Handball-WM - Pascal Hens über möglichen Ausfall von angeschlagenem Juri Knorr: "Das wäre ein herber Rückschlag"
Eurosport-Experte Pascal Hens erklärt im exklusiven Interview, wie schwer ein Ausfall von Juri Knorr die deutsche Nationalmannschaft treffen würde. Dabei weist er nicht zuletzt auf die mannschaftliche Breite im Team von Bundestrainer Alfred Gislason als Stärke hin. Zudem schwärmt der 2007er-Weltmeister vom deutschen Torhüter-Duo aus Routinier Andreas Wolff und Youngster David Späth.
Hens exklusiv über das deutsche Team: "Das ist Pflicht"
Quelle: Eurosport
Der (DHB) bei der Handball-WM 2025 in Kroatien, Dänemark und Norwegen gegen Polen (35:28) am Mittwoch wurde von einer Knie-Verletzung von Juri Knorr überschattet.
Zwar gab Teammanager Benjamin Chatton bereits am Donnerstag vorsichtig Entwarnung und stellte sogar einen Einsatz des Spielmachers im zweiten Gruppenspiel gegen die Schweiz am Freitag (20:30 Uhr im Liveticker) in Aussicht. Doch musste auch er zugeben: "Hundertprozentig wissen wir es noch nicht."
Eurosport-Experte Pascal Hens ordnet im exklusiven Interview ein, wie schwer ein möglicher Ausfall Knorr die Chancen des DHB-Teams beeinträchtigen würde. Zudem erklärt der Weltmeister von 2007, wieso das schwache deutsche Defensiv-Verhalten gegen Polen kein Grund zur Sorge ist.
Das gesamte Interview mit Pascal Hens gibt es hier:
Wie schwer würde ein Ausfall von Juri Knorr wiegen?
Pascal Hens: Das wäre ein herber Rückschlag für unsere Mannschaft, auch wenn wir aktuell breiter aufgestellt sind und nicht mehr die ganze Last auf Juri liegt. Es wäre dann schon schlimm, wenn Juri ausfallen würde, auch wenn Witzke das natürlich sehr, sehr gut gemacht hat im letzten Spiel. Wir können ihn nicht eins zu eins ersetzen. Und wenn Juri ausfallen würde für das ganze Turnier, dann wäre das für die deutsche Mannschaft sehr schwierig zu kompensieren.
Warum blüht Knorr in dieser Mannschaft so auf?
Hens: Wir sind viel breiter aufgestellt als früher. Vor zwei bis drei Jahren lag noch sehr viel mehr Last auf Juris Schultern und das war natürlich enormer Druck und alle haben auf ihn geguckt. Das hat ihn glaube ich, ein bisschen gehemmt. Jetzt hat er wieder ein richtig gutes Gefühl. Er hat gute olympische Spiele gespielt, weil rechts und links neben ihm viel mehr Verantwortung übernommen wird. Und zwar egal von wem, ob Julian Köster, Renars Uscins, Luca Witzke oder Marko Grgic. Es tut ihm einfach gut, nicht mehr die ganze Last zu tragen. Dazu kommt, dass der Bundestrainer ihm Verschnaufpausen gibt, was Juri ebenfalls sehr hilft.
Hat Deutschland das beste Torhüter-Duo der WM?
Hens: Was die Torhüter angeht, brauchen wir uns zum Glück keine Gedanken machen. Ob es jetzt das beste bei dem Turnier ist, das werden wir noch rausfinden. Es wird aber definitiv dazu gehören. Wir haben mit Andi Wolff und David Späth wirklich zwei Ausnahmekönner. Andi als der Erfahrene ist nach wie vor die klare Nummer eins. Auch wenn David Späth ist so ein Energizer, der, wenn er dann reinkommt, nur einen Ball halten muss und sofort die Mannschaft mit seinen Emotionen wieder anzündet. Wir sind hier hervorragend aufgestellt und könnten definitiv die zwei besten Keeper dieser WM haben. Aber das lässt sich erst danach sagen, weil auch noch andere sehr gute Duos gibt.
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Ist die Abwehrleistung des DHB-Teams gegen Polen ein Grund zur Sorge?
Hens: Die Abwehr war im ersten Spiel vor allem in der ersten Halbzeit nicht so berauschend, was aber auch an den Polen lag, die fast fehlerfrei gespielt haben. Die haben gute Lösungen über den Kreis gefunden und eben auch einen ganz starken Rückraum-Shooter hatten. Da waren die Polen schon sehr nahe am Optimum. Und man darf nicht vergessen, dass es ein Eröffnungsspiel war. Dass da noch nicht alles rundläuft, ist auch normal. Ich glaube, wir haben in den letzten Jahren gesehen, was unsere Abwehr leisten kann. Wir müssen uns steigern, aber da würde ich mir jetzt noch keine großen Gedanken machen.
Sollte Deutschland gegen die potenziell schwächeren Gruppengegner Tschechien und Schweiz eher rotieren, um Kräfte zu sparen oder die erste Garde viel spielen lassen, um den Flow aufrechtzuerhalten?
Hens: Alfred Gislason (Bundestrainer, Anm. d. Red.) rotiert ja sowieso recht viel, wie man bei den Olympischen Spielen gesehen hat. Er wird jedem seine Einsatzzeiten geben - das Turnier ist ja auch noch lang. Trotzdem geht es erst mal darum, auch gegen die Schweiz und Tschechien ein gutes Spiel zu machen. Und wenn man da eine Führung hat, wird der Bundestrainer natürlich auch wechseln. Er hat das Vertrauen nicht nur in ein oder zwei Leute, sondern mittlerweile in die ganze Mannschaft. Letztendlich wird er ohnehin rotieren, egal wie die Spiele verlaufen, weil er aus dem Vollen schöpfen möchte und jeden Spieler im Turnier haben will.
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