WM 2026: Superstar Kylian Mbappé Opfer böswilliger Kritik in Frankreich - was steckt dahinter?

Vor dem WM-Start der Équipe Tricolore verbreitet sich in Frankreich eine Stimmung: Man müsse Kylian Mbappé vom Sockel stoßen. Ihn links spielen lassen oder gar aus der Startelf nehmen. Aber was hat er eigentlich getan? Martin Mosnier von Eurosport Frankreich findet: Der Saisonverlauf von PSG und Real Madrid hat die Abneigung gegen ihn genährt, die aber auf wackeligen Argumenten basiert.

Deschamps: Olise "strotzt vor Selbstvertrauen"

Quelle: Perform

Sie sind noch diskret, sehr diskret, aber sie existieren. Donnerstag in der Beaujoire und Montag in Lille wurde Kylian Mbappé bei der Erwähnung in der Aufstellung von einer ganz kleinen Minderheit des Stadions ausgepfiffen und seine zahlreichen vergebenen Chancen gegen Nordirland nährten die Vorwürfe von den Tribünen nach dem Spiel.
Auch in den sozialen Netzwerken hat der Unmut zugenommen. Mal wird er als autoritärer General dargestellt, mal wird er absichtlich aus der Startelf der Bleus gestrichen. Er sorgt für Spannungen.
Weniger als eine Woche vor dem Debüt der Bleus bei der Weltmeisterschaft 2026 gegen den Senegal (Di., 21:00 Uhr im Liveticker) musste sogar Trainer Didier Deschamps via "Guardian" seine Entscheidung verteidigen, ihn im Zentrum spielen zu lassen.
Und TV-Experte Thierry Henry musste Äußerungen dementieren, die ihm zugeschrieben wurden, und in denen man ihm scharfe Kritik an der Haltung des Kapitäns der Bleus gegenüber seinen Mannschaftskollegen andichtete.

Mbappé wird Egoismus vorgeworfen

Aber was wird Mbappé überhaupt vorgeworfen?
In erster Linie: Egoismus und mangelnder Einsatz in der Defensive. Und da Dembélé einen Ballon d'Or und zwei Champions-League-Titel in der Position des Mittelstürmers gewonnen hat, wäre Mbappé der Grund, warum der Pariser nicht auf seiner Position spielen kann und in der französischen Nationalmannschaft nicht glänzt.
So kommt man dazu, seine Rückversetzung nach links oder sogar, für die Extremsten, seine komplette Herausnahme aus der Startelf zu rechtfertigen.
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Ousmane Dembélé und Kylian Mbappé sollen Frankreich gemeinsam zum WM-Titel führen

Fotocredit: Getty Images

Dembélé oder Mbappé als Sturmspitze für Frankreich?

"Du musst eine Mannschaft mit Olise rechts, Dembélé im Zentrum und Mbappé links aufstellen. Ist es verboten, das zu tun?", fragte beispielsweise Jean-Michel Larqué bei "RMC" rhetorisch, bedauernd, dass man Dembélés beste Position für Mbappé opfert.
Dessen Leistungen in den Vorbereitungsspielen - sehr durchschnittlich, ohne jedoch richtig schlecht gewesen zu sein - haben nicht dazu beigetragen, sein Image wiederherzustellen.
Sie fügen sich nahtlos ans Ende der abgeschlossenen Saison an, die vom zweiten aufeinanderfolgenden Champions-League-Triumph von PSG geprägt war, während er sich bei Real Madrid mit seinem Trainer Álvaro Arbeloa stritt, weil er ein Spiel von Real auf der Bank gesessen hatte.

Real- und PSG-Fans kritisieren Mbappé gleichermaßen

Das sich seit seinem Wechsel 2024 in Paris alles zum Guten wendete, während Real in Schieflage geriet, scheint Mbappé die Ursache allen Unglücks zu sein. Ein Teil der Anhänger von Real und PSG gibt ihm jedenfalls die Schuld an allem.
Noch ein paar Tage und Mbappé wird vermutlich für die Erderwärmung oder den Anstieg der Benzinpreise verantwortlich gemacht.
Natürlich hilft seine Kommunikation auch nicht. Sein 2022 ausgesprochener Satz ("Wenn ich meine Zukunft an die Champions League knüpfen würde, dann wäre ich schon sehr weit weg!") ist heute noch ein Festmahl für seine (Online-)Kritiker.
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Kylian Mbappé im Trikot der französischen Nationalmannschaft

Fotocredit: Getty Images

Kritik an Mbappé ist härter als die Beweise

Trotzdem ist das Urteil nicht gerecht. Stand jetzt ist die Kritik härter als die Beweise. Mit 42 Toren in dieser Saison wird Mbappé statistisch nur von der außergewöhnlichen Saison von Harry Kane (FC Bayern München) übertroffen.
Vor allem, und das ist der wesentliche Punkt, muss Mbappé in der französischen Nationalmannschaft wirklich gar nichts mehr beweisen.
Er hat eine Weltmeisterschaft mit acht Toren hinter sich und kann mit 27 Jahren in den USA bereits den ewigen WM-Torrekord von Miroslav Klose (16) brechen - dazu fehlen ihm nur noch vier Treffer.

Wenger sieht Mbappé als Sündenbock

Er hat 56 Tore für die Bleus erzielt, während die nächstbesten Torschützen im Kader (Ousmane Dembélé und Michael Olise) bei sieben stehen. Seit letztem Juni hat er in zehn Spielen acht Tore in Blau erzielt. Nur ein Treffer fehlt, um mit Rekordtorschütze Olivier Giroud gleichzuziehen.
Statistiken sagen nicht alles, aber wenn sie so überwältigend sind, sollte man sich dennoch mit ihnen befassen. "Er wurde diese Saison oft zu Unrecht kritisiert", urteilte Arsène Wenger am Mittwoch in den Spalten des "Figaro".
"Er spielt in einer, für Real-Verhältnisse, durchschnittlichen Mannschaft. Madrid hat vielleicht drei oder vier Weltklassespieler. Früher hatte es zehn. Der Fußball ist so beschaffen, dass man immer einen Sündenbock braucht. Er ist es geworden."
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Kylian Mbappé in Clairefontaine

Fotocredit: Getty Images

Mbappé hat den Rückhalt des Teams

Mbappé hat nichts getan, um seine Rolle oder seinen Platz in dieser französischen Nationalmannschaft ernsthaft infrage zu stellen. Im Übrigen ist dies kein Thema innerhalb des Teams, in dem weder seine Autorität, noch sein Kapitänsamt, noch sein Stammplatz, noch seine Leistungen diskutiert werden.
Selbst Dembélé würde sich nicht auf solche Vorwürfe einlassen. Nicht, weil er mit dem Madrilenen befreundet oder weil er besonders umgänglich ist, sondern vor allem, weil er weiß, was die Bleus ihrem Kapitän zu verdanken haben.
Dass die defensive Arbeit Mbappés hinterfragt wird, selbstverständlich. Dass seine Beziehung zu Dembélé auf dem Spielfeld infrage gestellt wird, natürlich. Dass seine Kommunikation kritisiert wird, auch das ist verständlich.
Mbappé ist weder tadellos noch über jede Kritik erhaben. Aber wenn ein Spieler mit solchen Referenzen seinen Platz in der Startelf rechtfertigen muss, wird nicht mehr sein Niveau infrage gestellt. Dann wird einfach nur ein Verantwortlicher gesucht. Und Mbappé wird nicht mehr nur nach dem beurteilt, was er tut, sondern nach dem, was er symbolisiert.
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Martin Mosnier ist Fußball-Experte bei eurosport.fr und begleitet die Équipe Tricolore bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada vor Ort in Boston.

Für die Übersetzung dieses Artikels wurde Software für Künstliche Intelligenz verwendet.

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Quelle: Perform


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