THW Kiel legt Grundstein

Der THW Kiel ist auf dem Weg zum zweiten Triple seiner Geschichte. Der Meister und DHB-Pokalsieger setzte sich im Hinspiel des Champions-League-Finales mit 39:34 gegen den spanischen Titelträger und Cup-Verteidiger BM Ciudad Real durch und reist mit komfortablen Vorsprung nach Spanien.

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"Es war ein unglaublich schweres Spiel für uns. In der ersten Halbzeit lief es wunderbar, aber es war klar, dass gegen eine Mannschaft dieser Klasse auch schwächere Phasen kommen. Das ist in den ersten 25 Minuten der zweiten Hälfte auch immer wieder passiert. Aber wir konnten dann in den letzten fünf Minuten noch einmal zulegen, sodass wir jetzt mit dem Ergebnis sehr zufrieden sind", erklärte Filip Jicha nach der Partie im Gespräch mit Eurosport. Der linke Rückraumwerfer traf neun Mal und steht mit nunmehr 95 Champions-League-Toren als Torschützenkönig in "Europas Königsklasse" quasi fest.
Das Rückspiel in der 70.000-Einwohner-Stadt 200 Kilometer südlich von Madrid wird am kommenden Sonntag um 18:00 Uhr (Live im Eurosport Player und im TV bei Eurosport) angepfiffen. Die Kieler wollen wie 2007 das Triple von Meisterschaft, DHB-Pokal und Champions League perfekt machen. Bislang steht für den THW ein Triumph in der "Königsklasse" (2007) zu Buche, Ciudad Real bringt es auf zwei Titel (2006, 2008).
Kampfbetonter Final-Kracher
Das Spiel der Giganten, wie die Begegnung der zurzeit weltbesten Teams gerühmt wurde, stand nicht auf höchstem spielerischen Niveau. Die Abwehrreihen beider Teams drückten der Partie phasenweise ihren Stempel auf: Es wurde mehr Handball gekämpft, denn gespielt. Die Spanier versuchten, Kiels Welthandballer Nikola Karabatic durch Manndeckung auszuschalten und fielen durch zahlreiche Fouls im Angriff auf.
Vor allem Siarhei Rutenka rammte seinen Bewachern mehrmals den Ellenbogen in Körper und Gesicht und hatte Glück, dass die dänischen Unparteiischen seine Attacken lediglich mit einer Zwei-Minuten-Strafe ahndeten.
Kiel setzt Ausrufezeichen
In der Neuauflage des Vorjahres-Finales, das die Spanier zu ihren Gunsten entschieden hatten, präsentierten sich die Gastgeber vor 10.250 Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena hochkonzentriert. Nach den seit nahezu vier Monaten andauernden Manipulationsvorwürfen gegen die Kieler, die sich auch auf das bislang einzige siegreiche Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt erstrecken, wollten die Gastgeber schon im Heimspiel gegen den Cup-Verteidiger ein Signal setzen.
Zwischenzeitlich führte der THW bereits mit sechs Toren, musste aber immer wieder Durststrecken überstehen, in denen der vierfache spanische Meister einmal gar ausgleichen konnte (8:8/18. Minute).
Schlussspurt sichert den Erfolg
Die bis auf den verletzten Torhüter Andreas Palicka in Bestbesetzung angetretenen Kieler mühten sich in der zweiten Halbzeit weiter gegen die geradezu giftigen Gäste, die im der Hauptrunde des diesjährigen Champions-League-Durchgangs noch mit 26:33 in Kiel verloren hatten. Als Markus Ahlm wegen der dritten Zeitstrafe disqualifiziert wurde, hatte der THW in der Abwehr einige Probleme.
Erneut schmolz eine Vier-Tore-Führung (25:21/40.) binnen zwei Minuten auf 25:24 (42.). Als es beim Stand von 35:33 aus Sicht der "Zebras" zu einem knappen Spielausgang zu kommen schien, bewies der THW seine ganze Klasse. Mit vier Toren in Folge zogen die Kieler auf 39:33 davon, ehe Olafur Stefansson in der letzten Spielsekunde noch ein Treffer gelang.
"Uns erwarten 60 heiße Minuten"
Bester Schütze für THW waren Filip Jicha und an seinem 25. Geburtstag Vid Kavticnik mit je neun Toren. "Das war heute ein Super-Geburtstagsgeschenk", erklärte Kavticnik gegenüber Eurosport. "Ich hoffe nun, dass der Vorsprung reicht. Wir müssen auf jeden Fall noch viel arbeiten für das Triple."
Für THW-Trainer Alfred Gislason, der bereits einmal mit dem SC Magdeburg (2002) die Champions League gewonnen hat, zählt die Höhe des Hinspiel-Erfolges nicht viel: "Ein Vorsprung bedeutet relativ wenig. Die Entscheidung fällt erst im Rückspiel", meinte der Isländer. Jicha sah es ähnlich. "Uns erwarten noch einmal 60 heiße Minuten in Ciudad Real. Wir müssen die Konzentration hoch halten, denn wir haben unser Ziel noch nicht erreicht."
TV-Tipp: Die Handball Champions League live bei Eurosport TV und im Eurosport Player auf eurosport.yahoo.de. Verfolgen Sie 31. Mai (18:00 Uhr) das Final-Rückspiel zwischen Ciudad Real und Kiel.
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