EHF Champions League: Unklarheiten im Reglement angesichts neuer Saison sorgen für Frust bei deutschen Topklubs

Fünf Teams kämpfen im Schlussspurt der Bundesliga noch um einen Startplatz in der lukrativen Champions League. Für Ärger sorgt eine Unklarheit im Reglement. Demnach steht noch immer nicht fest, ob die drittplatzierte Mannschaft in der Königsklasse spielen wird. Unter anderem der VfL Gummersbach, der aktuell den vierten Platz belegt, beklagt sich über die unzureichende Planungssicherheit.

Bei den deutschen Handball-Mannschaften um die Füchse Berlin mit Starspieler Mathias Gidsel (r.) herrscht Frustration angesichts der Unklarheiten im Reglement für die neue Saison

Fotocredit: Getty Images

Geht es nach dem Trend, braucht man sich in Gummersbach keine Sorgen zu machen. Der VfL spielt die beste Saison seit zwei Jahrzehnten, gewinnt seit Wochen jedes Spiel, dem Traditionsklub winkt die Champions League - doch Sportdirektor Christoph Schindler ist verschnupft.
"Wir alle wissen mal wieder nicht, welcher Tabellenplatz bei uns wofür in Europa reicht. Das ist verrückt und zeigt das Problem im Handball auf", sagte Schindler im Interview mit der "Sportbild". Das Vorgehen der Europäischen Handballföderation (EHF) sei "einfach schlecht".
Sportlich könnte es für Gummersbach kaum besser laufen. Nach neun Siegen in Serie liegt der Altmeister als Tabellenvierter lediglich zwei Minuspunkte hinter dem zweiten Platz und kämpft wie Flensburg, Berlin und Kiel um die Vizemeisterschaft. Doch vor dem Endspurt in der Liga weiß keiner so recht, woran er ist.
picture

Bei den deutschen Handball-Mannschaften um die Füchse Berlin mit Starspieler Mathias Gidsel (r.) herrscht Frustration angesichts der Unklarheiten im Reglement für die neue Saison

Fotocredit: Getty Images


Dass der designierte neue deutsche Meister SC Magdeburg einen Startplatz in der Königsklasse bekommt, ist sicher. Gleiches gilt wohl für den Zweiten. Was aber mit dem dritten Startplatz passiert, den Deutschland im Zuge der Erweiterung der Champions League zur kommenden Saison von 16 auf 24 Mannschaften erhält, ist völlig offen.

Dritter Startplatz für die Champions League weiter unklar

Dass der Ligadritte automatisch dabei ist, darf mindestens bezweifelt werden. Denn sowohl in der Champions League (SC Magdeburg, Füchse Berlin) als auch in der European League (Hannover-Burgdorf, THW Kiel, MT Melsungen, SG Flensburg-Handewitt) sind deutsche Sieger nicht unwahrscheinlich. Sieger, die ziemlich sicher auch einen Anspruch auf ein Startrecht im hochwertigsten europäischen Klubwettbewerb der neuen Saison erheben dürften.
Licht ins Dunkel bringt auch die EHF nicht. Einen Fixplatz habe die Bundesliga, heißt es seitens des Dachverbands auf SID-Anfrage. Als eine der Top-10-Nationen im aktuellen Ranking gebe es die Möglichkeit, "bis zu zwei Upgrade-Requests" einzureichen. Mehr als drei Mannschaften pro Verband werde es aber nicht geben.
"Die Plätze für Upgrades bzw. für die Wildcard-Anfragen werden von der EHF nach Eingang aller Anträge und im besten Sinne des Wettbewerbs vergeben", so ein EHF-Sprecher. Dabei würden sowohl sportliche als auch wirtschaftliche und organisatorische Aspekte in Erwägung gezogen.

Geduld für Schindlers Gummersbacher gefragt

Der Kriterienkatalog werde "gerade überarbeitet und die Anpassungen werden im April von der EHF-Exekutive bestätigt". Das neue Reglement wird dann mit den Registrierungsunterlagen an die Klubs verschickt. Deadline für die Anmeldung ist der 16. Juni, die teilnehmenden Teams werden vor der Gruppenauslosung am 26. Juni bekannt gegeben.
Bis dahin werden sich Schindler und seine Gummersbacher wie auch die anderen Teams gedulden müssen. Was bis dahin ganz sicher hilft, sind weitere Siege.
(SID)

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung