Masters - Bernhard Langer nimmt Abschied von Augusta nach großer Karriere: "Es ist jetzt schon sehr emotional für mich"

Die deutsche Golf-Ikone Bernhard Langer startet in seine letzten US-Masters. Der zweimalige Gewinner muss mit seinen Gefühlen kämpfen. Für den von "CNN" in einem langen Beitrag als einer der "beliebtesten Spieler der Geschichte" gewürdigten 67-Jährigen geht somit eine überaus erfolgreiche Karriere zu Ende. Seinen Abschied feiert er bereits am Freitag, außer ihm gelingt die Überraschung.

Bernhard Langer startet in letztes Masters: "Es ist Zeit, aufzuhören"

Quelle: Perform

Die Stimme plötzlich brüchig, die Augen rasch feucht. Als Bernhard Langer von den Masters-Bossen kurz vor dem Turnierstart die ganz große Bühne bekam, wurde die deutsche Golf-Ikone von ihren Gefühlen übermannt.
"Es ist jetzt schon sehr emotional für mich", gab der zweimalige Champion bei der eigens für ihn anberaumten Pressekonferenz mit Blick auf seinen letzten Auftritt in Augusta zu: "Das wird bittersüß für mich."
Daran bestand kein Zweifel während der ausführlichen Plauderei Langers über seine bisherigen 40 Starts an der legendären Magnolia Lane, seine zwei Triumphe 1985 und 1993, seine Rückschläge und sein Leben für den Golfsport.
"Es war eine wundervolle Reise. Mir gehen tolle Erinnerungen durch den Kopf. Ich war gesegnet mit Gesundheit und Talent", bilanzierte der mittlerweile 67-Jährige seine überaus erfolgreiche Karriere: "Aber ich musste auch bereit sein, Opfer zu bringen. Es war oft einsam in den Hotelzimmern."

Langer "hier nicht mehr konkurrenzfähig"

All diese Erinnerungen werden den Anhausener, der sogar von "CNN" am Dienstag in einem langen Beitrag als einer der "beliebtesten Spieler der Geschichte" gewürdigt wurde, bei seinem "Farewell" begleiten.
"Spätestens auf dem letzten Loch wird es mich umhauen. Hoffentlich kann ich mich bis dahin kontrollierten - aber dafür gibt es keine Garantie", sagte Langer: "Ich komme aus einem 800-Seelen-Dorf in Bayern. Als ich begonnen habe, bedeutete Golf nichts in Deutschland. Nun ist es aber an der Zeit, um Schluss zu machen. Ich bin hier nicht mehr konkurrenzfähig."
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Bernhard Langer bei seiner letzten Platzbegehung in Augusta

Fotocredit: Getty Images

Die Zeit war nach Ansicht des gläubigen Maurer-Sohns eigentlich schon im vergangenen Jahr gekommen. Doch ein Riss der Achillessehne verzögerte den Abschied.
Nun ist alles bereitet für den großen Abgang des international mehr als in seinem Heimatland geachteten Routiniers, der sagenhafte 115 Turniersiege auf dem ganzen Globus gefeiert hat.

Viel Familie vor Ort

Alle, die Langer wichtig sind, werden im US-Bundesstaat Georgia dabei sein, wenn er am Donnerstag um 8:35 Uhr Ortszeit (14:35 Uhr MESZ) zum ersten Mal abschlägt.
Ehefrau Vikki Carol, die vier Kinder Jackie, Stefan, Christina und Jason, die vier Enkelkinder, Bruder Erwin sowie zahlreiche Freunde aus Deutschland und den USA sind vor Ort.
"Eigentlich bin ich ein Wettkämpfer und kann mich beim Turnier auf den Sport konzentrieren", sagte Langer, dessen Laufbahn sich auch auf der Champions-Tour der über 50-Jährigen dem Ende zuneigt: "Aber diesmal wird das sicher schwierig, wenn ich all die Gesichter auf dem Platz sehe."
Dass der Deutsche länger als zwei Tage von seiner "Crew" angefeuert wird, erscheint allerdings äußerst unwahrscheinlich. Es wäre ein mittleres Golf-Wunder, wenn Langer den Cut schaffen würde und am Wochenende noch mit von der Partie wäre.

"Im Golf kann alles passieren"

Zwar hielt Langer zwischenzeitlich den Rekord für den ältesten Teilnehmer, der es in die "zweite Halbzeit" geschafft hat - aber auch das ist mittlerweile schon fünf Jahre her.
"Der Kurs wird immer länger - und ich schlage den Ball immer kürzer", beschrieb Langer die große Herausforderung. Obwohl er tief im Innern auf die Sensation hofft ("Im Golf kann alles passieren"), wird Langers Masters-Karriere mit großer Wahrscheinlichkeit schon am Freitag auf Loch 18 enden. Mit Tränen, der Familie und den Freunden. Bittersüß eben.
(SID)
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Quelle: Eurosport


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