Olympia-Qualifikation: Deutschland in Woche der Wahrheit gefordert - Hendrik Pekeler als Joker?

Drei Ausfälle, zwei angeschlagene Kreisläufer - und ein Olympia-Joker in der Hinterhand: Gleich zum Start der Woche der Wahrheit für Deutschlands Handballer war Alfred Gislason voll gefordert. Unmittelbar vor der Olympia-Qualifikation muss der Bundestrainer ein kniffliges Personalpuzzle lösen. "Es tut mir sehr leid für die verletzten Spieler, aber die anderen müssen das reißen", sagte Gislason.

Kapitän Johannes Golla (M.) ist angeschlagen

Fotocredit: SID

"Wir wissen, dass es nicht einfach sein wird, aber wir werden alles reinwerfen, um zu Olympia zu kommen", führte er im "MDR" aus.
Als wären die Ausfälle der beiden verletzten Rückraumspieler Kai Häfner und Martin Hanne sowie von Justus Fischer (Kreis) nicht Hypothek genug, gab es zum Lehrgangsstart in Hannover auch noch große Sorgen um seine beiden verbliebenen Kreisläufer Johannes Golla und Jannik Kohlbacher.
DHB-Kapitän Golla knickte am Sonntag im Ligaspiel der Flensburger gegen Göppingen um, Kohlbacher verletzte sich an der Schulter.
"Aktuell glaube ich, dass wir mit dem aktuellen Kader zurecht kommen werden", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer bei einem Medientermin am Montag. Er berichtete aber auch von einem Telefonat Gislasons mit 2016-Europameister Hendrik Pekeler und erinnerte an die Möglichkeit, bis eine Stunde vor den Spielen Wechsel vornehmen zu können. "Der Weg nach Hannover ist von nirgends weit", so Kromer.

Verletzungssorgen machen Gislason Sorgen

Ein Comeback Pekelers ist also eine echte Option. Zumal sich Golla und Kohlbacher nach ihrer Anreise "erstmal dem Doktor vorstellen" müssen. Fällt einer der beiden für die Spiele gegen Algerien (Donnerstag, 17:45 Uhr), Kroatien (Samstag, 14:30 Uhr) sowie Österreich (Sonntag, 14:10 Uhr) aus, rückt Pekeler kurzfristig nach. Der im Januar eigentlich aus der DHB-Auswahl verabschiedete Star des THW Kiel, unbestritten noch immer einer der weltbesten Abwehrspieler, steht neben Tim Zechel als einzige verbliebene Alternative im 35er-Aufgebot auf Abruf bereit.
Die Verletzungsprobleme machen ihm Sorgen, sagte Gislason. Es sei "richtig schade für uns, dass diese Leute ausfallen. Wir müssen aber trotzdem sagen: Mit den Leuten, die wir da haben, müssen wir da durch." Alle Spieler, die dabei sind, "freuen sich sehr, eine schöne Woche zu erleben. Aber die wird nur schön, wenn das Ergebnis am Ende stimmt."
Vor allem für Gislason geht es in den kommenden Tagen um Alles oder Nichts. Der Isländer weiß: Nur die zwei besten Teams des Vierer-Turniers lösen das Olympia-Ticket. Und er weiß natürlich auch: Sein kürzlich bis 2027 verlängerter Vertrag gilt nur, wenn er die Quali für Paris schafft.
Bei diesem Vorhaben setzt Gislason vor allem auf die Leistungsträger der Heim-EM im Januar. Torhüter Andreas Wolff ist ebenso dabei wie Spielmacher Juri Knorr und Youngster Julian Köster. Für die verletzten Häfner und Hanne rückten die beiden Leipziger Rückraumspieler Franz Semper und Luca Witzke nach. Bei Kreisläufer Fischer verzichtete Gislason auf eine Nachnominierung. Bislang.
(SID)
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Knorr wettert gegen Kritik: "Ich weiß nicht, was erwartet wird"

Quelle: SID

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