Rechenspiele wegen neuem WM-Modus - diese Gefahr droht wegen direktem Vergleich und den vielen Gruppendritten

Der letzte Spieltag der WM-Gruppenphase ist eröffnet: Gesucht werden die 32 Teilnehmer des neu eingeführten Sechzehntelfinals. Dass sich am Ende der Vorrunde auch zwei Drittel der Drittplatzierten der zwölf Gruppen für die K.o.-Phase qualifiziert, sorgt für Rechenspiele. Im schlimmsten Fall sorgt das für Nichtangriffspakte zwischen Gegnern, die beide von einem Remis profitieren könnten.

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Quelle: Perform

Für fünfzehn Nationen steht Stand Mittwochnacht schon sicher fest, wie es weitergeht: Neun Teams (Mexiko, Deutschland, USA, Frankreich, Norwegen, Argentinien, Kolumbien, Schweiz, Kanada) haben sich bereits für die Runde der letzten 32 qualifiziert.
Unterdessen geht es für sechs Nationen (Türkei, Haiti, Tunesien, Jordanien, Panama, Katar) nach der Gruppenphase direkt wieder nach Hause, während Bosnien-Herzegowina als Drittplatzierter der Gruppe B noch die anderen Ergebnisse abwarten muss.
Aufgrund der für das XXL-Turnier neu eingeführten FIFA-Regelungen zählt bei gleicher Punktzahl nicht wie bislang zuerst die Tordifferenz, sondern der direkte Vergleich.
So kommt es am letzten Gruppenspieltag zu einigen Konstellationen, bei denen Teams im Vorhinein Bescheid wissen, welches Ergebnis zum Weiterkommen beziehungsweise für welchen möglichen Gegner im Sechzehntelfinale reicht.

Schweiz erkämpft Gruppensieg gegen Kanada

Gleich bei der ersten Entscheidung in Gruppe B am Mittwochabend ergab sich das Szenario, dass beim Aufeinandertreffen zwischen Kanada und Schweiz, die mit jeweils vier Punkten vor Bosnien und Herzegowina sowie Katar (jeweils ein Punkt) in die Partie gegangen waren, bei einem Unentschieden beide Nationen sicher als Gruppenerster und -zweiter sicher in der K.o.-Runde gestanden wären.
Die Eidgenossen entschieden das Duell schließlich mit 2:1 (0:0) für sich, für Kanada reichte es auch so für Platz zwei.
Das ist aber nicht die einzige Partie, die von dieser Problematik betroffen ist.

Nichtangriffspakte in Gruppe D und F?

Ähnliches gilt für das Aufeinandertreffen zwischen Australien und Paraguay in Gruppe D sowie das Spiel Japan gegen Schweden in Gruppe F.
Australien und Paraguay liegen auf den Plätzen zwei und drei und haben beide drei Zähler; vier Punkte könnten Paraguay jedoch auch als Gruppendritter für die K.o.-Phase reichen - hier droht bei Remis-Stand ein Nichtangriffspakt.
In Gruppe F hat Japan als Zweiter zwar einen Zähler mehr (4) als Schweden auf Rang drei (3), doch auch hier könnte ein Unentschieden im Zweifelsfall günstig für beide Nationen sein. So würde Schweden bei einem Remis in der Tabelle der Gruppendritten auf jeden Fall Bosnien und Herzegowina wegen des um ein Tor besseren Torverhältnisses hinter sich lassen.

Österreich könnte eine Niederlage nutzen

In eine ganz andere Richtung könnte es indes am allerletzten Gruppenspieltag in der Partie Österreich gegen Algerien gehen. Hier droht dem Zweitplatzierten der Gruppe nämlich ein Sechzehntelfinalduell mit Spanien, falls der Europameister seine Gruppe H gewinnt.
Paradox: Österreich, das aktuell punktgleich mit Algerien durch das bessere Torverhältnis auf Platz zwei liegt, könnte bei einer Niederlage als einer der acht besten Gruppendritten theoretisch einen günstigeren Weg durch die K.o.-Phase erhalten als Gruppenzweiter - was man zu dem Zeitpunkt dann auch schon genau wissen würde. Selbiges gilt natürlich auch für den Gegner.
Es bleibt abzuwarten, inwieweit diese Überlegungen am Ende auf dem Platz ersichtlich werden ...
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Quelle: Perform


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