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WM: Bundestrainer Julian Nagelsmann zittert, Präsident Bernd Neuendorf zögert - DFB-Entscheidung rückt näher
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Update 02/07/2026 um 14:20 GMT+2 Uhr
Bernd Neuendorf meidet das Rampenlicht bei brisanten Themen. In der Bundestrainer-Frage führt am DFB-Chef aber kein Weg vorbei. Nach dem Fiasko bei der Weltmeisterschaft wird über die Trainerentlassung von Julian Nagelmann und eine Neubesetzung durch Jürgen Klopp spekuliert. Zudem steht eine abschließende Erklärung für das Scheitern der DFB-Elf aus. Wann reagiert die Führungsetage um Neuendorf?
Neuendorf nach WM-Aus deutlich: "Können nicht zur Tagesordnung übergehen"
Quelle: Perform
Der Jetlag dürfte für Bernd Neuendorf noch das geringste Übel sein. Denn als der DFB-Chef nach der nächsten WM-Katastrophe wieder deutschen Boden betrat, häuften sich auf seinem Schreibtisch bereits andere Probleme.
Die erneute Razzia in der Verbandszentrale, Kritik an seiner Kommunikation – und vor allem die Frage, die alles überstrahlt: Wann entscheidet der oberste deutsche Fußballboss über die Zukunft von Noch-Bundestrainer Julian Nagelsmann?
Das Urteil des hohen DFB-Gerichts mit dem Vorsitzenden Neuendorf harrt seiner Verkündung, die Tage von Nagelsmann scheinen gezählt. Der 38-Jährige "hat keine Chance mehr", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" eine DFB-Quelle. Diese Ansicht deckt sich mit SID-Informationen. Ein Funktionär bekräftigt: "Die Stimmung und der Druck sind schon da", die Ära Nagelsmann zu beenden.
Das "niederländische Beispiel" von Ronald Koeman und dessen stilvollem Abgang gilt als Vorbild, zugleich gibt es scharfe Kritik an Nagelsmanns Außendarstellung. Das Wort "selbstverliebt" fällt. "Alles", schreibt die "SZ", deute jetzt auf Jürgen Klopp als Nachfolger hin. Aus den Landesverbänden ist zudem zu hören, man wünsche sich einen Fahrplan für die Trainer-Frage.
Nach WM-Aus: DFB gibt keine Abschluss-Pressekonferenz
Die Scheinwerfer richten sich auf den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der das Rampenlicht bei brisanten Themen eigentlich gerne meidet.
Still und heimlich hatte Neuendorf den Ort des Grauens verlassen, kritischen Fragen zum Debakel und den Konsequenzen stellte er sich nicht. Eine Abschluss-Pressekonferenz, wie es sie bei vorherigen Turnieren gegeben hatte, blieb aus - und mit ihr die Antwort, auf die Deutschland drängt.
Klopp als Nachfolger für Nagelsmann?
Ein Weiter so mit Nagelsmann schloss Neuendorf zwar praktisch aus, als er in einem vom DFB verbreiteten Statement betonte, dass man "nach einem derartigen Tiefschlag" nicht einfach "zur Tagesordnung übergehen" wolle.
Ob Nagelsmann weichen muss, Jürgen Klopp die kochende Volksseele als Nachfolger beruhigen soll und weitere Folgen auf der DFB-Führungsebene zu erwarten sind, entscheidet sich aber erst in den nächsten Tagen.
Der leise Abgang passte ins Bild, das Neuendorf rund um das von Kontroversen begleitete Turnier abgab.
Zu Donald Trumps Machenschaften und dem Gebaren des FIFA-Alleinherrschers Gianni Infantino hielt er sich bedeckt, doch Neuendorf, der seit drei Jahren im FIFA-Council sitzt und dort 250.000 US-Dollar jährlich einstreicht, verteidigte seine öffentliche Zurückhaltung.
Erklärung für WM-Fiasko steht aus
Man könne "sicher sein, dass ich mich dieser Themen annehme", sagte der 64-Jährige während der WM. Er verwies darauf, dass es "Fingerspitzengefühl und Diplomatie" brauche. Auch bei Nagelsmann?
Neuendorfs Vorsicht hat eine Vorgeschichte: Als Mitglied einer halbherzigen Infantino-Opposition aus Europa war er 2022 nach Katar gereist, zurück kehrte er gedemütigt als "Neuling", dem der FIFA-Boss im "One Love"-Machtkampf eine Lehrstunde vor den Augen der Weltöffentlichkeit erteilt hatte.
Das Binden-Desaster schob der Zirkel um Neuendorf später immer wieder als Erklärung für das sportliche Versagen vor. Diesmal, so die Kommunikation der DFB-Verantwortlichen, sollten politische Themen vom Team ferngehalten werden.
Für das Fiasko von Foxborough wird es daher andere Erklärungen geben müssen. In den kommenden Tagen werde man nun "gemeinsam und in Ruhe die Gründe erörtern", sagte Neuendorf vor seiner Abreise aus den USA, "weshalb die Mannschaft ihr vorhandenes Potenzial nicht hat abrufen können und ihren eigenen und den Erwartungen Fußball-Deutschlands nicht gerecht geworden ist".
Neuendorf nicht alleiniger Entscheider
Es ist ausgeschlossen, dass Neuendorf allein den Daumen senken wird. Schon bei der Installation von Rudi Völler hatte er sich Rat aus der Branche geholt.
Die Meinung des DFB-Vizepräsidenten Hans-Joachim Watzke, der durch die gemeinsame BVB-Zeit eine freundschaftliche Beziehung zu Klopp pflegt, besitzt dazu Gewicht. Auch Geschäftsführer Andreas Rettig sitzt mit am Tisch der DFB-Führung, die den Vertrag mit Nagelsmann nach dem Viertelfinal-Aus bei der Heim-EM bis 2028 verlängerte.
Obwohl sich die Lage unter Neuendorf beim einst so klammen Verband entspannt hat, dürften auch die Finanzen eine Rolle spielen.
Laut "Bild-Zeitung" wollen die Entscheider Nagelsmann noch einmal anhören. Danach muss Neuendorf ins Rampenlicht treten.
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(SID)
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