WM: Drei Dinge, die auffielen - Frankreich fertig Norwegen im Gruppenfinale ab, Ousmane Dembélé überstrahlt alles

Ousmane Dembélé war beim klaren 4:1-Erfolg von Frankreich gegen Norwegen der große Matchwinner und bewies seine besonderen Qualitäten mit beiden Füßen eindrucksvoll. Allerdings hatten die Skandinavier das Gruppenfinale schon vor Anpfiff abgeschenkt und seine Stars auf die Bank gesetzt. Dennoch gelang es der "B-Elf" mitunter, die Schwäche des WM-Favoriten offenzulegen. Drei Dinge, die auffielen.

WM: Frankreich-Stars Ousmane Dembélé und Kylian Mbappé jubeln gegen Norwegen

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Frankreich hat sich mit dem deutlichen 4:1 gegen die hoch gehandelten Norweger den Sieg in Gruppe I gesichert und ein weiteres dickes Ausrufezeichen gesetzt.
Beide Mannschaften waren schon zuvor sicher für das Sechzehntelfinale qualifiziert, Norwegen hätte einen Erfolg gebraucht, um seinerseits auf Platz eins vorzustoßen.
Dieses Vorhaben war bereits qua Aufstellung außer Sicht geraten. Dafür avancierte Frankreichs Ousmane Dembélé mit dem zweitschnellsten Hattrick (7., 20., 32.) der WM-Geschichte zum Mann des Spiels.
Immerhin gelang Thelo Aasgaard (21.) der zwischenzeitliche Anschlusstreffer zum 1:2. Jörgen Strand Larsen scheiterte überdies mit einem Elfmeter (50.) an Frankreich-Keeper Mike Maignan. In der Nachspielzeit sorgte Desiré Doué (90.+4) mit dem Treffer zum 4:1 für den Endstand.
Drei Dinge, die bei Frankreich gegen Norwegen auffielen.

1.) Norwegen schenkt den Gruppensieg ab

Kylian Mbappé gegen Erling Haaland? Die Fußball-Welt hatte sich auf das Duell der Superstars gefreut - und wurde bitter enttäuscht. Norwegen-Trainer Stale Solbakken ließ Haaland 90 Minuten auf der Bank. Dort war der Ex-Dortmunder in bester Gesellschaft. Nahezu alle Stammspieler, darunter auch Martin Ödegaard, wurden geschont.
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WM: Norwegens Goalgetter Erling Braut Haaland wurde gegen Frankreich geschont

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Gegenüber dem 3:2 gegen den Senegal gab es neun Veränderungen in der Startelf. Lediglich Mittelfeldspieler Sander Berge und Rechtsverteidiger Fredrik Aursnes blieben in der Anfangsformation. Sogar Torwart Örjan Nyland wurde gegen Egil Selvik ausgetauscht. Kurzum: Für Norwegen hatte dieses Spiel keine Relevanz.
"Es überrascht mich, dass die Norweger so sehr rotierten. Aber es ist ja bereits vorher in den Medien gehandelt worden, dass sie nicht auf den Gruppensieg spielen", sagte Magenta-Experte Mats Hummels. "Ich glaube, es ist einfach der Erschöpfung geschuldet. Ich glaube, die Jungs waren platt. Daher geben sie allen eine Pause und verzichten auf den Rhythmus. Es ist auf jeden Fall eine spannende Entscheidung."
Die Rotation führte dazu, dass eine qualitativ unterlegene Norwegen-Truppe auf dem Platz stand. Bereits nach 20 Sekunden (!) hätte Mbappé für den Führungstreffer sorgen können, scheiterte aber an der Latte. Norwegen wehrte sich tapfer, belohnte sich mit dem Anschlusstreffer zum 1:2, war aber vor allem eines: chancenlos.

2.) Dembélé ist der "beidfüßigste Spieler der Welt"

Dembélé spielte Norwegen schwindelig. Wann immer Frankreich den Ball auf die rechte Seite beförderte, wurde es gefährlich. Bei den ersten beiden Treffern bekam Dembélé den Ball von Mbappé zugespielt, beim 3:0 war es Aurélien Tchouameni.
Das Umschaltspiel war ein effektives Mittel. Die ersten beiden Treffer ereigneten sich kurz nach einem Ballgewinn. Auffällig: Mbappé suchte bei diesen Situationen direkt nach Kollege Dembélé. Vor dem Treffer zum 1:0 schaute er sich mehrfach zu seinem Mitspieler um, ehe er den Ball mit einem Kontakt zustellte.
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Ousmane Dembélé überragte für Frankreich gegen Norwegen

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Dadurch kam dessen Effektivität und Beidfüßigkeit zum Vorschein. Dembélé brachte seine ersten drei Torschüsse alle im Netz unter. Erst traf er mit dem rechten Fuß aus mittlerer Distanz, dann schlenzte er den Ball zweimal mit links ins lange Eck. "ZDF"-Experte Christoph Kramer schwärmt: "Er ist der beidfüßigste Spieler der Welt."
Dembélé blieb trotz seiner Gala-Vorstellung fokussiert: "Das war erst einmal ein wichtiges Spiel, um die Gruppe zu gewinnen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Wir bleiben konzentriert. Die nächsten Spiele werden noch wichtiger."

3.) Defensive Anfälligkeit: Auch Frankreich nicht frei von Schwächen

Drei Spiele, drei Siege: Frankreich hat eine starke Gruppenphase gespielt. Und doch ist der vermeintliche Top-Favorit nicht frei von Schwächen. Kramer stellte fest: "Ich fand über das ganze Spiel, dass Frankreich nicht unverwundbar wirkt. Sie hatten Schwächen."
Gemeint ist die defensive Anfälligkeit, die selbst die B-Elf von Norwegen zu nutzen wusste. Bestes Beispiel war der zwischenzeitliche Anschlusstreffer zum 1:2. Norwegen brauchte nach dem Anstoß (in Folge des 0:2) nur 13 Sekunden, um den Ball im Netz unterzubringen. Kein Franzose ging in den Zweikampf. Besonders schwach: Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano ließ sich von einer einfachen Finte des Torschützen Aasgaard überlisten.
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Frankreichs Dayot Upamecano (r.) im WM-Spiel gegen Norwegen

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Frankreich hätte noch mehr Gegentreffer kassieren können. Théo Hernández verursachte einen unnötigen Foulelfmeter, den Strand Larsen nicht im Tor unterbringen konnte. Auch nach Ballverlusten bekam die Hintermannschaft von Frankreich Probleme. Insgesamt ließ die Abstimmung in der Viererkette zu wünschen übrig. Dies könnte ein Hoffnungsschimmer für Deutschland sein, das in einem möglichen Achtelfinale auf Frankreich treffen könnte.
"Du kannst sie packen, wenn du lange Ballpassagen hast", glaubt Kramer. "Aber du musst fehlerfrei spielen und darfst dir fast keinen Fehlpass erlauben." Ansonsten bestraft einen das Umschaltspiel von Frankreich. "Und von der Psychologie ist es nicht so geil, wenn du weißt, da vorne warten ein Mbappé, Dembélé und Doué. Du musst jede Aktion mit einem Abschluss beenden. Denn wenn es in die andere Richtung geht, wird es schwierig."
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Fehler beim Gegentreffer? Neuer verteidigt Entscheidung

Quelle: Perform


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