WM - Drei Dinge, die im Finale der Weltmeisterschaft auffielen: Spaniens Fußball schlägt Argentiniens "dunkle Künste"

Europameister, Weltmeister und eine echte Mannschaft. Spanien gewinnt das WM-Finale, das sich zu einem einseitigen Duell der Philosophien entwickelt. Während die Spanier auf die Kraft des Kollektivs und des Fußballs setzen, vergisst Argentinien ob seiner "dunklen Künste" sein eigenes Offensivspiel - und wird dafür bei dieser WM auch vom Schiedsrichter bestraft. Drei Dinge, die im Finale auffielen.

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Quelle: Eurosport

Spanien entthront Argentinien und krönt sich zum Weltmeister 2026. Im Finale in New Jersey setzte sich das Team von Trainer Luis de la Fuente mit 1:0 (0:0, 0:0, 0:0) nach Verlängerung durch. Den entscheidenden Treffer erzielte der eingewechselte Ferran Torres (106.).
Argentiniens Superstar Lionel Messi bleibt dagegen wie seinem großen Vorgänger Diego Maradona der zweite WM-Titel in Folge verwehrt. Überhaupt bleibt es dabei, dass nur Italien (1934/38) und Brasilien (1958/62) ihren Titel verteidigen konnten.
Die Spanier haben damit bis auf das erste Spiel (0:0 gegen Kap Verde) alle Partien dieser WM gewonnen und sind im Laufe des Turniers kein einziges Mal in Rückstand geraten. Das gelang zuvor nur zwei anderen Nationen: Italien (1938 und 1982) und Deutschland (1990). Zudem kassierte die Seleccion lediglich ein Gegentor (beim 2:1 gegen Belgien im Viertelfinale).
Drei Dinge, die uns beim WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien auffielen.

1. Spaniens perfekte Fußball-Choreografie

"Ich bin stolz auf diese Mannschaft, auf diese Spielergeneration, die sich durchgesetzt hat mit dieser Spielidee. Wir sind eine Familie, eine Mannschaft. Wir sind ein Beispiel für das ganze Land. Zusammen sind wir stark und das haben wir gezeigt", sagte Luis de la Fuente nach dem WM-Sieg in seinem ersten Interview.
Der Trainer brachte es damit auch auf den Punkt. Bei einer Weltmeisterschaft, die in den ersten Wochen geprägt war von den offensiven Superstars, setzte sich am Ende die am besten funktionierende Mannschaft durch.
Spaniens Fußball folgt wieder einer perfekten Choreografie, die vielleicht nicht immer spektakulär ist, aber jeden Gegner vor unlösbare Aufgaben stellt. Kein Wunder, dass die Spanier nunmehr seit 38 Spielen ungeschlagen sind - Rekord! Letztmals verloren hat Spanien am 26. März 2024 in einem Test gegen Kolumbien (0:1).
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Auch für die immer am Rande der Legalität giftigen Argentinier waren die Spanier nicht zu greifen, weil sie sich perfekt abgestimmt im Raum bewegen, den Ball in hoher Geschwindigkeit und mit fantastischer Präzision laufen lassen und sich ihre Gegner so zurechtlegen. Dazu kommt die Aggressivität und Geschicklichkeit, die sie in der Balleroberung an den Tag legen. Auch im Finale schnürten sie die Argentinier so von jeglicher Offensive ab.
Dabei ist die personelle Besetzung nicht entscheidend, jeder Spieler kennt seine Rolle und Aufgabe. Bezeichnend, dass im Laufe des Turniers die Joker immer wieder Spiele entschieden und auch das Endspiel durch den eingewechselten Ferran Torres entschieden wurde.

2. Argentiniens Salto nullo  

Es war zu erwarten, dass Argentinien die Initiative in diesem Finale den Spaniern überlassen würde. Dass die Albiceleste aber von Beginn an überhaupt keine Anstalten machte, etwas für die Offensive in dieses Spiel zu investieren, glich dann doch schon fast einer Selbstaufgabe.
Dabei hatten die Argentinier doch in der letzten halben Stunde gegen England im Halbfinale gezeigt, wozu sie bei all ihrer Defensivkompetenz imstande sind. Stabiler Ballbesitz, wuchtige Angriffswellen, Torgefahr durch Kopfbälle und Fernschüsse.
Gegen Spanien? Nichts. Nada. Niente.
Null Torschüsse in der regulären Spielzeit. Null Torschüsse in der ersten Halbzeit der Verlängerung. In der 117. Minute wurde ein von Mikel Merino mit dem Kopf geblockter Versuch als erster Torschuss gewertet.
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WM - Lionel Messi und Argentinien unterlagen Spanien im Finale

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Argentinien hatte zwar mit Nicolás González am Anfang einen offensiven Spieler mehr auf dem Feld als in vielen Spielen dieser WM, aber außer ein paar harmlosen Annäherungen an den Strafraum der Spanier brachten die Südamerikaner nichts zustande.
Auch Messi hatte keine Momente und wurde von den Spaniern bei seinen wenigen Ballkontakten schnell unter Druck gesetzt und von den gefährlichen Räumen ferngehalten.
Wie alle anderen Mannschaften hatte auch Argentinien Spaniens Dominanz mit und ohne Ball nichts entgegenzusetzen.
Der zweite und letzte Torschuss kam in der 122. Minute von Giuliano Simeone, der Argentinien sogar noch ins Elfmeterschießen hätte retten können. Doch das hatten sich die Argentinier mit ihrem zynischen Spiel an diesem Tag nicht verdient.

3. Zu viel der dunklen Künste

Je nach Blickwinkel war man beeindruckt und fasziniert oder verstört und angewidert von der Art und Weise, wie sich Argentinien ins WM-Finale vorarbeitete. Da war natürlich diese unheimliche Leidenschaft, dieser Teamgeist, diese Mentalität. Aber da waren auch die vielen Nickligkeiten, kleinen, versteckten Fouls und offenen Provokationen.
Die englische Zeitung "Telegraph" sprach von "der dunklen Kunst" der Argentinier, die sich mit der strahlenden Kunst Messis zu dieser wuchtigen Turniermannschaft in weiß-himmelblau vermischte.
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Leandro Paredes legte sich nach dem verlorenen WM-Finale mit mehreren Spaniern an

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Im Finale übertrieben es die Argentinier aber und wurden vom insgesamt guten Schiedsrichter Slavko Vinčić erstmals auch mit einem Platzverweis bestraft. Enzo Fernández sah zunächst Gelb wegen Meckerns, als er ein Foul schinden wollte und räumte dann völlig übermotiviert Pau Cubarsi ab. Gelb- Rot.
Dass der in der Halbzeit eingewechselte Leandro Paredes das Ende der regulären Spielzeit auf dem Platz erlebte, war nur dem Wohlwollen Vincics zu verdanken. Dass er nach Abpfiff mit dem Spanier Gavi aneinandergeriet, passte ins Bild.
Und so gab Argentinien auf dem Weg zur Niederlage in diesem Finale keine gute Figur ab. Gut möglich, dass sich die Argentinier bald die Frage stellen, ob es nicht besser gewesen wäre, mehr Fußball zu spielen und nicht nur auf das Wirken der dunklen Künste zu hoffen.
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Quelle: MagentaTV


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