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Max Heß: Vom Nobody zum Shootingstar - der jüngste Dreisprung-Europameister der Geschichte
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Publiziert 11/07/2016 um 15:03 GMT+2 Uhr
Shootingstar Max Heß hat sich sensationell EM-Gold im Dreisprung gesichert und ist nun auch ein Medaillenkandidat für Olympia. Der Teenager verkörpert die neue DLV-Generation. Bei den ersten Selfies mit seinen neuen Fans lächelte Max Heß noch etwas unsicher in die Kameras, an den Ruhm nach seinem sensationellen EM-Triumph musste sich der Dreisprung-Shootingstar erst noch gewöhnen.
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"Verarbeitet habe ich das noch nicht. Das ging jetzt alles ein bisschen schnell", Der 19-Jährige sagte nach seinem Überraschungsgold von Amsterdam:
Seinen rasanten Aufstieg vom "Nobody" zum Europameister und Medaillenkandidaten für die Olympischen Spiele in Rio - innerhalb von nur vier Monaten - konnte er selbst kaum erklären. Schüchtern und sichtlich überwältigt von seiner eigenen Leistung rang der Chemnitzer nach dem größten Erfolg seiner Karriere um Worte. Durch das EM-Gold hatte er sich das schönste Geschenk vor seinem 20. Geburtstag am Mittwoch schon selbst gemacht.
"Dass es so läuft, hätte ich nicht gedacht", sagte der frischgebackene Abiturient. Auf 17,20 Meter hatte er sich in Amsterdam katapultiert und sich zum jüngsten Dreisprung-Europameister der Geschichte gekürt. 45 Jahre nach Jörg Drehmel gibt es wieder einen deutschen Sieger in dieser Disziplin.
Schon seit langem galt Heß als großes Talent, auf der internationalen Bühne sprang er erstmals Ende März bei der Hallen-WM in Portland in den Vordergrund. Silber gab es dort, nun Gold in Amsterdam. Kein Europäer sprang in diesem Jahr bisher weiter, weltweit überhaupt nur drei Springer. Seine persönliche Bestleistung steigerte Heß um gleich 14 Zentimeter.
Sein Erfolgsgeheimnis: sein schneller Anlauf, Coolness - und die jugendliche Unbekümmertheit. "Ich hoffe, die bleibt auch noch lange erhalten - also die Unbekümmertheit, nicht die Jugendlichkeit", sagte er mit einem Lachen:
Heß gilt dabei allerdings auch technisch als Vertreter einer neuen Dreisprung-Generation. Zusammen mit seinen Trainern setzt er auf den "geschwindigkeitsorientierten Dreisprung" - schnell anlaufen und dann möglichst wenig Speed verlieren.
"Da freut man sich, dass er das technische Leitbild, das wir uns ausgedacht haben, in so frühen Jahren schon zu einer großen Ausbeute umsetzt", sagte Charles Friedek, selbst 1999 Weltmeister und 2002 mit Silber letzter deutscher Medaillengewinner bei einer EM: "Die, die richtig weit in der Welt springen, sind schnelle Anläufer. Die springen nicht mehr mit Gewalt, sondern sehr viel über Speed. Das ist eine Technik, mit der man sauber sehr weit springen und gesünder bleiben kann."
Bei den Aussichten für Rio gab sich Heß gewohnt bescheiden. "Erwartungen habe ich keine. Die werden eher von außen bestimmt", sagte der angehende Wirtschaftsingenieurstudent.
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