Handball-WM 2025: Darum ist die deutsche Nationalmannschaft trotz Klatsche gegen Dänemark weiter voll auf Kurs

Bei der 30:40-Klatsche im ersten Hauptrundenspiel bei der WM 2025 hatte die deutsche Handball-Nationalmannschaft gegen Dänemark keine Chance. Doch auch wenn diese Pleite auf den ersten Blick wie ein krasser Dämpfer wirkt: Große Unruhe muss nach dieser Niederlage im DHB-Team nicht ausbrechen, denn es gibt auch positive Ansätze - und Gründe, warum die Ziele dennoch erreicht werden können.

Hens analysiert DHB-Team - so klappts mit dem Viertelfinale

Quelle: Eurosport

Für Dänemark war es eine Machtdemonstration, für Deutschland ein kleines déjà-vu. Nach dem 39:26-Sieg im Olympia-Finale im vergangenen Sommer besiegte Dänemark bei der WM vor heimischem Publikum deutlich mit 40:30.
Die zehn Tore Differenz geben den Spielverlauf ziemlich exakt wieder. Bis auf einige Minuten nach der Halbzeit, in denen Deutschland mit einem Drei-Tore-Lauf etwas verkürzen kann, waren die Skandinavier durchgängig die klar überlegene Mannschaft.
In der Abwehr bekam das deutsche Team vor allem Welthandballer Mathias Gidsel nie in den Griff. Der Rückraum-Star der Füchse Berlin erzielte zehn Tore (bei zwölf Versuchen), zog Siebenmeter, bereitete Treffer seiner Mitspieler teils spektakulär vor - Gidsel war überall und nie zu stoppen.
Auch in der Abwehr spielten die Dänen stark, zudem gewann Kevin Möller (neun Paraden) das Torhüter-Duell mit Andreas Wolff (sechs gehaltene Bälle).

Dänemark-Pleite muss DHB-Team nicht beunruhigen

So eine herbe Niederlage kann eine Mannschaft brechen lassen, der Zwei-Tages-Rhythmus bei einer WM ist brutal. Raus aus der Halle, ab ins Bett. Dann einen Tag verarbeiten, regenerieren und sich auf den nächsten Tag vorbereiten - und schon ist wieder Spieltag.
Aber diese Niederlage muss das DHB-Team nicht zwingend beunruhigen, es gibt sogar Gründe, wieso sie sich positiv auf den Turnierverlauf auswirken kann.
In erster Linie ist da die spielerische Leistungssteigerung. Auch wenn es komisch klingt, Deutschland spielte gegen Dänemark besser als beim 29:22-Sieg gegen Tschechien.
Im Angriff unterliefen den Deutschen viel weniger technische Fehler, auch wenn die Zahl für Bundestrainer Alfred Gislason immer noch zu hoch war. "Wir hatten gute Phasen, aber teure Fehler zwischendurch", monierte der 65-Jährige. "Wir hatten auch zu viele Fehlwürfe, um Dänemark wichtig Probleme zu machen."
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Highlights: Dänemark deklassiert chancenloses DHB-Team im Finale

Quelle: Eurosport

Deutsches Tempospiel erlahmt in Halbzeit zwei

Damit hat Gislason zwar recht, im Vergleich zum Tschechien-Spiel ließen die deutschen Handballer trotzdem weniger klare Chancen liegen. Bezeichnend: Das DHB-Team warf gegen den viel besseren Gegner Dänemark einen Treffer mehr.
Zudem spielte der deutsche Rückraum geduldig und konnte immer wieder über Rückraumwürfe von Julian Köster oder Luca Witzke erfolgreich sein.
Und im ersten Durchgang funktionierte auch das Tempospiel nach Ballgewinnen oder über die Schnelle Mitte. Wann immer es ging, zog das DHB-Team das Tempo an.
"In der ersten Halbzeit schaffen wir es gut ins Tempospiel", analysierte Köster nach dem Spiel im "ARD"-Interview. "Wir werfen da Tore und ziehen Siebenmeter. In der zweiten Halbzeit bauen wir da bisschen ab, aber darauf können wir grundsätzlich aufbauen."

Trotz klarer Pleite: DHB-TEam steigert sich

Bezüglich der Abwehrleistung war das große Problem der deutschen Mannschaft in den drei Vorrundenspielen, dass sie zu passiv gegen Rückraumwürfe agierte. Auch das war gegen Dänemark besser.
"Die Abwehr war beweglich", sagte Gislason nach dem Spiel in der "ARD". "Aber wir haben das nicht bis zum Ende halten können. Der 65-Jährige hätte sich mehr Stoppfouls und mehr Kompaktheit gewünscht, weil nur so die Torhüter ins Spiel kommen können.
Aber der Gegner ist eben Dänemark. Mit einem unfassbar beweglichen Mathias Gidsel, der sich auch von zwei Verteidigern nicht stoppen lässt, und mit den Weltklasse-Spielern Simon Pytlick und Rasmus Lauge.
So komisch es klingt: In vielen Abwehrsituationen verteidigte das deutsche Team agil und aggressiv, um am Ende doch ein Gegentor schlucken zu müssen. So gute Einzelspieler wie Dänemark hat aber keine zweite Nation, verteidigt das DHB-Team weiter auf diesem Niveau, wird es weniger Gegentore kassieren.

Gislason: "Können trotzdem stolz sein"

Auch der mentale Aspekt in Kombination mit dem Spielplan könnte den Deutschen in die Karten spielen. Natürlich zeigten sich die DHB-Protagonisten nach der Niederlage enttäuscht. Köster sagte: "Wir wollten besser spielen als im Olympia-Finale, aber verlieren mit zehn Toren Unterschied. Das ist zu hoch und nicht unser Anspruch."
Und Timo Kastening sagte in der "ARD": "Das Ergebnis spricht Bände, wir haben es nicht geschafft, in den Phasen, in denen wir ein bisschen ein Momentum hätten kreieren können, reinzukommen."
Aber beiden Spielern und Gislason merkte man auch an: Die können das einordnen. Der Bundestrainer sagte sogar, dass er trotzdem stolz sei und die Spieler Positives mitnehmen können.

DHB-Team mit möglichem Vorteil beim Spielplan

Den Einzug ins Viertelfinale kann das DHB-Team aus eigener Kraft schaffen, es braucht zwei Siege gegen überraschend starke Italiener und Tunesien.
Psychologisch nicht schlecht ist, dass das unangenehme Dänemark-Spiel nun weg ist. Gelingt ein Sieg gegen Italien, tritt man am letzten Spieltag gegen Tunesien an, die Afrikaner gelten als schwächster Hauptrundengegner.
Zudem könnte man schon vor diesem Spiel schon das Viertelfinalticket in der Tasche haben, wenn Deutschland gegen Italien gewinnt und die Schweiz gegen Dänemark verliert. Kein unwahrscheinliches Szenario.
Im Spiel gegen Tunesien können sich die deutschen Handballer also womöglich Selbstvertrauen erspielen und vielleicht sogar Kräfte sparen. Dann geht es im Viertelfinale gegen die Teams aus der engen Hauptrundengruppe III, die am letzten Gruppenspieltag wohl schwere Aufgaben zu lösen haben und vor dem Viertelfinale einen Tag weniger Pause haben.
Und die Spiele von den potenziellen Viertelfinalgegnern Spanien, Schweden, Portugal, Brasilien oder Norwegen haben gezeigt: So gut wie Dänemark sind sie alle nicht. Bekommt das DHB-Team die hohe Niederlage schnell aus den Köpfen und hält das Niveau in Abwehr, Angriff und Tempospiel, dann scheint das Halbfinale durchaus möglich. Problem: Da können dann wieder die übermächtigen Dänen kommen.
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Dank Last-Minute-Tor: Spanien holt Unentschieden gegen Schweden

Quelle: Eurosport


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