Uwe Gensheimer steht auf einer Brücke mitten in Paris. Hinter ihm der Eiffelturm, unter ihm fließt die Seine. Gensheimer bestellt ein Taxi. "A la maison", sagt er. Nach Hause. Im Auto träumt Gensheimer von seinen früheren Erfolgen mit den Rhein-Neckar Löwen. Wenige Augenblicke später erreicht er die Arena in Mannheim, pustet noch einmal kräftig durch und drückt die Türklinke.
"Willkommen Zuhause, Uwe!", heißt der zweiminütige und mit dramatischer Musik unterlegte Film, den die Löwen unmittelbar vor der offiziellen Vorstellung ihres Heilsbringers präsentieren. Dann betritt der wahrhaftige Gensheimer die Szenerie. Unaufgeregt, locker und bodenständig wie eh und je.
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"Ich freue mich sehr darüber, dass es geklappt hat", sagte der Nationalmannschafts-Kapitän, der einen Vertrag ab Sommer bis 2022 unterschrieb. Das Comeback bei den Löwen nach dann drei Jahren beim französischen Spitzenklub Paris St. Germain sei für ihn eine "Herzensangelegenheit" und "wie eine Rückkehr nach Hause".

Groß zelebrierter Transfer

Er fühle sich in Paris zwar wohl, betonte Gensheimer, "aber als kleine Familie mit einem Sohn vereinfacht es natürlich vieles, wenn man Familie und Freunde im engeren Umfeld bei sich hat." Und so kehrt der Weltklasse-Linksaußen im Sommer in die Region zurück, aus der er stammt. In Plankstadt, einer 10.000-Seelen-Gemeinde zwischen Mannheim und Heidelberg, lässt sich Gensheimer mit Ehefrau Sandra und Sohn Matti gerade ein Haus bauen.
Die Löwen-Verantwortlichen zelebrierten die Gensheimer-Vorstellung wie keinen Transfer im Handball zuvor. Acht Kamerateams zwängten sich in den Presseraum der SAP-Arena, Sky übertrug live. "Wir holen den besten Linksaußen der Welt zurück, der gerade bei der WM gezeigt hat, dass er noch einmal einen Riesensprung nach vorne gemacht hat", sagte Löwen-Teammanager Oliver Roggisch und sprach von einer "Top-Verpflichtung, sportlich und menschlich. Uwe ist das richtige Puzzlestück für unsere Zukunft." Eine Zukunft, in der die Badener laut Gensheimer wieder "um alle Titel mitspielen" können.

Gensheimer der "Handballgott"

Gensheimer, der bei der Heim-WM ungeachtet des bitteren vierten Platzes gerade das Turnier seines Lebens spielte, lief bereits von 2003 bis 2016 für die Löwen auf. Spätestens seit dem Gewinn der ersten deutschen Meisterschaft in der Vereinsgeschichte 2016 wird er von den Fans als "Handballgott" verehrt. In Mannheim, seiner Geburtsstadt, wurde Gensheimer zu Deutschlands Handballer der Jahre 2011, 2012, 2013 und 2014 und stieg zu einem Superstar der Branche auf.
Kein Wunder also, dass der Gensheimer-Coup auch in der Ligazentrale in Köln für gute Stimmung sorgte. "Es ist ein starkes Zeichen und extrem wichtig, dass nun alle Nationalspieler wieder bei uns in Deutschland spielen. Das finden wir super", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann und bezeichnete Gensheimer als "riesige Identifikationsfigur, die wir mit offenen Armen empfangen." Zudem sei der Transfer ein Beleg dafür, dass die Bundesliga international weiterhin konkurrenzfähig sei.
Zuvor will der 32-jährige Gensheimer aber seine Mission in der französischen Hauptstadt zu Ende bringen. Nach zwei erfolglosen Anläufen soll es in diesem Jahr endlich mit dem ersehnten Champions-League-Titel klappen.
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