Drohende Sperre nach zahlreichen Dopingfällen: Kenia fordert World Athletics zu Nachsicht auf

Der Läufernation Kenia droht nach zahlreichen Dopingfällen eine weltweite Sperre. Nun hat der kenianische Kabinettssekretär für Jugend, Sport und Kunst den Weltverband World Athletics angehalten, Kenia nicht aus dem Sport auszuschließen. "Wir können nicht zulassen, dass unsere Nation wegen der Handlungen einiger gieriger, unethischer Individuen geächtet wird", sagte Ababu Namwamba.

Diana Kipyokei wurde bei ihrem Triumph beim Boston Marathon 2021 positiv getestet

Fotocredit: Getty Images

Nach Informationen der "BBC" habe sich der 46 Jahre alte Politiker direkt an Sebastian Coe, den Präsidenten des Weltverbandes, gewandt und ihm zugesichert, dass die kenianische Regierung alle notwendigen Maßnahmen ergreifen würde.
"Wir werden die Kriminellen und ihre Syndikate ins Visier nehmen und entschlossen gegen sie vorgehen. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, Doping und Betrug in der Leichtathletik und im Sport im Allgemeinen auszuschalten", erklärte Namwamba.
Allein in diesem Jahr wurden dem Bericht zufolge 17 kenianische Athleten von der Athletics Integrity Unit (AIU) wegen einer Reihe von Doping-Verstößen bestraft. Acht weitere Sportler sind vorläufig suspendiert und warten auf den Ausgang ihrer Verfahren.
Insgesamt sind damit aktuell 55 Kenianer mit einer Sperre belegt. Nur gegen Russland (102) und Indien (61) wurden noch mehr Sperren ausgesprochen als gegen die Läufernation.

Kipchoge bedauert Entwicklung

Kenia wird von der AIU zudem als Verband der Kategorie A - dem höchsten Dopingrisiko - bewertet. Das bedeutet, dass sich Athleten in den zehn Monaten vor einem Großevent mindestens drei Tests unterziehen müssen, um dort antreten zu dürfen.
Der kenianische Marathon-Weltrekordhalter Eliud Kipchoge bedauerte nun, die steigende Zahl der Dopingfälle sei "besorgniserregend" und appelierte: "Sauberer Sport ist der richtige Weg".

NOC-Präsident sendet Appell

Auch Paul Tergat, der Präsident des nationalen Olympischen Komitees forderte, von einer kollektiven Sperre abzusehen: "Wir appellieren mit unserer Stimme an World Athletics und andere Beteiligte, von Strafmaßnahmen wie einer Sperre abzusehen und die vielfältigen Bemühungen der kenianischen Gemeinschaft, angeführt von der Regierung, als positives Zeichen und Beitrag zu einem dopingfreien Umfeld in Kenia zu betrachten."
Eine weltweite Nationensperre, wie die gegen Russland 2015, wäre für die Läufernation enorm bitter: 34 seiner 35 Olympischen Goldmedaillen feierte Kenia in der Leichtathletik.
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