Judo-WM: Ukraine boykottiert Weltmeisterschaft aufgrund der Teilnahme von belarussischen Athleten unter eigener Flagge

Die Ukraine nimmt aus Protest gegen Belarussen, die zum ersten Mal seit Beginn von Russlands Angriffskrieg unter der Flagge ihres Landes antreten dürfen, nicht an den Judo-Weltmeisterschaften teil. Laut dem ukrainischen Judoverband hat der Vorstand der Internationalen Judo-Föderation (IJF) Mitte Mai beschlossen, dass belarussische Judoka ihr Land ab dem 1. Juni unter ihrer Flagge vertreten dürfen.

Die Judo-WM findet aus Protest ohne die Ukraine statt

Fotocredit: Getty Images

Entsprechend stehen Aleksander Sidorik und Egor Warapajew auf der Meldeliste in der Klasse unter 90 kg und führen die Flagge ihres Landes, was ihnen seit Beginn des russischen Einmarsches mit belarussischer Unterstützung in die Ukraine am 24. Februar 2022 untersagt war.
Die IJF ist der erste vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anerkannte internationale Fachverband, der die Rückkehr der belarussischen Flagge gestattet hat. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur "AFP" zur Rückkehr der belarussischen Flagge und dem ukrainischen Boykott reagierte das IOC zunächst nicht. Die Entscheidung der IJF verstößt jedoch offenkundig gegen die Empfehlungen der Ringe-Organisation, die seit Ende März 2023 unverändert gelten.
Die IJF hatte russischen und belarussischen Judoka von März bis September 2022 erlaubt, unter neutraler Flagge anzutreten, bevor sie diese gemäß den damaligen Empfehlungen des IOC wieder ausschloss.
Am 28. März 2023 empfahl das IOC den internationalen Verbänden dann, Athleten mit russischem und belarussischem Pass die Teilnahme unter neutraler Flagge und strengen Neutralitätsbedingungen zu gestatten, wobei der Ausschluss von Mannschaftswettbewerben bestehen blieb.

Ukraine boykottierte schon WM 2023

Die Ukraine boykottierte die Judo-Weltmeisterschaften 2023 aufgrund eines Erlasses des ukrainischen Sportministeriums, welcher Athleten ihrer offiziellen Delegationen die Teilnahme an Wettkämpfen mit russischen oder belarussischen Teilnehmern untersagte.
Dieser Erlass wurde am 26. Juli 2023 geändert und gilt nun nur noch für "Athleten, die die Russische Föderation oder die Republik Belarus vertreten". Für die WM in Budapest stehen nun keine Ukrainer auf der Meldeliste, russische Judoka treten unter neutraler Flagge an.
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(SID)
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Quelle: International Judo Federation


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