WM 2026 - Kylian Mbappé trotzt Tritten und Schlägen von Paraguay: "Wir können auch dreckig"
Mehrere strittige Szenen, kaum Konsequenzen – und am Ende ein klarer Vorwurf: Das Achtelfinale zwischen Frankreich und Paraguay (1:0) bei der WM 2026 sorgte vor allem wegen der harten Gangart der Südamerikaner für Diskussionen. Besonders pikant: Paraguay beendete die Partie ohne einzige Gelbe Karte, obwohl es gleich mehrere diskussionswürdige Situationen gab. Kylian Mbappé nahm's gelassen.
Fußball: Kylian Mbappé (Frankreich) bei der WM 2026 im Achtelfinale gegen Paraguay
Fotocredit: Getty Images
Schon früh im Spiel wurde die lasche Linie des überforderten Schiedsrichters Ilgiz Tantashev (Usbekistan) deutlich. In der 40. Minute traf Matias Galarza Kylian Mbappé im Laufduell mit einem Schlag gegen den Oberkörper, der Ball war dabei nicht in Reichweite. Ein Platzverweis blieb aus, der VAR griff nicht ein.
Auch unmittelbar vor dem letztlich spielentscheidenden Elfmeter für Frankreich in der 70. Minute (Mbappé verwandelte) gab es Aufregung: Matias Galarza und Gustavo Velazquez versuchten, den Elfmeterpunkt durch Tritte in den Rasen zu beschädigen.
Für Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich eine klare Unsportlichkeit, die zumindest eine Verwarnung (Gelbe Karte) hätte nach sich ziehen müssen.
"Der Schiedsrichter steht mit dem Rücken zum Spieler, der das macht. Da gehe ich als Assistent auf meinen Schiedsrichter und sage ihm via Funk: Das ist unsportlich, gib dem mal endlich ne Gelbe Karte. Ein Team ist dazu da, einem Schiedsrichter aufs Pferd zu helfen, wenn er das selber nicht kann", sagte Ittrich bei "MagentaTV".
Ittrich fassungslos: "Schlechteste Leistung bei dieser WM"
In der Schlussphase wurde es erneut ruppig, als Dayot Upamecano bei einem Einwurf einen Ellenbogenschlag abbekam. Insgesamt, so der Eindruck von Ex-Schiedsrichter Ittrich, bewegten sich zahlreiche Aktionen der Deutschland-Bezwinger aus Paraguay "an der Grenze zur Roten Karte".
Moderator Jan Henkel sprach nach der Partie sogar besonders deutlich von "widerlichem Fußball" und kritisierte die überharte Gangart der Paraguayer scharf. Für Ittrich war der Schiedsrichter mit der Spielleitung schlicht "überfordert" gewesen.
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Ilgiz Tantashev
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"Das war die schlechteste Schiedsrichterleistung bei dieser WM. Dass Paraguay ohne Gelbe Karte aus diesem Spiel rausgeht, ist unfassbar", meinte der deutsche Unparteiische, der zwischen 2016 und 2026 insgesamt 94 Spiele der Bundesliga pfiff.
Mbappé bleibt cool: "Können auch dreckig"
Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps verglich das Match mit der WM-Partie von 2018 gegen Uruguay, "als sie Kylian fast umgebracht haben". Damals siegte Frankreich im Viertelfinale mit 2:0, Deschamps wechselte seinen Superstar dabei sogar aus, um ihn zu schützen.
Am Samstagabend zeigte sich Kapitän Mbappé nach dem Spiel zwar betont abgeklärt, machte aber auch keinen Hehl daraus, dass er die Partie als extrem intensiv empfunden hatte. Man habe gewusst, was einen erwarte, sagte er.
"Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur Offensivfußball spielen können. Wenn wir uns die Hände schmutzig machen müssen, dann machen wir uns die Hände schmutzig. Ich habe kein Problem damit. Sie wollten nur kämpfen, aber wir können auch dreckig spielen", sagte der Stürmer, der die Partie mit seinem 19. WM-Tor entschied (70.).
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Fußball: Kylian Mbappé (Frankreich) jubelt über sein 1:0 im Achtelfinale der WM 2026 gegen Paraguay
Fotocredit: Getty Images
Gleichzeitig ordnete Mbappé die Partie aber auch als typische Auseinandersetzung auf diesem Niveau ein: Jeder kämpfe mit seinen Waffen. "Es gibt keine schlechte oder gute Art, Fußball zu spielen, es gibt nur eine Art zu siegen. Jetzt müssen wir uns erholen und auf Marokko konzentrieren", sagte der Star von Real Madrid. Am Donnerstag (22:00 Uhr im Liveticker) kommt es in Boston im Viertelfinale zur Neuauflage des Halbfinals der WM 2022.
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Quelle: Perform
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