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Handball: Deutschland mit Test-Erfolg gegen Serbien

Tiziana Höll

Update 04/04/2018 um 21:31 GMT+2 Uhr

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat sich nach dem EM-Debakel und der anschließenden Trainerdebatte stark zurückgemeldet. Gegen Serbien gewann das Team von Bundestrainer Christian Prokop am Mittwoch in Leipzig das erste Spiel seit dem EM-Aus mit 26:19 (12:7). Nach dem Wirbel um Prokop scheint die Mannschaft auf gutem Weg für die Heim-WM im kommenden Jahr (9. bis 27. Januar).

Patrick Wiencek war mit neun Toren bester Kieler Werfer

Fotocredit: SID

"Man hat immer mal wieder Schwankungen im Spiel gehabt, aber insgesamt bin ich zufrieden. Wir waren mit viel Spielfreude und Tempo unterwegs", sagte Prokop. Angeführt wurde der Europameister von 2016 vor 5723 Zuschauern in der Arena Leipzig von Patrick Wiencek mit vier Toren. Bereits am Samstag (14.30 Uhr) hat Serbien derweil die Chance zur Revanche. Dann treffen beide Mannschaften im zweiten Duell in Dortmund aufeinander.
Schon vor der Partie wartete der Deutsche Handballbund (DHB) mit einer Veränderung auf. Gegen Serbien saß Oliver Roggisch zum ersten Mal neben Prokop, Co-Trainer Alexander Haase und Physiotherapeut Sven Raab auf der Bank. Ein weiterer Trainer soll er jedoch nicht sein. "Er ist nicht für das Coaching, nicht für das Wechseln zuständig", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer:
Er ist derjenige, der eine koordinierende Funktion auf der Bank innehat.

Veränderung nach EM

Jene Veränderung sei laut auch eine Folge der Nachbetrachtung des EM-Debakels gewesen. "Es ist sicher so, dass die Hinzunahme von Oliver Roggisch auch ein Ergebnis unserer Analysen gewesen ist", sagte Kromer. Nach dem Hauptrunden-Aus bei der Europameisterschaft in Kroatien hatte der DHB eine mehrwöchige Fehleranalyse durchgeführt und sich im Februar anschließend für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Prokop entschieden.
Positiv äußerte sich Kromer indessen über das turnusmäßige Treffen des DHB und Bundestrainer Prokop mit den Trainern der Bundesligavereine. Unter anderem sei dort am Mittwochnachmittag über Entlastung der Nationalspieler und Nominierungsprozesse gesprochen worden. "Wir möchten uns langfristig und intensiv austauschen. Es war ein sehr nettes und kollegiales Gespräch. Wir haben den Startschuss gemacht für eine enge Zusammenarbeit", sagte Kromer.

Neuanfang für Prokop

Einen Startschuss oder vielmehr einen Neuanfang markierte die Partie gegen Serbien auch für Prokop. Und er ließ frischen Wind wehen. Wie angekündigt probierte Prokop gegen den Gast vom Balkan viel aus. Besonders auf der mittigen Rückraumposition testete er mehrere Optionen. Vor allem der Leipziger Niclas Pieczkoski und Berlins Fabian Wiede bekamen auf in der Spielmacherrolle viel Spielzeit. Tim Kneule, der ebenfalls für die Mitte vorgesehen war, musste wie Abwehrchef Finn Lemke passen und war vor der Partie abgereist.
Wie vermutet brauchte die deutsche Mannschaft ihre Eingewöhnungszeit. Gerade in den ersten Minuten gingen viele Anspiele noch ins Leere. Die Halbzeitführung rührte mehr von der überragenden Leistung von Torhüter Silvio Heinevetter. Prokop hatte vor der Partie mehr Ballgewinne als noch bei der Europameisterschaft gefordert. Bei der Verwertung der durch Heinevetter provozierten Gegenstöße ließ die DHB-Auswahl zu Beginn jedoch zu viel liegen.
Im zweiten Durchgang gab seinem zweiten Anzug eine Bewährungschance. Top-Stars wie Kapitän Uwe Gensheimer oder Torwart Andreas Wolff bekamen Zeit zum Durchschnaufen. Mit Matthias Musche auf Linksaußen, Erik Schmidt am Kreis oder Tim Hornke auf Rechts zeigte Prokop, dass er über vernünftige Alternativen verfügt, auch wenn Serbien im Endspurt noch einmal herankam.
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