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Handball-EM: DHB-Team nominiert Hendrik Wagner nach - Julius Kühn muss in Quarantäne-Hotel
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Publiziert 16/01/2022 um 10:02 GMT+1 Uhr
Handball-Bundestrainer Alfred Gislason hat auf den coronabedingten Ausfall von Julius Kühn reagiert und Hendrik Wagner nachnominiert. Der Rückraumspieler vom Zweitligisten Eulen Ludwigshafen trat am Sonntag die Reise nach Bratislava an und ist sofort spielberechtigt. Wagner gehörte zum 35-köpfigen EM-Kader, den Gislason Anfang Dezember für das Turnier in der Slowakei und Ungarn benannt hatte.
Hendrik Wagner wurde positiv auf das Coronavirus getestet
Fotocredit: Getty Images
Julius Kühn packte am Sonntagmorgen seine Koffer. Zwangsumzug ins Quarantänehotel.
"Ich hoffe, dass ich möglichst bald wieder zum Team zurückkehren und das Turnier fortsetzen kann", sagte Kühn. Doch zunächst heißt es für den coronainfizierten Torjäger der deutschen Handballer: Strenge Isolation statt Titeljagd mit dem Team.
Kühn fällt bei der EM mindestens für den Rest der Vorrunde aus. Mit seinem positiven Befund hat das Coronavirus nun auch das deutsche Team erreicht - und die DHB-Auswahl in höchste Alarmbereitschaft versetzt.
Nach Bekanntwerden des Falls am Samstagabend wurden alle übrigen Akteure umgehend in ihre Einzelzimmer geschickt, die Schnelltests am Sonntagmorgen fielen durchweg negativ aus.
Schnelltest schlägt bei Kühn nicht an
Auch bei Kühn, der bereits seine Booster-Impfung erhalten hat, hatte ein solcher Schnelltest nicht angeschlagen.
Noch am Nachmittag hatte der Rückraumspieler der MT Melsungen, der beim 33:29-Auftakterfolg gegen Belarus mit sechs Treffern zu den besten Torschützen zählte, das Abschlusstraining des DHB-Teams vor dem Duell mit Österreich (18:00 Uhr im Liveticker) absolviert. Doch das Ergebnis einer PCR-Testung fiel positiv aus.
"Wir hoffen, dass Julius jetzt nicht noch erkrankt", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer. Der im positiven Testergebnis ermittelte CT-Wert Kühns deute laut DHB auf eine geringe Infektiosität hin. Der 2016er-Europameister war zunächst symptomfrei.
Kühns positiver Befund ist nicht gleichbedeutend mit dessen EM-Aus. Weil die Europäische Handball-Föderation (EHF) die verpflichtende Quarantäne positiv getesteter Spieler kurz vor dem Turnier bei Vorlage von zwei negativen PCR-Tests von 14 auf fünf Tage verkürzte, darf Kühn - bei sportlicher Qualifikation - auf eine Rückkehr in der Hauptrunde hoffen.
Hendrik Wagner nachnomminiert
Nach dem Ausfall Kühns beorderte Bundestrainer Alfred Gislason kurzerhand Hendrik Wagner in die Slowakei. Der Rückraumspieler vom Zweitligisten Eulen Ludwigshafen trat am Sonntag die Reise nach Bratislava an und könnte im abschließenden DHB-Vorrundenspiel am Dienstag (18:00 Uhr im Liveticker) gegen Polen zum Einsatz kommen.
Kühns Platz im 16er Kader für die Partie gegen Österreich nimmt der zum Turnierauftakt gegen Belarus nicht berücksichtigte Rechtsaußen Lukas Zerbe ein.
Im Laufe der Vorrunde kann die deutsche Mannschaft zwei weitere Spieler nachnominieren, da der Kader in Bratislava inklusive Wagner momentan 18 Akteure umfasst.
Die deutsche Delegation ist beileibe nicht das einzige von Corona betroffene Team. Im Vorfeld und während des Turniers waren bereits zahlreiche Spieler anderer Nationen positiv getestet worden, mehr als die Hälfte der Teams waren oder sind von Quarantänemaßnahmen betroffen. Die Sorgen sind überall riesig.
Corona-Maßnahmen: Gislason skeptisch
Dies gilt auch mit Blick auf die lockeren Corona-Bestimmungen im Co-Gastgeberland Ungarn. "Ich bin gespannt, wie das weitergeht in diesem Turnier", sagte Bundestrainer Gislason: "Wenn man sieht, dass in Budapest 20.000 bei einem Spiel sind und keiner eine Maske trägt, muss man sehen, welchen Verlauf das dann nimmt."
Der Ausrichter ordnete nun für die ungarischen Spielorte eine Maskenpflicht an, eine Zuschauerbeschränkung gibt es weiterhin nicht.
In Bezug auf das deutsche Team sagte Gislason am Samstagvormittag, er sei "sehr gespannt, wie wir durchkommen. Wir versuchen, uns darauf zu konzentrieren, dass wir aufpassen und keine Fälle haben. Denn das kann schon wichtig für den weiteren Turnierverlauf sein."
Wenige Stunden später folgte das positive Testergebnis bei Kühn.
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(SID)
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