Leichtathletik-EM: Thomas Röhler scheitert in der Speerwurf-Quali - herber Dämpfer für Titelverteidiger

Rio-Olympiasieger und Titelverteidiger Thomas Röhler ist bei der Heim-EM in München nach einer schwachen Vorstellung bereits in der Qualifikation des Speerwurfs gescheitert. Der 30-Jährige kam nicht über 71,31 m hinaus und landete in der ersten Gruppe damit auf dem letzten Platz. Röhler, der zuletzt immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, übertraf zuletzt 2019 die 80-Meter-Marke.

Thomas Röhler scheitert bei der Leichathletik-EM in der Qualifikation

Fotocredit: Getty Images

Thomas Röhler redete nicht drumherum. "Ich stecke in der wohl schwierigsten Phase meiner sportlichen Karriere", sagte der Titelverteidiger, nachdem er bei der Heim-EM in München in der Qualifikation der Speerwerfer sang- und klanglos ausgeschieden war.
Nur: Selbst Röhler war auch nicht mehr überrascht. 71,31 m, die drittschlechteste Weite im 24-köpfigen Starterfeld - das entsprach natürlich nicht den Ansprüchen des Rio-Olympiasiegers. Doch zu mehr reicht es derzeit eben nicht, dass weiß Röhler. "Wenn ich eines bin, dann Realist", sagte der 30-Jährige. Aber aufgeben gilt nicht.
Auf dem Weg zum emotionalen Highlight im Olympiastadion sei eine Sache sicher gewesen: "Dass ich am Montag wieder ins Training gehe und an meinem Traum 2024 weiterarbeite." Die Olympischen Sommerspiele in Paris sind das Fernziel des Thüringers, in zwei Jahren will der Familienvater wieder Weltklasse-Format haben.
Doch der Weg ist weit. Seit nun vier Jahren kämpft Röhler mit den Nachwirkungen einer Rückenverletzung. Die Blessur hatte er im Training erlitten. 609 Tage pausierte der Europameister von Berlin 2018, doch in Form kam er nach seinem Comeback nicht mehr. Seine Bestleistung von 93,90 scheint Welten entfernt.

Weber greift nach erster großer Medaille - auch Hofmann im Finale

Julian Weber greift dagegen im Finale (Sonntag, 19:50 Uhr) nach seiner ersten großen Medaille. Der Mainzer schaffte im Regen zwar nicht die eigentlich geforderten 83,50 m, kam mit 80,99 m aber souverän weiter. Auch Andreas Hofmann (77,29) steht im Finale.
Unter schwierigen Bedingungen war nur der Olympia-Zweite und WM-Dritte Jakub Vadlejch mit 81,81 m besser in der Qualifikation als Weber.
"Mit dem Regen war das nicht so schön, das wird Sonntag hoffentlich anders", sagte Weber, der dann im Finale "richtig Vollgas" geben will.

Röhler verteidigt Start in München

Ganz anders schaut dagegen die Gemengelage bei Röhler aus, der jedoch betonte, dass der Start trotz der schwachen Leistung "die richtige Entscheidung" gewesen sei. "Das Ergebnis ist hart für den Moment, aber die Sache macht mir zu viel Spaß, um den Kopf in den Sand zu stecken."
Und im Training merkt Röhler immerhin schon wieder, dass es langsam besser wird. Zwar sei viel Vertrauen kaputt gegangen, doch mittlerweile lasse sein Körper die richtige Technik wieder zu. Allein, die Übung und Routine fehlt.
"Jetzt muss ich weiter, weiter, weiter Trainingsstunden aufholen. Da bin ich dabei, aber die Woche hat nur sieben Tage", sagte Röhler. Er will geduldig bleiben: "Zaubern können wir alle nicht."
(SID)
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