DHB-Team im WM-Viertelfinale gegen Portugal - Experte Pascal Hens sieht einen großen Vorteil gegen Deutschland

Das deutsche Handball-Nationalteam hat die Hauptrunde bei der WM 2025 souverän überstanden und trifft am Mittwoch (20:30 Uhr) im Viertelfinale in Oslo auf Portugal. Die Südeuropäer sind eine der Überraschungen des Turniers und setzten sich gegen namhafte Konkurrenz durch. Genau deswegen erwartet Eurosport-Experte Pascal Hens nicht nur wegen der Krankheitsfälle im deutschen Team ein offenes Spiel.

Highlights: Portugal ringt Schweden Last-Minute-Remis ab

Quelle: Eurosport

Zwei Siege aus drei Spielen, selbst gegen übermächtige Dänen spielerisch überzeugt: Die deutschen Handballer haben das Viertelfinale bei der Handball-WM erreicht. Eurosport-Experte Pascal Hens zieht ein positives Hauptrunden-Fazit: "Dass wir gegen die Dänen verlieren, war keine große Überraschung", sagt Hens. "Die anderen Spiele haben wir, wie es zu erwarten war, gewonnen. Wir müssen uns aber auf jeden Fall ein bisschen steigern."
Was Hens konkret meint: die Abwehrarbeit. "Wir müssen da mehr Stabilität reinkriegen, sonst kann es schnell vorbei sein gegen spielstarke Portugiesen." In einigen Spielen agierte die deutsche Defensive zu passiv gegen Rückraumwürfe, auch den Kreisläufer hatte man nicht immer so im Griff wie gewünscht.
Deutlich mehr Sorgen bereiten Handball-Deutschland aber die Krankheitsfälle im DHB-Team. Juri Knorr, Rune Dahmke und Lukas Stutzke fehlten gegen Tunesien aufgrund von Infekten. Knorr reiste am Montagvormittag zurück zur deutschen Mannschaft nach Oslo, nachdem er sich bei seiner Familie in Flensburg auskuriert hatte.
"Es ist schon sehr problematisch, dass Juri auf der Mittelposition gefehlt hat", sagt Hens. "Selbst wenn er wieder dabei ist, ist die Frage, wie fit er ist, wenn es ihn erkältungsmäßig richtig weggehauen hat."

Portugal setzte sich gegen Top-NAtionen durch

Knorr verpasste die beiden Hauptrundenspiele gegen Italien und Tunesien, beide Partien gewann Deutschland - gegen das afrikanische Team ging es um nichts mehr, weil der zweite Platz schon vor der Partie sicher war. Das DHB-Team setzte sich also gegen vergleichsweise schlagbare Gegner durch - ganz im Gegensatz zu Viertelfinalgegner Portugal.
Denn die Südeuropäer sind neben Brasilien die Überraschungsmannschaft des Turniers und haben namhafte Top-Teams hinter sich gelassen. In der Vorrunde besiegte das Team von Trainer Paulo Pereira Co-Gastgeber Norwegen mit 29:26, Brasilien schlug man mit 30:26.
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Lukas Zerbe wirft für Deutschland gegen Tunesien

Fotocredit: Imago

In der Hauptrunde hielten sich die Portugiesen ebenfalls schadlos. Gegen Schweden gab es ein 37:37-Unentschieden, Spanien wurde mit 35:29 besiegt.
So erreichten in der Hauptrunde III Portugal und Brasilien das Viertelfinale, während Spanien, Schweden und Norwegen ausschieden. "Das war natürlich der absolute Hammer", sagt Eurosport-Experte Hens. "Das ist eine Riesenüberraschung, damit hat vorher keiner gerechnet."

WM 2025: Hens sieht leichten Vorteil bei Portugal

Für den Weltmeister von 2007 leitet sich daraus ein Pluspunkt der Portugiesen im Viertelfinale gegen Deutschland ab. "Vielleicht sind die Portugiesen leicht im Vorteil, weil sie bisher schon echt gute Mannschaften bespielt haben", so Hens. "In ihrer Gruppe mit Norwegen, Brasilien, Schweden und Spanien haben sie kein Spiel verloren."
Zudem hält Hens auch sehr viel von der portugiesischen Kaderstärke: "Mit den Costa-Brüdern haben sie eine Menge Power aus dem Rückraum, die bringt auch Salvador Salvador. Rui Silvia leitet in der Mitte das Spiel, mit Luis Frage haben sie einen überragenden Kreisläufer und hinten rührt Victor Iturriza ordentlich Beton an."
Der portugiesische Handball ist - in leichten Wellenbewegungen - seit Jahren im Aufwind. Lange Zeit war der FC Porto das Maß aller Dinge, inzwischen ist es Sporting Lissabon, wo Martim Costa und Francisco Costa von ihrem Vater Ricardo Costa trainiert werden.
Der 19-jährige Francisco Costa gilt als eines der größten Talente im Welthandball, Sporting Lissabon steht in der Champions-League-Gruppe aktuell vor den Füchsen Berlin.

DHB-Team muss Portugals Rückzugsschwäche nutzen

Für Hens kommt es beim deutschen Team auf die Defensive an: "Der Schlüssel wird sein, dass wir unsere Abwehr ein bisschen stabiler hinkriegen", so der 199-fache Nationalspieler. "Und ich hoffe, wir haben die Torhüter in der Verfassung, wie wir sie häufig im Turnier hatten."
Dabei geht es nicht darum, Gegentore zu verhindern, sondern auch die Basis für das Tempospiel zu legen. Hier sieht Hens nämlich eine Schwachstelle Portugals: "Im Rückzug haben sie schon ein Problem, weil sie viel Angriff/Abwehr wechseln müssen. Das müssen wir ausnutzen."
Im letzten Hauptrundenspiel gegen Chile kassierte Portugal einige Gegentreffer über das Tempospiel der Südamerikaner, die lange nicht über die Qualität des deutschen Teams in der Ersten oder Zweiten Welle sowie in der Schnellen Mitte verfügen.
Hens erwartet also ein Spiel auf Augenhöhe, der Direktvergleich spricht dagegen klar für Deutschland. Von den vergangenen fünf Aufeinandertreffen verlor Deutschland nur ein Testspiel im November 2021. Das DHB-Team hat einen Regenerationstag mehr und konnte gegen Tunesien viele Stammkräfte schonen. Nun beginnt die K.o.-Phase. Oder wie Pascal Hens es formuliert: "Jetzt geht das Turnier eigentlich erst richtig los."
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"Wahnsinn in Zagreb!" Kroatien stürmt last minute ins Halbfinale

Quelle: Eurosport


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