WM 2026: Titelfavorit Spanien und sein Jungbrunnen - Lamine Yamal und Co. auf Gratwanderung in die Geschichtsbücher
Update 10/06/2026 um 07:50 GMT+2 Uhr
Als amtierender Europameister zählt Spanien bei der WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA natürlich zu den Topfavoriten auf den Titel. Unter Nationaltrainer Luis de la Fuente entwickelte sich "La Furia Roja" wieder zu einer gefürchteten Kraft im Weltfußball, mit Shootingstars wie Lamine Yamal und Nico Williams gelang ein Start in eine neue goldene Generation. Trotzdem droht eine Gratwanderung.
Lamine Yamal und Co. gelten als Topfavoriten auf den Titel bei der WM 2026
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Lediglich zwei Nationen war es bislang vorbehalten, als amtierender Europameister auch die WM-Trophäe in die Höhe zu stemmen. Deutschland gelang dieses Kunststück bei der Heim-WM 1974, Spanien zog 36 Jahre später in Südafrika nach.
Bei der anstehenden WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA will die neue "Furia Roja" die Erinnerungen an Legenden wie Fernando Torres, David Villa, Iker Casillas und Andrés Iniesta wiederbeleben - und selbst als Europa- und Weltmeister in die Geschichte eingehen.
In Gruppe H mit Kap Verde, Saudi-Arabien und Uruguay ist Spanien der haushohe Favorit. Der spätere Turnierverlauf droht jedoch zu einer Gratwanderung zu werden.
Der sechstjüngste Kader im Turnier hat nämlich reichlich Talent zu bieten - an sensiblen Punkten aber auch gefährliche Unerfahrenheit.
Spanien - der Schlüsselspieler: Yamal und ein enormer Druck
Das Aufatmen in Spanien war groß.
Aufgrund von Problemen am Oberschenkel hatten sowohl Lamine Yamal (18) als auch Nico Williams (23) den Saisonendspurt bei Barcelona respektive Athletic Bilbao verpasst, ihr Einsatz im Auftaktspiel gegen Kap Verde (Montag, ab 18:00 Uhr im Liveticker) stand in der Schwebe. Doch das Duo werde "für das nächste Spiel verfügbar sein", bestätigte Nationaltrainer Luis de la Fuente.
Die beiden Jungstars bilden eine gefürchtete Flügelzange, die enorme spanische Erwartungshaltung ruht jedoch vor allem auf den zarten Schultern von Yamal. Ein Blick auf die Zahlen offenbart jedoch, dass im spanischen Kader kein Weg an ihm vorbeiführt.
In der abgelaufenen Klubsaison kam der Teenager in 45 Pflichtspielen für Barça auf 24 Tore und 18 Vorlagen, im Schnitt lieferte der Rechtsaußen alle 88 Minuten einen Scorerpunkt ab. Yamal ist ein Spieler für die großen Momente - was auch "La Selección" zugutekam.
Bei der EM 2024 in Deutschland kam der damals 16-Jährige auf ein Tor und vier Vorlagen, im Finale gegen England (2:1) bereitete er das 1:0 durch Williams vor. Einen solchen Einfluss erhofft sich ganz Spanien nun auch zwei Jahre später von ihm.
Spanien - der Hoffnungsträger: Cubarsí soll zum Abwehrchef reifen
Ein Jahr älter als Yamal und doch "nur" in der Rolle des Hoffnungsträgers: Pau Cubarsí.
Unter Hansi Flick entwickelte sich der junge Innenverteidiger zur festen Größe im Abwehrzentrum des FC Barcelona, in den beiden vergangenen Spielzeiten kommt er auf 104 Pflichtspiele für die Katalanen.
Für Spanien stand Cubarsí erst in zwölf Spielen auf dem Rasen, bei der Weltmeisterschaft wird der Teenager dennoch voraussichtlich neben Aymeric Laporte in der Defensive das Sagen haben.
Das Talent des aufstrebenden Abwehrspielers, dessen Marktwert mittlerweile auf 80 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.com) beziffert wird, gilt als unbestritten und lässt ihn zu einer der interessantesten Personalien der Weltmeisterschaft aufsteigen. Seine internationale Unerfahrenheit könnte in den entscheidenden Momenten aber zum Stolperstein werden.
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Pau Cubarsí ist beim FC Barcelona einer der absoluten Leistungsträger
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Spanien - die Story: Der spanische Jungbrunnen
Bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren lag Spanien mit einem Durchschnittsalter von 27,53 Jahren noch auf Platz zwölf im Ranking.
In Nordamerika weist der Weltmeister von 2010 einen Durchschnitt von 26,75 Jahren vor, nur Tunesien (26,64), Bosnien (26,42), Marokko (26,39), Ecuador (26,08) und die Elfenbeinküste (25,85) liegen vor dem Titelfavoriten.
Der spanische Jungbrunnen ist aber keineswegs ein Experiment - sondern kurioserweise ein eingespieltes System. 15 der 26 Spieler, die zur Weltmeisterschaft reisen, spielten bereits unter Luis de la Fuente in der spanischen U21-Nationalmannschaft.
Eine goldene Generation, der keine Grenzen gesetzt sind.
Spanien - die Stärke: Automatismen durch und durch
Die spanische Nationalmannschaft verfügt nicht nur über herausragende Talente wie Yamal und Cubarsí, sondern vereint deren außergewöhnliche technische Qualität mit einem klaren taktischen Konzept, das über Jahre hinweg gewachsen ist.
Viele Spieler kennen die Abläufe bereits aus den Nachwuchsnationalmannschaften unter de la Fuente, wodurch ein hohes Maß an Automatismen entstanden ist. Gerade im Mittelfeld sorgt diese Eingespieltheit dafür, dass Spanien dank Spieler wie Rodri, Fabian Ruiz und Pedri auch unter Druck die Kontrolle behalten kann.
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Trainer Luis de la Fuente ist der Architekt des spanischen Erfolgs
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Kaum ein Team versteht es derzeit besser, den Gegner über längere Phasen vom Ball fernzuhalten. Gleichzeitig setzt die Mannschaft nach Ballverlusten sofort nach und gewinnt viele Bälle durch aggressives Gegenpressing zurück. Diese Mischung aus spielerischer Klasse, taktischer Reife und mannschaftlicher Geschlossenheit macht Spanien zu einem der komplettesten Teams der Welt.
Spanien - die Schwäche: Hinten entstehen große Lücken
So dominant Spanien mit dem Ball auch auftritt - die Spielweise birgt zugleich Risiken. Die Selección steht häufig weit aufgerückt und schiebt viele Spieler in die Offensive.
Gelingt es dem Gegner, den Spielaufbau früh zu stören oder den Ball in aussichtsreichen Zonen zu erobern, können sich hinter der spanischen Abwehr große Räume öffnen. Vor allem schnelle Umschaltmannschaften dürften versuchen, genau diese Schwachstelle auszunutzen.
Auch im Angriff fehlt Spanien der klassische Mittelstürmer, der selbst aus wenigen Chancen Tore erzielt. Die Offensivgefahr verteilt sich zwar auf viele Schultern, doch gegen tief stehende und kompakte Gegner kann die fehlende Präsenz im Strafraum zum Nachteil werden. In engen Partien wird daher entscheidend sein, ob Yamal und Co. ihre spielerische Überlegenheit auch in Tore ummünzen können.
WM 2026 - Spanien: Die Prognose
Spanien bringt alles mit, um den historischen Doppelschlag aus EM- und WM-Titel perfekt zu machen. Die Selección vereint außergewöhnliches Talent mit einer bemerkenswerten Eingespieltheit und besitzt trotz ihres jungen Alters bereits reichlich Erfahrung auf höchstem Niveau.
Spieler wie Yamal, Pedri oder Rodri können Partien im Alleingang prägen, während Coach de la Fuente auf ein System setzen kann, das trotz der Jugend seiner Mannschaft über Jahre gewachsen ist.
Die entscheidenden Prüfungen warten erst in der K.-o.-Runde. Dort wird sich zeigen, ob die junge Generation dem enormen Erwartungsdruck standhalten kann. Gerade die Defensive um den erst 19-jährigen Cubarsí könnte gegen die Weltklasse-Stürmer anderer Topnationen vor Herausforderungen gestellt werden. Hinzu kommt die Frage, ob Spanien in engen Spielen auch ohne klassischen Mittelstürmer die nötige Effizienz vor dem Tor entwickelt.
Eurosport-Einschätzung: Aus im Halbfinale.
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Quelle: Perform
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