WM: Drei Dinge, die bei Spaniens Halbfinalsieg auffielen - auf den Spuren von 2010 und das Team schlägt die Stars
Update 15/07/2026 um 00:49 GMT+2 Uhr
Spanien zieht mit einer erneuten Machtdemonstration gegen Frankreich ins WM-Finale ein. Wie bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren finden die französischen Offensivkünstler kein Mittel gegen die spanische Dominanz - mit und ohne Ball. Damit sind die Iberer auf den Spuren der Weltmeister von 2010. Der Schiedsrichter war dem Niveau des Spiels nicht gewachsen. Drei Dinge, die auffielen.
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Quelle: MagentaTV
Der erste Finalist der WM 2026 heißt Spanien. Die Seleccion setzte sich in Dallas verdient mit 2:0 (1:0) gegen Frankreich durch und trifft am Sonntag im Endspiel auf den Sieger der Partie England gegen Argentinien.
Die Treffer für Spanien erzielten Mikel Oyarzabal per Foulelfmeter (22.) und Pedro Porro (58.). Frankreich blieb trotz seiner Offensivstars um Kapitän Kylian Mbappe die gesamte Spielzeit ohne nennenswerte Torchance.
Spanien greift damit nach dem zweiten WM-Titel nach 2010, als sich die Furia Roja in Südafrika zum Champion krönte.
Drei Dinge, die uns bei Spaniens Halbfinalerfolg über Frankreich auffielen.
1. Teamwork schlägt Einzelkönner
Es war bisher die WM der Superstars. Lionel Messi, Kylian Mbappé, Erling Haaland, Harry Kane, sie alle machten in ihren Teams den Unterschied. Die Spanier waren unter den Halbfinalisten die einzige Mannschaft, in der der Superstar Lamine Yamal nicht herausragte und die über ihre mannschaftliche Geschlossenheit zum Erfolg kam.
Elf Treffer erzielten die Spanier auf dem Weg ins Semifinale. Mbappé und Ousmane Dembélé hatten zusammen schon 13 Treffer erzielt.
Wie vor zwei Jahren im Halbfinale der EM in München setzte sich das Team gegen die individuelle Qualität der Stars durch. Wieder waren die Spanier die deutlich bessere Mannschaft, wieder zogen sie ins Finale ein.
Vor allem die Überlegenheit im Mittelfeld war frappierend. Rodri und Fabián Ruiz kontrollierten die Partie, Dani Olmo sorgte für die kreativen Momente. Bei den Franzosen liefen Aurélien Tchouaméni und Adrien Rabiot nur hinterher, Michael Olise war auf verlorenem Posten, verzog sich zwischenzeitlich auf seine Bayern-Position nach rechts und wurde nach der zweiten Trinkpause ausgewechselt.
Ousmane Dembélé erwischte einen fürchterlichen Abend, verlor viele Bälle und wurde überhaupt nicht gefährlich. Für Bradley Barcola galt bis zu seiner Auswechslung gegen Désiré Doué dasselbe.
Und Kylian Mbappé? Versprühte zumindest in Ansätzen Torgefahr, hatte seine auffälligste Szene aber mit einem Frustfoul an Spaniens Torhüter Unai Simón. Insgesamt ein gebrauchter Abend für Frankreichs Offensivstars, die ihrem spanischen Gegenüber auch in der Defensivarbeit nicht das Wasser reichen konnten.
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Frankreichs Kylian Mbappé kam im Halbfinale gegen Spanien kaum zum Zuge
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Dass am Ende die beiden Rollenspieler Mikel Oyarzabal und Pedro Porro mit den weniger klangvollen Namen der Furia Roja die Tore machten und damit das Spiel entschieden, unterstrich die Überlegenheit des Teams gegenüber den Stars an diesem Abend.
2. Auf den Spuren der Weltmeister von 2010
Im Herzen des Spiels dominierten die Spanier, sie gaben den Puls der Partie vor. Natürlich wie gewohnt mit sicherem Ballbesitzspiel, aber ganz besonders ohne Ball. "Sie haben den Maßstab gesetzt, auch im Spiel gegen den Ball", sagte der deutsche 2014er-Weltmeister Per Mertesacker im "ZDF".
Mit ihrem gut abgestimmten Pressing setzten sie den Franzosen früh zu. Les Bleus waren im Aufbau limitiert und brachten ihre gefürchteten Offensivspieler nicht ins Laufen. Spanien war in allen Belangen überlegen, scharf im Gegenpressing und gut in der Eroberung zweiter Bälle.
Spaniens Trainer Luis de la Fuente lobte im Anschluss die "Leidenschaft und Solidarität" seiner Spieler. Damit sind sie auf den Spuren der bisher einzigen spanischen Weltmeistermannschaft von 2010.
Auch damals hatte die Seleccion herausragende Spieler in allen Mannschaftsteilen, bestach aber durch eine außergewöhnliche Geschlossenheit und defensive Stabilität.
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Spaniens Pedri (L) lässt Kylian Mbappé im WM-Halbfinale nicht zum Abschluss kommen
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In Südafrika kassierten Casillas, Xavi, Iniesta und Co. auf dem Weg zum Titel in sieben Spielen nur zwei Gegentore, die K.o.-Spiele gewannen sie alle mit 1:0. Bei dieser WM hat Spanien in sieben Spielen erst einen einzigen Gegentreffer schlucken müssen (2:1 im Viertelfinale gegen Belgien).
Bleibt es auch im achten Spiel dabei, stehen die Chancen gut, dass der Pokal nach 2010 zum zweiten Mal nach Spanien geht.
3. Kult-Schiri Barton im Halbfinale überfordert
Es sind oft die Kleinigkeiten, die für große Symbolik taugen. So auch bei Ivan Barton, dem Schiedsrichter aus El Salvador. Mit seinen bisherigen drei Auftritten bei dieser WM und vor allem seiner resoluten Ansage beim Platzverweis im Spiel Paraguay gegen Türkei war er zum Kult-Schiri aufgestiegen.
Aber im WM-Halbfinale hakte es von Anfang an. In der 8. Minute klemmte das Freistoß-Spray, der vierte Offizielle musste Ersatz liefern. Ein technischer Defekt ist dem Unparteiischen nicht anzulasten, aber danach saßen auch seine Entscheidungen zu oft nicht - viele Fehler in der Zweikampfbewertung auf beiden Seiten, aber auch eine eklatante Fehleinschätzung vor dem Elfmeter.
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Deschamps findet klare Worte: "Große Enttäuschung"
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Erst hatten die Franzosen noch Glück, dass Barton einen Tritt von Michael Olise in die Achillessehne von Rodri nicht mit einer Karte bestrafte. Dass sich der VAR nicht einschaltete, war okay, aber Gelb wäre zwingend gewesen.
Dann hatten die Franzosen Pech, dass die Handspielregel in einem Moment, in dem sie mal nach ihrem Wortlaut angewendet hätte werden können, nicht zum Einsatz kam. "Ein Vergehen liegt vor, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit der Hand/dem Arm berührt (z. B. durch eine Bewegung der Hand/des Arms zum Ball)", so steht es geschrieben.
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Nicht immer glücklich: Schiedsrichter Ivan Barton im Halbfinale der WM zwischen Frankreich und Spanien
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Bewusster und absichtlicher als Lamine Yamal vor dem Foul von Lucas Digne kann ein Spieler nicht mit dem Arm zum Ball gehen. Da kann der Arm noch so eng am Körper sein. Barton hätte auf Handspiel und Freistoß für Frankreich entscheiden müssen. Es gab Elfmeter für Spanien und das 1:0 durch Mikel Oyarzabal.
Allein die eklatante Unterlegenheit der Franzosen gegenüber den Spaniern ersparte ihm wohl größere Vorwürfe von Seiten der Blauen.
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Spanien-Torschütze Porro: "Ein Traum, der Wirklichkeit geworden ist"
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