Olympische Spiele 2024 in Paris: Erst Kongo, jetzt Guinea - die kuriose Judo-Reise der Leipzigerin Marie Branser

Sie kommt aus Leipzig, kämpft als Judoka bei Olympia - aber nicht für Deutschland: Marie Branser. Bereits zum zweiten Mal startet die 31-Jährige bei den Sommerspielen, bereits zum zweiten Mal dabei für ein afrikanisches Land. In Tokio hatte Branser vor drei Jahren für den Kongo auf der Matte gestanden. Nach einem weiteren Nationenwechsel allerdings kämpft sie nun in Paris für Guinea. Warum?

Behind the scenes: So sieht die Judo-Halle in Paris aus

Quelle: International Judo Federation

Ehrgeizig war Marie Branser schon immer - und so ließ sich die Judoka auch nicht davon kleinkriegen, als sie aus dem deutschen Bundeskader aussortiert wurde.
Die Folge: Sportlich kehrte die Athletin ihrem Geburtsland den Rücken, von 2019 an stand Branser für die Demokratische Republik Kongo auf der Matte. Mit Erfolg.
In Tokio nämlich erfüllte sich die Leipzigerin ihren Olympia-Traum, wurde sogar als Fahnenträgerin diskutiert. Und zwar für einen Staat, in dem ihre Familie einst gelebt hatte. Nach knapp drei Jahren aber war die gemeinsame Zusammenarbeit wieder beendet, von Kongos Verbandsbossen erhielt die Judoka letztlich sogar ein Startverbot.
Wieso? "Ich habe versucht, meiner Rolle als Vorbild-Athletin im Kongo gerecht zu werden und habe auch mal ein paar Dinge, die unangenehm sind, angesprochen", zitiert die "Bild-Zeitung" die Sportlerin: "Das kam nicht gut an."

Nächste station: Guinea

So entschied sich Branser für den nächsten Nationenwechsel. Seit 2022 kämpft sie für Guinea, ist amtierende Afrikameisterin. Auch dieses Engagement ermöglichten ihr die Familienwurzeln, denn ihre Großeltern arbeiteten in den 70ern dort, ihre Mutter lebte zwischenzeitlich ebenfalls dort.
Trotz des Bruchs mit dem Kongo gelang Branser dadurch erneut der Sprung zu Olympia, nach dem Erstrunden-Aus in Tokio hofft sie an der Seine nun auf mehr.
Sollte sie in der 78-Kilo-Klasse weiterkommen, könnte in der zweiten Runde eine ganz besondere Gegnerin auf die viermalige Afrikameisterin warten: niemand Geringeres als Deutschlands Fahnenträgerin Anna-Maria Wagner.
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Fahnenträgerin Wagner überwältigt: "Ein bisschen surreal"

Quelle: Perform


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