Deutsche Handballerinnen hadern mit EM-Einbruch: Deutliche Niederlage gegen Dänemark verringert Chancen auf Halbfinale

Wut? Frust? Enttäuschung? Bei der Frage nach seinen Gefühlen rang Markus Gaugisch um die richtigen Worte. "Wut nicht", sagte der Bundestrainer nach dem wohl geplatzten Medaillentraum von Deutschlands Handballerinnen bei der EM. Wut empfinde er nur, "wenn der Wille fehlt. Jetzt ist es natürlich Enttäuschung." Und was für welche. Die deutliche Niederlage der DHB-Frauen zehrt an den Kräften.

Die Enttäuschung bei den DHB-Frauen ist groß

Fotocredit: Getty Images

Nach dem nächsten EM-Einbruch hatten auch die deutschen Handballerinnen den Glauben an ein "Wunder von Wien" verloren. Den Konjunktiv bemühten sie nicht mehr, zu tief saß die Enttäuschung, zu düster sind die Aussichten.
"Das nervt schon heftig", sagte Kapitänin Emily Bölk nach dem 22:30 gegen Dänemark niedergeschlagen. Ein Jahr vor der mit großen Erwartungen verbundenen Heim-WM stagniert die Nationalmannschaft in ihrer Entwicklung.
Wieder hatten die DHB-Frauen gegen ein Top-Team gut mitgehalten, wieder verloren sie am Ende deutlich. Die Chancen auf die erste EM-Medaille seit 30 Jahren und das erste Halbfinale bei einem großen Turnier seit 2008? Schon nach dem zweiten von vier Hauptrundenspielen nicht mehr realistisch.
Selbst bei Siegen gegen den bislang ungeschlagenen Titelverteidiger und Olympiasieger Norwegen am Montag (18:00 Uhr) und Slowenien am Mittwoch (15:30 Uhr) wäre das deutsche Team auf dreifache Schützenhilfe angewiesen.

Die Enttäuschung der DHB-Frauen sitzt tief

Wut? Frust? Enttäuschung? Bei der Frage nach seinen Gefühlen rang auch Markus Gaugisch um die richtigen Worte. "Wut nicht", sagte der Bundestrainer.
Wut empfinde er nur, "wenn der Wille fehlt. Jetzt ist es natürlich Enttäuschung." Und was für welche. Tränen flossen bei Bölk und Co. zwar nicht, doch eine Erklärung dafür, warum im Schlussdrittel der Partie überhaupt nichts mehr ging, hatte so recht keiner.
"Letztendlich müssen wir schon in den Spiegel schauen und sagen: 'Okay, wir stehen da, wo wir auch hingehören.' Faktisch sind andere Mannschaften von der Qualität der einzelnen Spielerinnen uns einen Schritt voraus", sagte DHB-Sportvorstand Ingo Meckes.
Auch Gaugisch sprach von einem Unterschied zwischen den Top fünf "und dem, was wir jetzt gerade machen". Vor allem in puncto Konstanz.

Gaugisch: "Es geht darum, sich zu verbessern"

Das deutsche Team hielt gegen den dänischen WM-Dritten dank einer starken Defensivleistung lange Zeit gut mit, in den letzten 20 Minuten gelangen aber wie schon bei der Niederlage gegen die Niederlande (22:29) nur noch vier eigene Treffer. Zu viele Fehlwürfe und ein unter dem Strich zu harmloses Angriffsspiel kosteten ein besseres Ergebnis.
Es ist ein bisschen wie im Hollywood-Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier". Seit Jahren blasen deutsche Frauen-Teams zum Angriff auf die Medaillenränge.
Doch an der Aufgabe, dem deutschen Team eine verlässliche Konstanz auf höchstem Niveau zu implementieren, versuchten sich im letzten Jahrzehnt ausgewiesene Trainerexperten wie Heine Jensen, Jakob Vestergaard, Michael Biegler und Henk Groener vergebens. "Ziel ist, dass es bei der Heim-WM funktioniert", sagte Meckes.
"Wir werden den Weg weitergehen", betonte Gaugisch. Man werde "realistisch bleiben, demütig bleiben, hart arbeiten und die Dinge klar ansprechen. Und dann geht es darum, sich zu verbessern." Gelegenheit dazu bietet schon die Partie gegen Norwegen, das Nonplusultra des Frauenhandballs.
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(SID)
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