls bärenstarken Álex Baena und Marc Cucurella unaufhaltsam wirbelten. Das lag allerdings auch daran, dass Paul Wanner und Marcel Sabitzer Linksverteidiger Laimer immer wieder unterstützten und Yamal konsequent doppelten.
Selbst wenn Yamals nächster Scorerpunkt ausblieb, ist die Botschaft an die Konkurrenz klar: Der Youngster ist bei dieser Weltmeisterschaft angekommen - und er wird noch besser werden.
2. Die spanische Kunst des Zermürbens
"Offense wins games, Defense wins championships", lautet ein oft strapaziertes Sprichwort in der Fußballbranche.
Auch wenn es abgedroschen klingen mag, bewahrheitet sich dieses Zitat immer wieder, wie auch Schweinsteiger weiß. "Eine starke Defensive ist das Kriterium, um Titel zu gewinnen. 2014 hatten wir das auch in den wichtigen Spielen", blickte er auf den deutschen Triumph in Brasilien zurück.
In diese Fußstapfen möchte auch die spanische Nationalmannschaft treten und ist bereits auf einem guten Weg. Die Furia Roja blieb gegen Österreich auch in ihrem vierten Turnierspiel ohne Gegentreffer - ganz nebenbei ein neuer WM-Rekord: Torwart Unai Simón, der nun 519 Minuten nicht hinter sich greifen musste, puliverisierte Walter Zengas (517 Minuten) bisherigen Zu-Null-Bestwert.
Bereits in der WM-Qualifikation dauerte es bis zur letzten Partie (2:2 gegen die Türkei), als der Weltmeister von 2010 längst qualifiziert war, ehe man erstmals nicht ohne Gegentor blieb.
"Die Symbiose zwischen Offensive und Defensive ist fantastisch", schwärmte Schweinsteiger daher. Aus einer kompakten Defensive heraus dominieren die Iberer ihre Gegner früher oder später. Es ist nicht immer der Hurra-Fußball (Stichwort Tiki-Taka) vergangener Tage, dafür aber die pure Kontrolle.
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Spaniens Stars bejubeln den Treffer von Pedro Porro (mitte)
Fotocredit: Getty Images
"Sie haben unfassbar ballfeste Spieler und durch ihr Passspiel zermürben sie dann den Gegner", analysierte Schweinsteiger. "Sie sind technisch unfassbar gut, haben die nötige Spielintelligenz und jeder Spieler fühlt sich auch auf ungewöhnlichen Positionen wohl. Wenn beim Gegner dann die Kräfte nachlassen und du keine Ordnung mehr hast, kommst du nicht mehr an den Ball."
Genau das passierte Österreich über weite Strecken der Partie, insbesondere im zweiten Durchgang, als Spanien mit der Führung im Rücken (Oyarzabal, 36.) den Gegner mit seinem Ballbesitzfußball zunehmend erdrückte. Die Folge waren zwei weitere Treffer von Porro (66.) und Oyarzabal (89.) sowie das letztlich ungefährdete Weiterkommen.
Entsprechend begeistert zeigte sich auch Trainer de la Fuente. "Ich denke, wir haben das geliefert, was wir versprochen haben. Es war ein fast perfektes Spiel von uns, ich bin sehr glücklich", freute sich der 65-Jährige.
3. Auch Österreichs letzte Bastion fällt
David Alaba schimpfte lautstark auf seinen Teamkollegen Florian Grillitsch ein, aber es half alles nichts.
Wer nach dem Wahnsinn gegen Algerien (3:3) auf eine weitere Heldentat der Mannschaft von Nationaltrainer Ralf Rangnick gehofft hatte, wurde schnell enttäuscht - trotz eines herausragenden Schlussmannes.
Torhüter Schlager, der allein in der ersten Halbzeit fünf Paraden zeigte, war immerhin der Turm einer aussichtslosen Abwehrschlacht. "Schlager hält Österreich noch gut im Rennen", analysierte "MagentaTV"-Expertin Tabea Kemme in der Pause.
Letztlich war aber auch der starke Keeper des FC Red Bull Salzburg gegen Spaniens Offensivarmada machtlos. Das lag mitunter daran, dass Österreich trotz vereinzelter hoher Ballgewinne offensiv kein Kapital schlug.
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Alexander Schlager (r./Österreich) zeigte gegen Spanien seine ganze Klasse
Fotocredit: Getty Images
"Gegen den Ball machen sie es eigentlich gut", lobte Schweinsteiger, schob jedoch hinterher: "Sie hatten zwei drei Umschaltmöglichkeiten, haben sich dann aber nicht richtig entschieden. Gegen Topmannschaften musst du so etwas ausnutzen."
Dies war nicht der Fall, stattdessen kam es auch in der bis dahin tapfer verteidigenden österreichischen Defensive in der Schlussphase zu Auflösungserscheinungen.
"Insgesamt sind sie besser als wir und der verdiente Sieger", brachte es Sabitzer auf den Punkt. Coach Rangnick pflichtete seinem Schützling bei: "Wir sind auf einen herausragend guten Gegner getroffen."
Es bleibt für die Alpenrepublik somit nur die Erkenntnis, dass der amtierende Europameister eine Nummer zu groß war - trotz eines starken Alexander Schlager.
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Rangnick schwärmt von Yamal - und vergleicht ihn mit Messi
Quelle: Perform
Ergebnisse
Spanien
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Österreich
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