WM 2026: Thomas Tuchel spricht England Ballbesitz-DNA ab - Gary Neville kontert Aussagen: "Er wird es bereuen"

Thomas Tuchel eckt mit seiner Einschätzung zum Aus der englischen Nationalmannschaft im WM-Halbfinale auf der Insel weiter an. Nachdem der deutsche Trainer den Three Lions eine Ballbesitz-DNA wie Spanien oder Brasilien abgesprochen hatte, meldete sich Gary Neville zu Wort. "Ich sage das ganz ohne Vorurteile: Er wird es bereuen", meinte der 85-malige Nationalspieler im Podcast "Stick to Football".

WM-Aus gegen Argentinien: England-Trainer Tuchel nimmt Kritik an

Quelle: Perform

Er habe erwartet, dass Tuchel im Nachhinein über seine Entscheidungen während des Halbfinals anders denken werde. Die Einwechslungen der Verteidiger Ezri Konsa (72. Minute), Dan Burn und Nico O'Reilly (beide 82.) nach dem Führungstreffer von Anthony Gordon (55.) sorgten in England für Fragezeichen.
Die Kritik: Tuchel habe mit seinen defensiven Wechseln das falsche Zeichen gesendet. "Er hat den Spielern signalisiert, dass sie durchhalten sollen, und sie haben sich immer weiter in den Strafraum zurückgezogen", analysierte Neville. "Mit den Einwechslungen, die er vorgenommen hat, hat er ihnen nicht wirklich geholfen, da wieder herauszukommen."
Argentinien leitete schließlich noch die Wende ein und drehte das Halbfinale (1:2) durch die späten Treffer von Enzo Fernández (85.) und Lautaro Martínez (90.+2). Für die Three Lions endete der Traum vom ersten Titel seit 1966.
Tuchel hatte nach dem Aus erklärt, es liege "vielleicht nicht so sehr in unserer DNA wie in der der Spanier oder der Argentinier und Brasilianer, den Ball zu übernehmen und das Spiel mit dem Ball zu kontrollieren".

Neville: Tuchel für deutsche Siegermentalität geholt

Neville kritisierte diese Aussage. "Er hat Kobbie Mainoo nicht eingewechselt, der besser mit dem Ball umgehen kann als die meisten. Oder Bukayo Saka."
Zudem seien technische starke Spieler wie Phil Foden, Cole Palmer oder Trent Alexander-Arnold gar nicht erst nominiert worden. "Er hat Talente ausgelassen, die zu den besten ihrer Generation zählen würden", so der 52-Jährige.
Tuchel sei zudem aus einem anderen Grund nach England geholt worden als Ballbesitzfußball, meinte Neville. "Er soll nicht die englische Mentalität mitbringen, sondern die deutsche Siegermentalität." Die Aufgabe des ehemaligen Bayern- und Chelsea-Coaches sei es "uns in den entscheidenden Momenten die Härte, die Kaltblütigkeit und die Rücksichtslosigkeit zu verleihen".
Am Samstag geht es für England noch gegen Frankreich im Spiel um Platz drei (23:00 Uhr im Liveticker) um einen versöhnlichen Abschluss der WM. Trotz des bitteren Ausscheidens hält der englische Verband FA offenbar weiter an Tuchel fest, der einen Vertrag bis zur Heim-EM 2028 besitzt.
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Quelle: MagentaTV


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