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Liga plant Reform, Nincevic Klage
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Publiziert 24/05/2013 um 13:19 GMT+2 Uhr
Nach seinem Kopfstoß muss Torsten Jansen nur zwei Bundesligaspiele aussetzen, da die Sperre nicht auf die neue Saison übertragen wird. Nach heftiger Kritik gegen das Urteil könnte diese Regel schon bald der Vergangenheit angehören.
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Der brutale Kopfstoß von Torsten Jansen gegen Ivan Nincevic wird wohl weitreichende Folgen haben. Während der Berliner Nincevic eine Zivilklage wegen Körperverletzung vorbereitet, fasst die Spitze der Handball-Bundesliga (HBL) eine Reform ins Auge. Schon im Herbst könnte eine Änderung der Statuten des DHB beschlossen werden - und für eine konsequentere Bestrafung sorgen.
"Zurzeit gehe ich davon aus, dass wir einen entsprechenden Antrag beim DHB stellen werden. Wir werden das in den kommenden Tagen ernsthaft prüfen", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann dem SID. Die bisherige Regelung, nach der ein Spieler seine Sperre im Gegensatz zum Fußball in der Saisonpause absitzen kann, sei "bizarr" und mache "keinen Sinn".
Jahrzehnte altes Problem
Auch Verbandsjustiziar Andreas Thiel, der Jansen am Donnerstag zu einer Rekordstrafe verurteilt hatte, sprach am Freitag von einem "Systemfehler" in der geltenden Rechtsordnung des DHB. "Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt", sagte Thiel dem SID. Der ehemalige Bundesligatorwart sieht für einen Änderungsantrag, der wahlweise von der Liga oder einem der Landesverbände beim DHB eingereicht werden kann, durchaus Chancen. Eine einfache Mehrheit beim DHB-Bundestag am 22. September in Düsseldorf genügt.
Berlins Geschäftsführer Bob Hanning begrüßte die Überlegungen der HBL, kritisierte aber die Vorgehensweise. "Jetzt nach neuen Regeln zu schreien, überracht mich schon sehr. Die HBL hätte den Weg zum Sportgericht ohne Probleme gehen können - doch die Chance wurde vertan", sagte Hanning dem SID. Die Liga könne nicht Anwalt und Richter zugleich sein.
Hohn von Opfer Nincevic
Der frühere Nationalspieler Jansen war nach seiner Tätlichkeit für zehn Meisterschaftsspiele, längstens aber für zwei Monate gesperrt worden. Faktisch bedeutet dies, dass der Linksaußen des HSV Hamburg lediglich in den beiden noch ausstehenden Spielen der aktuellen Saison fehlen wird und er auch beim Final Four in der Champions League (1./2. Juni) spielberechtigt ist. Auf einen Antrag auf weitere Bestrafung durch das Bundessportgericht verzichtete die dreiköpfige Kommission um Thiel. Der HSV Hamburg gab am Freitag bekannt, dass Verein und Spieler die Sperre und "die empfindliche Geldstrafe von 15.000 Euro" akzeptieren.
Nincevic, der durch das Foul schwere Prellungen an Jochbein und Hinterkopf sowie eine schwere Gehirnerschütterung erlitt, bezeichnete das Urteil als "lächerlich" und plädierte für eine Verschärfung des Regelwerks. "An den letzten beiden Spieltagen kann nun jeder foulen, wie er will, ihm passiert quasi nichts", sagte Nincevic der Bild-Zeitung.
Der 31 Jahre alte Kroate will Jansen nach SID-Informationen in der kommenden Woche auf Schmerzensgeld verklagen, ein entprechender Antrag wird vorbereitet. "Ich werde das mit meiner Familie besprechen. Aber in Deutschland scheint das der Trend zu sein", sagte Nincevic der B.Z.. Füchse-Boss Hanning wollte eine bevorstehende Klage auf SID-Anfrage weder bestätigen noch dementieren.
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