Flensburg wartet ab

Die SG Flensburg-Handewitt hat Regressansprüche gegen den THW Kiel angekündigt, falls sich die Manipulationsvorwürfe gegen den deutschen Meister bewahrheiten sollten. "Dann steht uns der Titel 2007 automatisch zu und werden wir gegen Kiel Regressansprüche stellen", so Geschäftsführer Fynn Holpert.

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"Denn uns sind Prämien von Sponsoren, Förderern und der EHF entgangen", ergänzte Holpert gegenüber den "Lübecker Nachrichten".
Der Hauptsponsor des THW Kiel, die Provinzial Versicherungen, geht in der angeblichen Manipulationsaffäre weiter von der "Unschuldsvermutung" aus. Das Unternehmen erwäge derzeit keine Beendigung seines Engagements beim Rekordmeister, sagte Provinzial-Sprecher Günther Jesumann. "Das Sponsoring stellen wir auf den Prüfstand, wenn sich Beweise handfest ergeben." Natürlich würde der Konzern aber darüber nachdenken, wie er sich verhalte.
Profi-Schiedsrichter gefordert
Im Zusammenhang mit den Manipulationsvorwürfen haben derweil die Vertreter von führenden europäischen Clubs unabhängige Schiedsrichter gefordert. Um die Kontakte der Vereine zu den Referees im Vorfeld der Spiele zu reduzieren, sollten analog zur Basketball-Euro-League die Unparteiischen nicht von den Clubs betreut werden, sondern eigenständig zu den Spielen anreisen.
Zudem wurden auf der Champions-League-Tagung in Wien die Einführung von Profi-Schiedsrichtern sowie eine kürzere Ansetzungsfrist diskutiert. Bislang werden die Unparteiischen in der Champions League zwei Wochen vor den Spielen von der Europäischen Handball-Föderation (EHF) nominiert.
"Ein Lump wäre trotzdem anfällig"
"Ich glaube nicht, dass eine bessere Entlohnung die potenzielle Bestechlichkeit reduzieren würde. Ein Lump wäre trotzdem anfällig", sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL, dem "Bonner Generalanzeiger".
In der Champions League erhalten die Schiedsrichter ihre Reisekosten erstattet und eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 400 Euro. Für die Betreuung der Referees inklusive Unterbringung und Freizeitprogramm sind die gastgebenden Vereine zuständig.
Barcelona wehrt sich gegen Vorwürfe
Unterdessen wehrte sich der FC Barcelona gegen Gerüchte im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", das Champions-League-Endspiel 2000 gegen den THW Kiel zu seinen Gunsten beeinflusst zu haben. "Wir haben nie Spiele manipuliert. Nicht in der Zeit, als ich Spieler war, und nicht in der Zeit, seit ich Manager bin", sagte Xavier O'Callaghan, Manager des Champions-League-Rekordsiegers.
Wie zahlreiche seiner Kollegen reagierte er mit Unverständnis und Überraschung auf die Vorgänge rund um den THW Kiel. "Wir können das alles nicht verstehen, was in Deutschland passiert. Wir wissen nicht, was wir von alledem halten sollen", sagte der Spanier. O'Callaghan und seine Kollegen befürchten einen erheblichen Schaden für den internationalen Handball. "Das wirft kein gutes Licht auf unsere Sportart", sagte Benjamin Kuznezow, Vertreter des russischen Serienmeisters Medwedi Tschechow, der im Champions-League-Viertelfinale auf die Rhein-Neckar Löwen trifft.
EHF: Keine eigenen Nachforschungen
Der Europäische Handball-Verband EHF wird im Zusammenhang mit Betrugsvorwürfen keine eigenen Nachforschungen einleiten. Man wolle weiterhin die Ermittlungsergebnisse durch die Kieler Staatsanwaltschaft abwarten, ehe der Slowake Jozef Ambrus als "Initiator of Proceedings" eventuell aktiv wird. "Die EHF will sich einzig und allein auf Fakten und nicht Gerüchte konzentrieren. Wenn Fakten vorliegen, wird die Arbeit des Initiators auch beginnen", sagte EHF-Generalsekretär Michael Wiederer.
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