Löwen-Debakel in Kiel

Der THW Kiel hat die Rhein-Neckar Löwen im Halbfinal-Hinspiel der Champions League deklassiert. Vor 10.250 Zuschauern in der heimischen Sparkassen-Arena demütigte der deutsche Rekordmeister die Gäste aus Baden mit 37:23 (20:8). Das Rückspiel findet am 30. April (19:00 Uhr live bei Eurosport) statt.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

"Es gibt keine Ausreden, auch wenn wir zuletzt kaum mit unsere Stammforamtion trainieren konnten. Kiel hat uns die Grenzen aufgezeigt", erklärte Löwen-Schlussmann Hening Fritz nach der Pleite im Gespräch mit Eurosport. Der 34-Jährige bemängelte die "halbherzige" Chancenverwertung seiner Mannschaft. "Selbst als Kiel in der zweiten Halbzeit etwas nachließ, konnten wir daraus kein Kapital schlagen. Der Sieg des THW geht in dieser Höhe in Ordnung", so Fritz. Der Weltmeister von 2007 sieht nach der klaren Niederlage keine Möglichkeiten mehr, doch noch das Finale zu erreichen. "Wir müssen uns im Rückspiel vernünftig aus der Champions League verabschieden und dem Publikum etwas bieten", foderte der Keeper.
Kiel kann dagegen auf seinem Weg zum Triple bereits mit dem Champions-League-Finale planen. Der Mannschaft von Trainer Alfred Gislason würde sogar eine Niederlage mit 13 Treffern Differenz zum Weiterkommen reichen. Bester Werfer der Partie war THW-Rückraumspieler Filip Jicha mit zwölf Treffern. "Löwen"-Nationalspieler Oliver Roggisch (48.) und der Norweger Börge Lund (54.) auf Seite des THW sahen jeweils mit der dritten Zeitstrafe die Rote Karte.
"Zebras" wie im Rausch
Beide Teams boten sich ungeachtet der hitzigen Aussagen beider Führungsriegen zur angeblichen Manipulationsaffäre um den THW im Vorfeld der Begegnung ein umkämpftes, aber sportlich faires Duell. Nach ausgeglichenem Beginn deklassierten die Kieler den Kontrahenten im ersten Abschnitt. Die wie im Rausch spielende Mannschaft von der Förde baute ihre 9:7-Führung bis zum 18:7 aus, ehe Mariusz Jurasik den ersten Treffer für die "Löwen" nach 14-minütiger Torflaute erzielte (28. Minute).
Die Süddeutschen offenbarten in dieser Phase eine Reihe technischer Fehler und fehlende Präzision im Abschluss. Den Rest wehrte "Zebra"-Schlussmann Thierry Omeyer erfolgreich ab. Zudem konnten sich die Mannheimer beim Ex-Kieler Fritz bedanken, der zahlreiche weitere THW-Würfe glänzend parierte. Der frühere Nationaltorhüter war zuvor frenetisch von den Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena begrüßt worden.
"Tempospiel aufgezogen und Druck gemacht"
Nach dem Wiederbeginn ließ die Konzentration beim THW etwas nach, sodass die "Löwen" den Rückstand verkürzen konnten (15:23). Gegen Ende drehten die Hausherren nochmals auf und machten den Finaleinzug so gut wie perfekt.
Die Spieler aber blieben vorsichtig: "So ein Sieg mit 14 Toren Unterschied ist natürlich sehr schön. Wir haben vor allem ein tolle erste Halbzeit gespielt, aber es ist erst die Hälfte des Weges zurückgelegt. Wir müssen weiter aufpassen", analysierte THW-Torhüter Omeyer nach der Partie im Exklusiv-Interview mit Eurosport . Teamkollege Jicha sah es ähnlich: "In den ersten 30 Minuten haben wir super gedeckt. Dann haben wir unser Tempospiel aufgezogen und Druck gemacht. Nichtsdestotrotz bleiben wir vorsichtig", betonte der tschechische Nationalspieler.
TV-TIPP: Die Handball Champions League live bei Eurosport TV und im Eurosport Player auf eurosport.yahoo.de. Verfolgen Sie alle vier Halbfinalpartien und ab dem 23. Mai die Endspiele.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung